Freitag hatte ich erst einmal eine Zahnarzt-Odyssee zu überstehen: Mein normaler Zahnarzt war nicht da, kein Aushang, keine Info, nichts. Ich bin dann zu einer Zahnärztin am Rosenplatz gegangen, die meinte, das ginge aber nicht, dass der keine Vertretung aushängt, denn eigentlich müsste ich dort dann hingehen. Aber da niemand wusste, wer Vertretung macht, und ich Schmerzen hatte, hat sie mich behandelt, was recht schmerzhaft war, weil ich keine Betäubung haben wollte, um noch zum Frühstück gehen zu können.
Dann eilte ich zum Frühstück, aber die Engländer waren noch garnicht da und wir saßen dort erst einmal nur mit den Franzosen. Gegen Mittag kamen die Engländer endlich an, und ich war erst einmal negativ überrascht, wie alt die alle waren. Nur zwei Jüngere waren dabei, davon einer recht tuntig und gutaussehend. Da es weniger als erwartet waren, wurde eine neue Zuteilung gemacht, und ich bekam einen 39jährigen Gärtner namens David. Der war sehr nett und lieb und wir sind das Wochenende gut ausgekommen. Mein zuerst zugewiesener wäre wohl auch okay gewesen, aber der war auch recht tuntig und ausgefallener. Auf jeden Fall wohl im selben Alter etwa wie David.
Der interessante jüngere hieß Alastair und ist zusammen mit einem Freund bei einem anderen untergekommen. Abends in der Lagerhalle beklagte er sich allerdings über den und wollte ins Hotel ziehen. Es ergab sich, dass (da ich schon geäußert hatte, dass er mir gefiel) mir ein Tausch von David und Alastair angeboten wurde. Aber der Freund von Alastair hat auf ihn eingeredet und ihm das wohl ausgeredet. Ich hätte ihn gerne genommen, das hätte eine interessante Nacht (oder zwei?) werden können. Ich habe Alastir mit Brian aus Queer as Folk verglichen. Zwar heißen die in der britischen Version anders, aber er wusste sofort wen ich meine und sagte, das würden alle sagen, er würd das garnicht verstehen. In jedem Satz kamen drei "fuck" vor und er ist wahrscheinlich auch so ein Betthüpfer. Zumindest fragte der Freund mich "do you fuck on the first date?" und schaute aufmunternt zu Alastair, als ich sagte "sometimes". Später bei Theo meinte der allerdings noch, er würde keine Nummern von anderen annehmen, nur selbst seine geben, und vielleicht würde er den Tag danach tauschen wollen, wenn er keinen besseren finden würde. Sebastian fand das schon wieder unmöglich, aber mich hat das eher belustigt, es passte einfach so gut ins Bild.
Das Konzert mit den Franzosen war total schön. Die waren auch interessanter anzuschauen als die Engländer, irgendwie. Und schöne Musik.
Samstag hab ich wegen schlechten Wetters nachmittags mit David Sommersturm geguckt und ihm zwischendurch erklärt, was vor sich geht, weil er das Deutsche schlecht verstand. Der Film hat ihm gut gefallen. Abends gings dann zur Gala, nachdem ich nachmittags noch rumtelefoniert hatte, weil die DJane für den Saal unten sich krankgemeldet hatte. Martina bat mich, unseren DJ aus dem con3 zu fragen, hat dann aber, bevor der mit seinen Freunden klären konnte, ob er kann, schon einen von den Tiefenrausch-Leuten engagiert, der aber meiner Meinung nach nicht so gut war. Am Anfang kam Funk und Soul, das war okay, aber auf Dauer wär das wohl zu eintönig gewesen. Er hat dann auch Schlager und Pop einfließen lassen, aber schlecht gemixt, und teilweise hörte ich auch Klagen, dass es zu lahm war. Ich war die meiste Zeit oben, wo Minimal/Electro kam. Für Christian, Frank und mich toll, aber es war dort sehr leer, sehr viele riss das nicht vom Hocker.
Seit langem habe ich in der Lagerhalle auch mal wieder einen Bekannten getroffen, der vor einiger Zeit nach Kiel gezogen war und das Wochenende in der Heimat war. Wir haben uns nett unterhalten. Von Flo habe ich leider das ganze Wochenende garnichts gehört. Der Sound im Spitzboden wäre für ihn auch gut gewesen.
Heute habe ich David noch die Uni und den botanischen Garten gezeigt, dann gings in die Lagerhalle zum Café Rosé mit dem Sänger Renée, der wirklich gut war. Anfangs gab es Irritationen, weil Martina krank war (später aber trotzdem dazustieß) und einiges den anderen Mitarbeiten unklar war. Das führte dazu, dass sein Manager (der auch die Gaynights veranstaltet) bei mir anrief und sich etwas darüber beklagte. 5 Minuten vor Ende der Show sagte mir einer aus dem Team, dass ich just dafür auserkoren wurde, die Blumen zu überreichen. Naja, ich hoffe, dass ich keine allzu schlechte Figur dabei gemacht habe. Anschließend haben die Engländer noch das Mikrofon ergriffen, sich bei uns bedankt, Marvin musste noch was sagen, und dann ging es an den Aufbruch. Wenigstens bekam ich noch Küsse auf die Wangen von Alastair, aber die bekamen andere auch.
