Tagebucheintrag vom 31. Oktober 2004
Nachdem es immer schwieriger wurde, mit Sven und Bernd
einen gemeinsamen Termin fürs Kino zu finden, habe ich
"Der Untergang" heute mit meiner Mutter gesehen.
Auf dem Weg zum Kino traf ich zufällig noch einen meiner
Stammtischbesucher, der gerade mit seinem Hund unterwegs war.
Ab nächsten Sonntag werden endlich (nach fast einem halben
Jahre Pause) die Mattenjahre weitergeführt. Zwischenzeitlich
gab es dort wohl Verhandlungen über die Rechte an dem
Tagebuch, letztlich wurden die aber nicht verkauft, um
weiter freien Zugang für Interessierte zu gewährleisten.
Eine schöne Entscheidung, ich habe jetzt auch mal eine
Mail an Tim und Mitch geschrieben, und mich dafür bedankt
und auf mein eigenes Tagebuch verwiesen, das ja durch die
Mattenjahre inspiriert ist.
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Tagebucheintrag vom 30. Oktober 2004
"Du bist so ein lieber Kerl!" - so oder so ähnlich hat sich Florian
vorhin mit süßer Stimme von mir verabschiedet. Das macht auf jeden
Fall Hoffnung, auch wenn er nach eigener Aussage derzeit keine Liebe
für mich fühlt. Aber fangen wir mal vorne an:
Im Film "Sommersturm" waren wir zuerst ganz alleine, dann kam noch
eine Gruppe von drei oder vier Leuten dazu, sonst aber niemand mehr.
Florian hat es genauso gut gefallen wie mir, ich hätte nicht zuviel
versprochen, meinte er. Mir flossen an der bekannten Stelle und auch an
einer anderen wieder die Tränen, mein Gesicht war richtig nass heute...
das wird bei jedem Mal Gucken heftiger. Und dann noch mit Florian neben
mir... Während des Films hatten wir häufig die Schultern aneinander
gelehnt, weil wir uns zu Kommentaren einander zubeugten und dann die
Schultern so ließen. Für Hände/Arme gab es keine so rechte Gelegenheit,
wegen der Beschaffenheit der Sitze dort.
Zuhause angekommen haben wir uns dann Pizzen in den Ofen geschoben,
Tee gekocht, noch kurz ein paar Worte mit Mama gewechselt, die gerade
von der Kirche heimkam, und sind dann nach oben ins Wohnzimmer gegangen.
Nach dem Essen kam dann die Unterhaltung so langsam auf das heikle
Thema. Florian hatte wie vermutet schon gemerkt, was mit mir los ist und
meinte, das sei eine seltame Situation für ihn, zumal er das auch genau
andersrum nur zu gut kennen würde. Er würde aber derzeit nichts tieferes
für mich empfinden, und das kann man ja auch nicht erzwingen. Immerhin
hat er glücklicherweise kein Problem damit, wenn ich mich an ihn kuschele
oder ihn drücke - ist ja in der Szene ohnehin ziemlich Gang und Gäbe,
und er ist da recht offen und nicht kontaktscheu. Wir sind dann so
verblieben, dass wir einfach versuchen, wie bisher weiterzumachen, und
mal abwarten, ob sich bei ihm auch noch was entwickelt. Nur wenn er
aus irgendeinem Grund mal der Meinung sein sollte, dass er sich sicherlich
nicht in mich verlieben könnte (ähnlich wie bei Jan), wird er es mir
sagen, damit ich mir keine weiteren Hoffnungen machen muss.
Es war sehr schön, so offen mit ihm reden zu können, und unser Umgang
ist noch inniger geworden als vorher, da ich mich jetzt eher traue und
er mich sicher auch trösten möchte. Es tut gut, die Gefühle nicht mehr
verstecken zu müssen und sich auch nicht mehr die Frage stellen zu müssen,
was er wohl für mich empfindet. Wenn sich bei ihm etwas entwickelt, wird
er es mir jetzt ganz sicher sofort sagen, und auf so einen Moment kann
ich jetzt hoffen und mich darauf freuen. Dennoch werde ich weiter mit
offenen Augen durchs Leben gehen, vielleicht ergibt sich ja auch sonst
nochmal was.
Das ist dann auch schon der passende Übergang zur Royal Gay Party im Con3,
auf der wir dann nachts noch waren: Ein Bekannter steckte mir, dass jemand
wohl ein Auge auf mich geworfen habe, und das habe ich dann auch gemerkt,
als ich drauf achte, da er mich viel anstarrte. Er sieht zwar in gewisser
Hinsicht ganz süß aus, aber nicht so ganz mein Fall, glaube ich.
Ich selbst hatte eher jemand anders ins Auge gefasst, der mir gleich ziemlich
bekannt vorkam - entweder so wie ein Go-Spieler, der auch immer in der
Lagerhalle zur Zeit des Stammtisches am Nebentisch ist, oder wie ein
Student, der vor ein paar Wochen nach der Stadtführung für Erstsemester
mal mit anderen Studenten dort saß und auch immer mal zu uns rübersah.
