Marcs Coming Out Tagebuch
   


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    Sonntag, 05. Februar 2006

    Tagebucheintrag vom 05. Februar 2006

    Gestern morgen waren Jens und ich im Dom zur Orgelführung des VKKO (Kirchenmusikerverband) mit dem Domorganisten. Das war sehr interessant und ich kann Jens recht geben, dass die Orgel zu gedämpft klingt durch die ganzen Kästen, die darum herum gebaut sind. Danach war noch Mitgliederversammlung, wo Jens als Nicht-Mitglied dann aber nicht mehr hinging. Als jüngster Teilnehmer wurde ich direkt zum Protokollführen verdonnert und als Beisitzer in den Vorstand gewählt. Interessant ist der Kassenführer, ein ca. 28jähriger Theologiestudent, der in Münster studiert, aber aus Nordhorn oder da in der Gegend kommt, wohl Priesteramtskandidat ist, und Jens und meiner Meinung nach (wir kamen unabhängig voneinander zu dem Schluss) wahrscheinlich auch schwul ist. Aber da das mit den katholischen Priestern ja so ein Problem ist und die nach den neuen Regeln drei Jahre vorher keine Szenekontakte haben dürfen, spreche ich ihn wohl lieber nicht drauf an.

    Abends kam Matthias zu mir und wir sind dann zu Maxs Geburtstag gegangen. Max hat Matthias wie wild abgeknutscht (ich hatte ihn immerhin vorgewarnt, dass sowas da passieren kann), aber er wollte das eigentlich nicht, hat sich jedoch auch nicht gewehrt. Er meinte nachher zu mir, er sei dann so überfahren, dass er erstmal mitmacht und es nicht schafft, da abzuwehren. Im Laufe des Abends habe ich wieder mehr Gefühle für Matthias entwickelt und konnte irgendwann nicht anders, als ihn in den Arm zu nehmen. Als wir uns verabschiedeten, habe ich ihn noch geküsst, was er aber nur flüchtig zuließ und dann mit "es reicht" abwehrte. Ich hätte ihn in dem Moment am liebsten direkt mit nach Hause ins Bett genommen. Heute geht es wieder etwas besser.

    Wie anscheinend fast üblich, wenn bestimmte Leute bei solchen Veranstaltungen aufeinandertreffen, gab es wieder so einige Beziehungsprobleme und ein paar Tränen.

    Einige sind dann noch in den Rosenhof gegangen, aber ich war zu müde und kaputt vom langen Stehen. Beine und Füßte taten mir weh. Dabei waren garnicht so viele bei Max wie erwartet, er hätte auch gut Sitzgelegenheiten aufstellen können.

    Nachtrag, am Abend: Es gab noch eine Sexanfrage, aber nachdem ich ein Bild sah, habe ich dann doch davon Abstand genommen. Ein anderer war ganz okay, aber das Bild habe ich schonmal gesehen. Auf die Frage, ob er mal unter anderem Namen aktiv war, hat er jedoch nicht geantwortet. Auf jeden Fall hat sich durch die neuen Bilder die Besucherzahl auf meinem Gayromeo-Profil verdoppelt.

    Danach habe ich den Film "Eating Out" gesehen. Wirklich schön gemacht, mit (in der ungeschnittenen Version) einigen attraktiven Szenen mit viel nacktem Fleisch :-) Die Story ist witzig: Eine Hete interessiert sich für eine Frau, geht zu ihr aber den Weg über ihren schwulen Mitbewohner, indem er sich als schwul ausgibt und ein Date vereinbart. Tatsächlich kommt er ihr dadurch näher, nun soll er aber sein Date mit seinem schwulen Freund verkuppeln. Das gibt wunderbare Verwicklungen bis zum "Coming Out" der Hete vor seinen Eltern, um den Schein zu wahren.

    Gerade schrieb mir ein Leser meines Tagebuchs, dass er den Eindruck habe, ich hätte ein falsches Suchraster und suchte nur die ganz süßen, die ich aber eh nicht kriegen würde. Ich solle aufpassen, dass ich nicht selbst durch mein Suchraster falle. Um es mal hier festzuhalten: Ich falle nicht durch mein eigenes Suchraster, ich finde die neuen Fotos echt schön und ansehnlich, sonst würde ich sie kaum ins Profil stellen, da ich damit ja doch eine ganze Menge von mir preisgebe. Und ich suche auch nicht nur die ganz süßen, sondern habe durchaus schon auf den ersten Blick unscheinbarere Jungs mögen gelernt. Und dass besonders gutaussehende erstmal den Blick und das Interesse auf sich ziehen, ist wohl kaum etwas ungewöhnliches ...

    Und um es mal mit der BZGA-Werbung zu sagen: Ich bin für alles offen, aber ganz bestimmt nicht für jeden!


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