Donnerstag konnten wir mal mit dem Stammtisch die ganze Zeit draußen bleiben, es hat sich nachts kaum abgekühlt. Anschließend habe ich mich noch bis halb 3 mit dem neuen unterhalten. Er möchte morgen hierher kommen, um mal bei Gayromeo online zu gehen und so.
In der Nacht konnte ich dann wegen der Hitze schlecht schlafen. Freitag gings los nach Süddeutschland zu einem Treffen von beruflich Gleichgesinnten. Einen gutaussehenden Bisexuellen (der aber eine Freundin hat) habe ich dort das erste mal getroffen. Chatten tu ich mit ihm schon ewig. Ich musste natürlich ein paar Fotos von ihm mit nacktem Oberkörper machen.
Die Rückfahrt wurde dann sehr witzig, weil eine Mitfahrerin wohl noch nicht mitbekommen hatte, dass ich schwul bin. Als wir auf das Thema kamen, meinte sie, dass sie eigentlich das immer ganz gut erkennen würde. Ihr Kollege fand das dann ziemlich lustig, weil sie es offensichtlich bei mir nicht gemerkt hatte. Ich habe sie dann irgendwann erlöst, indem ich ihr die regenbogenfarbene Autofahne zeigte, die Flo mir vom Kölner CSD letzte Woche netterweise mitgebracht hatte. Sie fragte dann sehr interessiert nach einigen Sachen und erzählte von einem zurückliegenden Besuch der Magnus-Party in Bielefeld mit einer Lesbe, die damals wohl was von ihr wollte.
Die Autofahne habe ich jetzt auch ans Auto geklemmt. Mal sehen, ob in Telgte am Mittwoch jemand was sagt.
Während der Fahrt hatte ich dann noch mit Dirk SMS-Kontakt gehabt, und es stellte sich heraus, dass er tatsächlich abends mal Zeit für mich hatte. Ich bin dann direkt nach Lingen durchgefahren, damit es nicht allzu spät wurde. Ich hatte ja ohnehin von der Reise noch alles dabei, was ich brauchte, und plante eigentlich, bei ihm zu übernachten. Es kam dann allerdings anders.
Zuerst hat er mir noch ein wenig zu Essen gemacht und ich habe bei ihm geduscht, dann wollte er gern Sommersturm schauen, den ich mitgebracht hatte. Aber schon da kam er mir etwas distanziert und unsicher vor. Danach wollte er nicht im Schlafzimmer (wo wir geguckt hatten) bleiben, sondern wieder ins Wohnzimmer, lies noch den Fernseher laufen (was mich eher nervte) und setzte sich auf die andere Couch. Als ich ihn fragte, ob er nicht zu mir rüberkommen wolle, fing er dann an, er müsse mir was sagen. Er war einen Tag vorher auf einer Party in seiner Heimat, wo er einen alten Schwarm, den er für hetero hielt (nein, eigentlich nicht wirklich, aber der hatte halt sonst eine Freundin gehabt) mit jemandem stehen sah, den ein schwuler Freund aus der Szene kannte. Später, als sich Dirk von ihm verabschieden wollte, sagte der dann plötzlich: "Du bist schwul, oder?". Dirk, schon betrunken, konnte in dem Moment damit nicht umgehen und lief einfach weg. Aber es hat ihm sehr zu denken gegeben, und er war dann im Laufe des Sonntagabends zu dem Schluss gekommen, dass er für den Gefühle hat und es da jetzt mal versuchen wolle, und dass er gerade kein gutes Gefühl dabei hätte, mit mir ins Bett zu gehen. Überhaupt würde er nach One Night Stands immer ein schlechtes Gefühl haben, wenn er nicht in den anderen verliebt sei. Bei unserem Date hätte er gemischte Gefühle gehabt. Aber jetzt nochmal, das mochte er nicht mehr tun. Ein paar Wochen vorher hätte das wahrscheinlich anders ausgesehen, aber nun, nach dem Erlebnis, nicht mehr. Insofern wohl ganz gut, dass wir uns nicht eher sehen konnten, dann wäre das sicher noch schlimmer für mich gewesen.
Aber auch so war ich hart getroffen, obwohl ich es von seinem Verhalten an dem Abend her eigentlich erwartet hatte, dass so etwas kommt. Ich wollte in dem Moment nur mit ihm kuscheln, ihn küssen, Sex haben. Einen Kuss konnte ich ihm noch abringen, aber auch nicht allzu lange. Die Nacht allein zu verbringen und noch nach Osnabrück zurückfahren zu müssen, das war keine tolle Vorstellung, und das habe ich ihm auch deutlich gezeigt. Ich war ziemlich down in dem Moment.
Als ich zuhause ankam, war es aber schon besser, und ich konnte auch gut schlafen. Heute ist es eigentlich okay. Es wäre schön mit ihm gewesen, aber es geht.