Ich habe es dann tatsächlich gewagt, ihn anzusprechen (er verneinte aber,
in letzter Zeit in der Lagerhalle gewesen zu sein) und ihm einen
Stammtischflyer zu geben. Ich bin gespannt, ob er mal vorbeischaut.
Irgendwann recht spät hat mich Florian dann auch mal zum Tanzen überreden
können, und trotz zwischenzeitlicher Rhythmusschwierigkeiten wegen des
komischen Mixes, der dort gespielt wurde, ging das eigentlich ganz gut.
Vor allem macht einen das wieder munter, wenn man schon müde wurde und
wegen Rücken- und Beinschmerzen kaum noch stehen konnte. Dann war Florian
aber irgendwann auch müde, und ich wollte die laute Musik meinen Ohren
nicht weiter zumuten, so dass dann Gehen angesagt war (passender Zeitpunkt,
die fingen an, Abba zu spielen...). Draußen am Auto dann noch eine lange
herzliche Umarmung ("ich möchte Dich garnicht wieder loslassen" sagte ich),
bei der besagter eingangs erwähnter Satz kam, dass ich so lieb wäre.
Florian mag mich auf jeden Fall sehr, und auch wenn da momentan keine Liebe
im Spiel ist, bin ich frohen Mutes, dass da noch was drinsitzen könnte.
So ein Kompliment wie von Florian habe ich glaube ich bislang noch von niemandem
bekommen, höchstens selbst ausgeteilt (z.B. an Jan).
Nachdem ich mir nun alles von der Seele geschrieben habe, werde ich auch
müde, und hoffe dass ich diesmal besser schlafen kann.
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Tagebucheintrag vom 29. Oktober 2004
Jan hat mich auf einen Artikel bei Spiegel Online hingewiesen, in
dem es um die Problematik Homosexualität beim Profifußball geht. Es
ist wohl für Profifußballer nicht möglich, sich zu outen, ohne
übles erleiden zu müssen. Bislang hat es in Deutschland keiner gewagt.
Liest sich ziemlich düster, ich hoffe dass es da bald Besserung geben
wird. Einer muss mal den Anfang machen...
Bei einem Waldspaziergang habe ich mir schonmal Gedanken zu morgen
gemacht: verschiedene Gesprächsteile und Möglichkeiten durchgespielt
und Worte überlegt, und natürlich Wunschgedanken gehabt, was im
idealsten Fall passieren könnte (z.B. Florian küsst mich und wir haben
einen schönen kuscheligen Abend, kommen möglicherweise zusammen).
Aber ich fürchte, dass es wohl eher so sein wird, dass er zwar
Verständnis und "Mitleid" für mich hat, aber meine Gefühle (noch?)
nicht erwidern kann.
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Tagebucheintrag vom 28. Oktober 2004
Heute habe ich per ICQ mit Florian noch die Details abgeklärt: Wir werden
uns Samstag in Damme am Kino treffen und danach zu mir fahren. Nachts
gehts dann zur Party. Vorher aber ein klärendes Gespräch... Mir gehen
verschiedene Möglichkeiten durch den Kopf. Wie wird er reagieren?
Ist er einfach nur noch nicht soweit, oder schließt er eine Beziehung
mit mit ganz aus? So wie Jan, der auch meinte, mich nicht lieben
zu können? Die schönste Überraschung wäre, wenn er (vielleicht
durch meine Andeutungen aufgerüttelt) Samstag merken würde, dass es
ihm im Grunde nicht anders geht als mir und wir zusammen kämen.
Gerade habe ich den Film "trick!" gesehen, den ich von Florian
bekommen hatte. Ein sehr schöner Film, der mich aber auch wieder
ziemlich runtergebracht hat gefühlsmäßig. Ob ich mich traue, so
wie dort der eine Junge dem anderen im Imbiss die eine Hand auf
die andere legte, im Kino an meiner Lieblingsstelle Florians Hand
zu nehmen? Immerhin noch vor unserer Aussprache...
Naja, ich werde all meine romantischen Gedanken jetzt erstmal mit
ins Bett nehmen und ihnen vorm Einschlafen noch ein wenig
nachhängen... und vielleicht ja von ihm träumen...?
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Tagebucheintrag vom 27. Oktober 2004
Später abends am 25.10. hatte Florian noch auf die SMS geantwortet:
"Hey du bist mir doch nicht lästig, ich habe in der woche nur einfach immer
viel um die ohren neben Arbeit auch noch Nachhilfe, zu hause viele sachen
erledigen und dann noch Cisco, da habe ich leider nicht mehr so viel
freizeit über. wir sehen uns aber auf jeden Fall Samstag! Gruß Florian"
Gestern abend kam dann noch folgende SMS hinterher:
"Ich hoffe aber stark, dass es dir nicht wegen mir schlecht geht...
Gruß und bis Samstag!"
Ich habe also zumindest das Ziel erreicht, dass er über meinen Text
nachgedacht und sich Sorgen gemacht hat. Schade nur, dass er hofft, dass
es mir nicht wegen ihm schlecht geht. Okay, ansich ist das nachvollziehbar,
aber er könnte ja drauf kommen, was dahintersteckt und sich darüber freuen.
Sven meinte auch, dass sich das nicht danach anhört, als ob er die
Gefühle erwidern würde. Julian meinte aber heute in der FH, dass er wenn er
wenig Zeit hat eine innere Sperre aufbaut, sich nicht zu verlieben, auch
wenn er das unter normalen Umständen tun würde. Das könnte bei Florian ja
auch der Fall sein. Insofern bin ich gespannt, was das Gespräch Samstag
ergeben wird und was die Zukunft dann bringt.
Heute habe ich auf der Webseite vom Dersa Kino Damme gesehen, dass Sommersturm
am Wochenende noch läuft. Mit Florian habe ich mich jetzt für 17 Uhr am
Samstag für den Film verabredet. Ich bin schon ganz heiß drauf, ihn noch
ein drittes Mal zu sehen, vor allem weil ich momentan ständig die Filmmusik
dazu anhöre.
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Tagebucheintrag vom 25. Oktober 2004
Ich habe nochmal mit mehreren Leuten darüber geredet, wie ich mich Florian
gegenüber am besten verhalte. Bernd empfahl mir, auf meinen Bauch zu
hören und das erste zu tun, was mir einfällt, was ich tun möchte.
Das ist definitiv, ihm zu sagen was ich fühle. Mir ist durch Bernd auch
klargeworden, dass ich nicht ewig damit leben und mich verrückt machen kann.
Ein Kommilitone fragte noch, ob ich einnehmend sei. Keine Ahnung... kann
höchstens in den letzten Tagen gewesen sein, dass ich Florian etwas genervt
habe mit meinen Nachfragen, wann er Zeit hat.
Nachdem Florian dann per SMS mitteilte, dass er erst Samstag Zeit haben wird
(da hatten wir uns ja ohnehin schon zur Party verabredet), habe ich heute
abend dann einfach mal einer spontanen Bauchidee Folge geleistet und
folgende SMS geschrieben:
"Bitte entschuldige falls ich dir in den letzten Tagen lästig gewesen sein
sollte. Bei mir geht momentan gefühlsmäßig einiges drunter und drüber und
zeitweise gehts mir eher dreckig... wenn wir mal Zeit finden für ein 4 Augen
Treffen mehr dazu. Vielleicht klappt es ja Sa, wenn es bei dir eher nicht
geht?"
Bislang leider noch keine Antwort auf die SMS. Ich bin gespannt, ob er
antwortet. Wenn er auch nur ein freundschaftliches Interesse an mir hat,
sollte er schon irgendeine Antwort auf so eine SMS schreiben.
Ich hoffe, dass er neugierig wird und grübelt, was ich meinen könnte.
Dann wird er es auch schneller und leichter zu einem Treffen kommen lassen.
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Tagebucheintrag vom 24. Oktober 2004
Endlich habe ich den Soundtrack von "Sommersturm". Den könnte ich die
ganze Zeit über hören, einfach Klasse. Und bei "Vast - Flames" hab ich
die Szene im Kopf, die Nacht nach dem Sturm und der nächste Morgen, wie
während des Liedes nochmal alles schön im Überblick und Rückblick gezeigt
wird. Da kommen mir direkt die Tränen.
Der Film läuft jetzt nicht mehr in Münster, aber momentan in Damme, täglich
16 Uhr. Das ist für Florian natürlich nicht zu schaffen. Hoffentlich kommt
er auch am Wochenende noch.
Der Besuch im Divan gestern abend hat es nicht so gebracht. Wir waren
zwar auch zu früh da, aber da war eine Livesängerin, die zwar sehr
schön gesungen hat, aber das war keine passende Partymusik sondern
deprimierte einen auf Dauer eher. Daher sind wir letzlich im Bivalent
gelandet wo ich von einem Bekannten zur Tanzfläche mitgeschleift
wurde und mich dann auch mal in der Richtung etwas ausprobieren konnte
bzw. musste. Im Gegensatz zur Party letzte Woche, wo ich mehr oder
weniger steif rumstand, ging es diesmal schon besser. Ich brauche nur
Leute mit starker Persönlichkeit, die mich (physisch) dazu zwingen.
Bevor ich zu Bernd und Sven losfuhr, hatte ich endlich Florian im ICQ
angetroffen. Ich habe ihn aber nicht auf meine Verliebtheit angesprochen,
sondern nur belangloses (was ich so gemacht habe, was er so macht, wie
es zeitlich nächste Woche aussieht etc.) angesprochen. Immerhin schön
mit ihm gechattet zu haben.
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Tagebucheintrag vom 22. Oktober 2004
Beim Rückwärtsfahren vom FH-Parkplatz auf die Straße bin ich heute
Mittag einem ca. 33 Jahre alten Mann in den (Firmen-)wagen gefahren.
Bei ihm auf Fahrerseite beide Türen eingedrückt und Teil des
Kotflügels. Bei mir hinten rechts kleinere Schäden.
Zeuge war ein netter Student, 19 oder 20 Jahre alt. Wir haben uns
ein bisschen unterhalten, während wir auf die Polizei warteten.
Vielleicht läuft man sich ja zufällig nochmal wieder über den Weg.
Abends habe ich Knallharte Jungs geschaut - Tobias Schenke ist süß.
Wärs nicht wegen ihm würd sich der Film auch nicht unbedingt lohnen.
Heute abend brach auch wieder das Liebesgefühl für Florian durch.
Mir geht es beschissen, ich vermisse ihn. Er hatte mir gestern
geschrieben, dass er versucht, zum Stammtisch zu kommen, es aber
nicht versprechen könne. Er war nicht da, hat aber auch keine SMS
oder sonstige Message zur Entschuldigung geschickt. Ich bin mir
sicher, dass es ihm gerade nicht so geht wie mir, sonst würde er
sich mit Sicherheit anders verhalten - und auch versuchen, Zeit
zu finden, um mich zu treffen. Da er mir gesagt hatte, dass er
diese Woche und am Wochenende keine Zeit hat (mit Ausnahme "vielleicht"
zum Stammtisch) hat es auch keinen Zweck, ihm zu schreiben. Online
ist er ohnehin nicht mehr gewesen seit Montag, zumindest nicht dass
ich es mitbekommen hätte. Ich möchte ihm auch nicht auf die Nerven
fallen, halte es aber auch kaum aus, ihn nicht zu sehen und nichts
von ihm zu hören. Mein Gefühl möchte ihm gestehen, was ich empfinde,
mein Verstand sagt aber, das lieber nicht zu tun, um nicht möglicherweise
was kaputtzumachen (ihn zu sehr unter Zwang/Druck zu setzen). Lieber
versuche ich durch zarte Annäherungen ihm zu zeigen, dass ich ihn mag,
wenn wir uns das nächste Mal sehen.
Morgen abend werde ich mich ablenken können: Sven und Bernd haben mich
eingeladen, zusammen mit einem bisexuellen Besucher, der bei ihnen ist,
in die Kneipe und später zur schwullesbischen Party ins Divan zu gehen.
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Tagebucheintrag vom 21. Oktober 2004
Ich habe mir den Akt-Kalender der Osnabrücker Sportstudenten gekauft.
Hatte mir zwar mehr drunter vorgestellt, aber ein paar ganz nette
Fotos sind wohl dabei. Das schöne ist, die haben das in beide Richtungen
bedruckt, in einer Richtung mit Männern und in der anderen mit Frauen.
Kann man sich die passende Seite aussuchen.
Beim Stammtisch waren wieder die üblichen Besucher der letzten Wochen,
hatten aber noch wieder einen Freund mitgebracht, anscheinend auch
Systemadministrator, Alter vermutlich etwa Mitte 20.
Einige waren am Dienstag beim Gaycityclub-Stammtisch gewesen.
Dort waren so 15-20 Personen an mehreren Tischen, haben sich aber
nicht unbedingt groß neue Bekanntschaften ergeben, weil man dann
mit denen zusammensaß, die man schon kannte. Das Publikum soll aber
allgemein eher jünger gewesen sein, ich sollte also doch auf jeden
Fall mal dort vorbeischauen.
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Tagebucheintrag vom 18. Oktober 2004
Abends hat sich Florian endlich per ICQ gemeldet. Leider hat er die nächsten
Tage und auch am Wochenende keine Zeit. Nachdem ich ihm gestanden hatte, dass
ich ihn vermisse (was er mit einem "das hört man doch gerne *kissed*" beantwortete,
sonst sagte er aber nichts weiter dazu), und ob er nicht wenigstens mal eine
Stunde Zeit hätte, meinte er, dass es Donnerstag abend vielleicht möglich
wäre. Er wird dann wohl zum Stammtisch kommen. Ich wäre ja lieber mit ihm
alleine... aber lässt sich nichts machen. Kino am Samstag wird dann auch
nichts. Er trifft Freunde, die er nur sehr selten sieht.
Ich bin mir noch nicht so ganz sicher, was ich davon halten soll. Zum einen
freut es ihn zu hören, dass ich ihn vermisse, zum anderen geht er aber nicht
weiter darauf ein und scheint auch nicht so das Verlangen zu haben, mich
zu sehen, da er das für diese Woche zunächst ausschloss. Mein Arbeitskollege empfiehlt
mir, ihm Zeit zu geben und nicht so viel zu grübeln. Jan meint, ein Baum
braucht auch Zeit, um Wurzeln zu schlagen. Er versteht aus eigener Erfahrung
aber auch, dass ich gerne mit Florian allein wäre.
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Tagebucheintrag vom 17. Oktober 2004
Gestern abend war ich mit Florian zusammen das erste Mal auf der
OS-Gay-Nacht im N8. Wir haben uns vor dem Eingang getroffen, wo ich
als ich auf ihn wartete ein Gespräch "Musst schwul sein, um da
reinzukommen" - "nein, wir sind zu besoffen" mitbekam, woraufhin
die zwei oder drei Leute dann noch eine Fackel ausbliesen und dann
langsam abzischten... Dann kam Florian auch schon. Er hatte sich extra
zurecht gemacht, mit Gel in den Haaren. Das sah wirklich gut aus.
Ich war einen Tag vorher noch beim Friseur gewesen, und ihm gefällt
das mit den kurzen Haaren auch viel besser, sagt er.
Am Eingang fragte ich, ob ich meine Flyer dort hinlegen durfte,
und nach kurzer Ansicht wurde das bestätigt. Ein paar hatte ich
noch im Portmonee, um sie bei Interesse drinnen verteilen oder auslegen
zu können. Nun zeigte mir Florian erstmal die Räume. Ziemlich am Eingang
sahen wir auch die Leute vom Gaycityclub, die den Stammtisch im
Trash angekündigt hatten. Nach einem kurzen Rundgang sind wir dann
dort vorbeigegangen, solange es noch nicht so voll war. Ich habe
meine Flyer verteilt, erzählt was ich so mache und nach deren
Stammtisch gefragt. Sie wussten nichts von meinem, sehen sich aber nicht
als Konkurrenz ("wir sind doch eine große Familie, das ist keine
Konkurrenz"). Ich habe angeboten, dass sie ja mal Donnerstags bei
mir vorbeischauen können, und ansonsten auf die Mailadresse und
Handynummer im Flyer hingewiesen, um sich mal absprechen zu können.
Gemeinsamen Aktivitäten stehen sie aufgeschlossen gegenüber. Sie
haben Florian und mich dann auch gleich zu gebracht, selbst in dem
Club (kostenlos) Mitglied zu werden, um Vergünstigungen bei Partys
und anderen Veranstaltungen in Anspruch nehmen zu können. Da man
seine Postanschrift angeben musste, fragte Florian gleich, ob da denn
was hingeschickt würde (bei seinen Eltern ist er noch nicht geoutet).
Soll aber nur was per Mail verschickt werden.
Im Laufe des Abends sah ich etliche Leute, die ich von Gay in May,
Stammtisch oder Frühstück im Schwulenreferat her kannte. Etwas später
kamen noch Florians Bekannter von der Party und dessen Freund dazu.
Die drei anderen tanzten ganz gerne (der eine mehr, der andere weniger).
Ich stand die meiste Zeit eher steif dabei, wurde aber zwischendurch
mal von verschiedenen Leuten die mich kannten gegriffen und in Bewegung
gebracht. Ein wenig hat das vielleicht gebracht, aber so recht komm
ich trotzdem noch nicht aus mir raus. Aber wird vielleicht
noch, wenn ich häufiger dort bin.
Um etwa 3 Uhr bin ich dann gefahren, weil ich Sonntag morgen Orgelspielen
musste und noch etwas Schlaf brauchte. Zum Abschied gab es noch eine
herzliche Umarmung mit Florian. Ich habe das Gefühl, dass die jedes Mal
inniger werden. Als ich dann so gegen 4 Uhr im Bett lag, konnte ich
zunächst nicht einschlafen. Meine Ohren rauschten und pfiffen von der
lauten Musik, mir spukten noch die ganzen Bilder und Eindrücke des Abends
im Kopf herum. Irgendwann gegen 6 Uhr bin ich dann eingeschlafen, um zwei
Stunden später vom Wecker geweckt zu werden. Trotzdem bin ich erstaunlich fit.
Heute Nachmittag habe ich dann einem Arbeitskollegen und Bernd von gestern
erzählt, mir die Fotos der Party online angeschaut, und dabei gemerkt, dass
ich mich wohl gestern doch heftig in Florian verliebt haben muss. Dazu kam
noch, dass er den Nachmittag über zwar in ICQ online war, aber nicht
reagierte. Auch eine SMS die ich ihm schrieb, wurde noch nicht ausgeliefert.
Ich hatte ihm vorgeschlagen, um 18 Uhr in Münster "Sommersturm" zu gucken,
aber mangels Reaktion fiel das natürlich flach. Eigentlich hatte ich
mit Bernd und Sven "Der Untergang" sehen wollen, aber Bernd war
krank geworden.
Es fällt mir aktuell wirklich schwer, mich zu konzentrieren. Ich habe
alle Anzeichen eines Verliebtseins, die entsprechenden Gefühle im
Brustbereich, die Sehnsucht nach Florian und der Kummer darüber, dass ich
ihn momentan nicht erreichen kann. Eigentlich würde ich ihm am liebsten
sofort davon erzählen, aber ich halte es für besser, das vielleicht erstmal
durch körperliche Zuwendung zu zeigen bzw. persönlich zu sagen.
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Tagebucheintrag vom 15. Oktober 2004
Ich frage mich, ob Florian sich eine Beziehung mit mir vorstellen könnte
oder nur eine Freundschaft will. Wenn ich mich mit ihm unterhalte,
kann ich für beides Hinweise finden. Hier ein paar Aussagen aus dem
ICQ-Log (anfangs bezugnehmend auf parship.spiegel.de):
(23:28:33) Marc: ja, ich hab mich da auch auf unsichtbar gesetzt
hätte mich nur interessiert, wieviele Matchingpunkte ;-)
(23:29:15) Florian: ich denke schon, dass wir da recht ähnlich wären
(23:35:56) Florian: ich glaube auch, dass man über so eine partnerbörse nicht
seinen traumprinzen findet, das passiert wohl eher auf einer party
(23:37:59) Marc: ich bin auf jeden Fall froh, dass Du Dein Profil bei
justbegay.de hast
(23:38:18) Florian: und ich bin froh, dass du mich angesprochen hast :-)
(23:38:58) Florian: ich finde wir verstehen uns schon nach so kurzer zeit
super, das ist nicht oft so
Ich möchte ihn aber erstmal nicht direkt fragen. Zum einen weil ich
mir selbst noch nicht ganz sicher bin, was ich möchte, zum anderen
weil es sicher sinnvoll ist, sich etwas Zeit zu geben und nichts zu
überstürzen. Außerdem hatte ich bei Paul nicht gerade Erfolg damit,
ihm Interesse einzugestehen. Okay, immerhin wusste ich dann, dass
es ihm nicht so geht, zum anderen hat er aber vielleicht deshalb dann
mein Verhalten falsch interpretiert und den Kontakt abgebrochen.
Nicht dass ich Angst hätte, dass mit Florian sowas passieren könnte,
da er so eine Situation (Freund verliebt sich in ihn, andersherum aber
nicht) schonmal hatte und damit (wie er erzählte) vernünftig und
verständnisvoll umgegangen ist (ihm selbst ging es andersrum auch
schonmal so). Aber trotzdem sagt mir meine Vernunft, noch etwas zu
warten, und dann vielleicht auch nicht direkt Tacheles zu reden, sondern
es eher mit Taten auszudrücken bzw. anzudeuten. Falls ich mich das
dann traue...
Erstmal abwarten, wie es morgen auf der Party im N8 wird. Ein
Freund von ihm kommt auch mit, und mit dem würde ich mich
sicher auch gut verstehen, meinte er.
Florian hatte mich heute noch auf eine Webseite hingewiesen, wo für einen
anderen Stammtisch (Dienstags im Trash) geworben wurde. Ich habe den
Initiatoren mal eine Mail geschrieben, sie haben normalerweise wohl
auch im N8 einen Stand bei der OS-Gay-Night, dann geh ich mal morgen hin.
Trotzdem habe ich aber auch genug Flyer gedruckt, um selbst Werbung
zu machen bzw. die anderen zum Verteilen mitzugeben.
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Tagebucheintrag vom 14. Oktober 2004
Bernd hat jetzt auch angefangen, das Mattenjahre-Tagebuch
zu lesen, und ist genauso süchtig und begeistert wie ich.
Er klagt schon, dass er kaum noch zum Arbeiten kommt.
Für Sonntag 17 Uhr haben wir uns für "Der Untergang" (Kino)
verabredet. Zur Party am Samstag kommen Bernd und Sven aber
wohl eher nicht, da sie anderes vorhaben. Ich hätte ihnen
gerne Florian vorgestellt.
Beim Stammtisch waren zwei der neuen Besucher vom letzten
Mal wieder da, wurde ein lustiger Abend. Ich soll hier
schreiben, dass die Highlights der Osnabrücker Szene zu
meinem Stammtisch kommen :-)
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Tagebucheintrag vom 13. Oktober 2004
Gerade komme ich von einem abendlichen Besuch bei Florian. Wieder mal
ein schöner Abend, ich mag ihn sehr. Ich habe nochmal seine
Gesichtszüge analysiert: aus bestimmten Blickwinkeln bzw. bei bestimmten
Regungen hat er etwas an sich, was mir gut gefällt und mich vielleicht
auch etwas an Ulf erinnert. Ich beginne aber auch sein "normales"
Aussehen zu mögen, und die herzliche Umarmung zum Abschied gefiel
mir sehr. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob er Interesse an
mir hat, ist in seinen Äußerungen und Verhaltensweisen noch nicht so
recht erkennbar. Ich möchte aber eigentlich auch vermeiden, das
anzusprechen, da das bisher (z.B. bei Paul) auch nicht unbedingt immer
positives bewirkt hat... Erstmal geh ich Samstag mit ihm zur
OS-Gay-Night im N8, und dann werden wir uns sicher nächste Woche mal z.B.
hier bei mir zuhause treffen, und dann mal weitersehen. Wenn ich
ihn neben mir auf dem Sofa habe, vielleicht kann man sich dann ja
schonmal etwas an ihn schmiegen oder so...
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Tagebucheintrag vom 09. Oktober 2004
Heute abend war endlich das langersehnte erste Date mit Florian.
Wir waren bei einem Italiener in Osnabrück und haben gar nicht
gemerkt, wie die Zeit verging. Auf einmal waren fünf Stunden rum,
und irgendwann war es 1 Uhr Nachts und wir sind dann nach ca. sechs
Stunden Gespräch doch mal so langsam aufgebrochen. Jetzt bin ich zwar
heiser, aber ich werde ihn voraussichtlich Mittwoch in Bramsche
besuchen (seine Eltern sind im Urlaub) und nächsten
Samstag wollen wir zusammen zur Gaypeople-Party im N8 gehen.
Von ihm erfuhr ich auch, dass ein Berufsschullehrer (Marketing)
schwul ist, Florian hatte ihn mal in eindeutiger Gesellschaft irgendwo
getroffen. Man sehe das doch auch an seinem
Auftreten, sagte er. Naja, mir ist damals eigentlich nichts aufgefallen.
Okay, rosa Hemden kann ich auch nicht so identifizieren mit meiner
Rot-Grün-Sehschwäche.
Florian macht auch eine Ausbildung zum Fachinformatiker und kennt
auch (ehemaliger Arbeitskollege) einen ex-Mitschüler aus meiner
Berufsschulklasse. Baff war er, als er erfuhr, dass www.priggish.de
von mir betrieben wird. Die Seite kannte er, weil da noch die ganzen
Unterlagen (Referate, Hausaufgaben etc.) von uns liegen.
Zum Abschied gabs dann noch eine flüchtige Umarmung, ich habe aber
wirklich den Eindruck, dass ihm der Abend genauso gefallen hat wie
mir. Wie das nun weitergeht, wird sich zeigen müssen. Ich kann noch
nicht sagen, ob ich mehr für ihn empfinden kann als eine reine
Freundschaft. Ich bin mir auch nicht sicher, ob ich nicht vielleicht
aufgrund vorheriger Erfahrungen vorsichtshalber Emotionen erstmal
etwas unterdrücke. Aber der Unterschied zu vorherigen Dates mit
nett erscheinenden Leuten liegt vielleicht auch einfach darin, dass er
nicht ganz so scharf aussieht wie manche andere. Es wird wohl bei ihm
eher nicht vorkommen, dass ich mich schon aufgrund des Aussehens
direkt in ihn verliebe. Aber auf jeden Fall passen wir gut zusammen,
von Interessen und Meinungen her, sonst wäre die Zeit kaum so schnell
vergangen.
[/Tagebuch-2004-10]
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Tagebucheintrag vom 7. und 8. Oktober
Gestern abend beim Stammtisch war es wieder recht voll.
Es bringt was, wenn Teilnehmer andere ansprechen und die auch
wiederum jemanden mitbringen. Sven war auch gekommen, und
es wurde ein schöner Abend. An den Nebentischen war eine
größere Studentengruppe, hauptsächlich Erstsemester, die vorher
eine Stadtführung gemacht hatten. Da waren ein oder zwei ganz
süße Jungs dabei, mit einem hatte ich auch mal 5 Sekunden
Blickkontakt. Aber ich vermute, er schaute nur so in der
Gegend herum, wer da sonst so saß, und überlegte vielleicht,
was für eine Gruppe wir sind.
Anschließend fuhr ich zu Ulf, mit dem ich noch zur FH-Party
wollte. Einer aus der Studentengruppe ist ein Kumpel von ihm,
aber er konnte ihn nicht beschreiben, so weiß ich momentan noch
nicht, welcher das war. Gerade vorhin schrieb er mir aber,
dass der garnicht in der Lagerhalle dabei war, also kann der
eine gutaussehende durchaus noch schwul sein ;-)
Bei der Party habe ich einen Zivi kennengelernt, der mit einem
Kommilitonen mitgekommen war. Der war auch ziemlich nett,
und ich habe mich mehrfach mit ihm unterhalten. Ich denke aber
auch der ist bestimmt hetero.
Es ist mir ja manchmal selbst peinlich, das alles so zu schreiben,
als ob ich jeden Menschen gleich in Hetero/Homo einsortieren
muss. Aber ich kann es nicht verhindern, wenn mir jemand gefällt,
will ich mir auch die mögliche Chance nicht entgehen lassen.
Schließlich kann man mal einen Glückstreffer haben und aus einer
Zufallsbegegnung entsteht mehr. Zumindest liest sich das in
Geschichten immer so, und ich kenne auch mehrere Leute, bei denen
tatsächlich sowas vorkam.
Heute kam dann die Einladung zum Semester-Eröffnungsfrühstück
des AStA-Schwulenreferats der Uni, aber leider findet das dieses
Semester Donnerstags vormittags statt, da habe ich ab nächste
Woche Digitaltechnik-Praktikum, zumindest bis Ende des Jahres.
Ich habe aber jetzt nochmal im schwarzen Brett auf den Webseiten
des AStA für den Stammtisch Werbung gemacht.
Abends kam endlich eine Antwort von Florian, mit dem ich mich
morgen treffen wollte. Es scheint tatsächlich zu klappen, ich
hatte garnicht mehr damit gerechnet, weil er so lange nichts von
sich hören ließ und der Tag näher rückte.
Wir wollen zu einem Italiener in Osnabrück essen gehen. Ich bin
schon sehr gespannt, wie er in Wirklichkeit ist, da die beiden
Fotos, die ich von ihm gesehen habe, sich recht stark unterscheiden
und ich mir noch keine so klare Vorstellung machen kann.
Mails hat er auch nicht sehr viele geschrieben, häufig mit
wochenlanger Verzögerung, so dass ich noch nicht viel von ihm
weiß.
Bei mir ist gegenwärtig eine Erkältung im Anzug (Halsschmerzen),
ich hoffe dass ich zumindest morgen abend noch gesund bleibe.
Wäre zu schade, wo es schon so lange gedauert hat, bis das
Treffen zustande kam.
[/Tagebuch-2004-10]
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Tagebucheintrag vom 06. Oktober 2004
Verdammter Mist. Da war ich vorhin im Kino ("La Mala Educacion"),
etwas später (während der Werbung) kamen zwei Jungs etwa in meinem
Alter rein und unterhielten sich noch, bis der Film anfing, und durch
das Gespräch erfuhr ich, dass zumindest der direkt neben mir schwul ist
(er redete von seinem Ex und noch von jemandem aus Köln, der von seinem
Freund abserviert wurde). Und ich hatte keine Stammtisch-Flyer mit.
Und ich habe mich natürlich auch nicht dazu überwinden können, ihn einfach
so anzusprechen. Es lief ja schon die Werbung, und hätte ich mich da
eingemischt ins Gespräch, hätte das so ausgesehen, als ob ich gelauscht
hätte. Während des Films ging ohnhin nicht. Ich hätte höchstens am Ende
vor denen rausgehen und draußen auf sie warten können. Oder mich ihnen
direkt anschließen, aber das hätte so aufgedrängt ausgesehen. So wartete
ich noch einen Moment und machte mich dann zum Gehen fertig, da hab ich
sie natürlich draußen nicht mehr gesehen.
Okay, ich glaube besonders attraktiv fand ich beide nicht (konnte aber
nicht soviel sehen im Halbdunkeln), wenn dann vielleicht noch eher den
anderen, von dem ich nicht weiß, ob er schwul ist oder hetero.
Aber sie klangen von ihrer Unterhaltung her auf jeden Fall nett.
Eigentlich hatte ich mit Bernd und Sven in "Der Untergang" gehen wollen,
aber Sven hatte noch kurzfristig abgesagt, weil er Stress bei der Arbeit
gehabt hatte und nicht so recht aufgelegt war (und sich selbst mir nicht
zumuten wollte). Der andere Film interessierte mich ohnehin, da habe ich
dann spontan entschlossen, alleine dorthinein zu gehen. Er war ganz
interessant, wenn auch nicht unbedingt besonders spannend. Aber doch ganz
gut, ihn gesehen zu haben.
Jetzt werde ich wohl wieder vermehrt darauf achten, immer Flyer dabeizuhaben.
Habe mir gerade schon welche fertiggemacht, brauche ohnehin noch welche zum
Auslegen in der Uni und Lagerhalle.
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Tagebucheintrag vom 03. Oktober 2004
Mein (hoffentlich) Date vom nächsten Samstag hat ein neues
Foto hochgeladen, habe ich vorhin gesehen. Auf dem ersten hat
er mir allerdings besser gefallen, jetzt sieht er ziemlich anders
aus. Das sagt aber wohl auch nur, dass man auf Fotos nicht so
an kann. Ich hoffe, dass es nächsten Samstag was wird mit dem Treffen,
dann kann ich mal schauen, wie er in der Realität so ist.
Per ICQ habe ich Bernd und Sven gefragt, ob sie mit zum Magnets-Konzert
Anfang November kommen wollen. Sie müssen nochmal gucken, ob sie
Zeit haben. Nächste Woche gehen wir aber auf jeden Fall mal ins Kino
(Der Untergang). La Mala Educacion läuft auch schon, den wollte ich
auch nochmal schauen. Der ist sicherlich auch für Jan sehr interessant.
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Tagebucheintrag vom 01. Oktober 2004
In einer Zeitschrift, die in der Mensa auslag, habe ich heute ein
Interview mit einer Buchautorin gefunden, die über Metrosexuelle schreibt:
"Wäis Kiani nennt ihn 'die männliche Susi' und sie rechnet ab, mit all den
Softies, Frauenverstehern, Just Gay Enoughs und Metrosexuellen. Ihr neues
Buch ist ein flammendes Plaedoyer fuer den guten alten Macho."
"Der 'Just Gay Enough' Mann stammt aus den USA. Was ist das typische an den
deutschen Metrosexuellen?" - "Was ihnen fehlt, ist die Pose. Sie versuchen
sich nie vorzustellen, wie sie in dem Moment auf Zelluloid wirken wuerden."
"Was kann die Frau tun, die sich einen Metrosexuellen eingefangen hat, um aus
ihm wieder einen richtigen mann zu machen?" - "Nichts. Auf den nächsten
warten. Man kann niemanden ändern. Und einen Metro schon gar nicht."
Naja, wird ein komisches Buch sein, aber der Artikel las sich ganz lustig.
Heute abend habe ich es endlich mal geschafft, das Tagebuch in
vernünftiger Form (als Blog) auf der Rosa-Panther-Webseite zu veröffentlichen.
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