Marcs Coming Out Tagebuch
   


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    Die folgenden Webseiten werden im Tagebuch erwähnt:

  • Mattenjahre - Ein Coming Out Tagebuch
  • Nickstories
  • GayStation
     
  • Gewinnerstorys des Herzrasen-Schreibwettbewerbs


  • Impressum




       

    Sonntag, 01. Januar 2006

    Tagebucheintrag vom 01. Januar 2006

    Gestern hab ich dann Jens und Marvin abgeholt und mich auf den Weg zum KCM gemacht. Flo fuhr mit zwei anderen mit. War anfangs noch leer, füllte sich aber später, und wurde ein schöner Abend.

    Heute Nachmittag erfuhr ich von Max, dass einer, der bei ihm mitgefeiert hatte, letzte Nacht mit dem Krankenwagen abgeholt wurde, wegen Blinddarm. Er hatte erst nach Mitternacht zunehmende Schmerzen bekommen. Er schrieb mir auch selbst eine SMS und bat um Besuch. Ich bin dann mit Jens und Marvin abends hingefahren, worüber er sich sehr gefreut hat. Er war aber schon wieder lebhaft wie immer. Einen ganz süßen Zimmergenossen hat er, der auch immer interessiert rübergrinste. Sicher auch nicht alltäglich, vier Schwuppen auf einem Haufen ;-)

    Matthias ist ganz überrascht, dass Max ihn zu seinem Geburtstag eingeladen hat, mit der Begründung, dass er bei mir ja auch eingeladen sei und die beiden ja auch schon nett gechattet hätten. Ich habe ihm erklärt, dass das so Maxs Art ist. Die beiden werden sich aber schon verstehen, da bin ich recht sicher. Ich freue mich schon sehr auf Matthias Besuch am Freitag, es hörte sich auch danach an, als ob das recht sicher klappen wird.

    Als ich heute Nachmittag am Fenster stand und einem jungen Mann, der ins Auto stieg, hinterherschaute, sah er plötzlich hoch und winkte mir, nach draußen zu kommen. Er ist wohl selbst kein Hausbewohner und kam mit dem Auto nicht vom Hof. Sein Kumpel sei schon weg. Ich habe ihm dann das Tor aufgeschlossen. Aber aus der Nähe betrachtet war das eindeutig eine Hete.


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    Montag, 02. Januar 2006

    Tagebucheintrag vom 02. Januar 2006

    Ich war heute nochmal mit Flo im Krankenhaus, Max und sein Freund kamen auch noch dazu. Der Bettnachbar ist hetero und hat eine Freundin in Hamburg, hat er herausgefunden. Sie haben nicht darüber gesprochen, aber ich denke mal, der dürfte über die Besuche doch herausgefunden haben, dass unser Stammtischfreund schwul ist. Vielleicht traut er sich nicht, ihn darauf anzusprechen. Im Krankenhaus begegnete uns ein süßer Sanitäter, den Max beim Vorbeigehen natürlich gleich wieder anflirtete.


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    Mittwoch, 04. Januar 2006

    Tagebucheintrag vom 04. Januar 2006

    Heute habe ich in der Firma unseren Steuerberater, gesehen, und horchte schon wegen der Stimme auf. Als er dann noch sagte, er "erscheine" diese Woche nicht mehr, dachte ich doch gleich an unseren Stammtisch und überlegte, ob er schwul sein könnte. Ein Kollege meinte, er habe ähnliches (auch nur wegen Klischees der Stimme halber) auch schonmal gedacht.

    Abends war noch Julian zum Lernen bei mir. Er sah wieder ziemlich gut aus :-)


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    Donnerstag, 05. Januar 2006

    Tagebucheintrag vom 05. Januar 2006

    Nachmittags chattete mich ein Kölner Student an, der momentan zuhause in Osnabrück ist und ein Sexdate suchte. Er meinte aber auch gleich, er könne ja auch mal beim Stammtisch vorbeischauen und interessierte sich auch dafür. Letztlich war er dann aber leider doch nicht da. Zu späterer Stunde ließ ich mich noch von Marvin massieren, und dann wurde es Mitternacht, mein Geburtstag begann, und Marvin nahm das zum Anlass, erst einmal eine ganze Zeit mit mir herumzuknutschen. Dann wurde reihum geknuddelt, anschließend war Aufbruchsstimmung. Ich habe mich dann aber wieder noch lange mit Ben im Auto unterhalten. Er hatte mir heute wieder solche "Glückstipps" geschickt, mit Tipps zum Aufbau einer Beziehung und welche Haltung man sich am besten antrainieren sollte. Letztlich muss man gegen seine Instinkte handeln, der noch aus alter Zeit stammen und heute nicht mehr passen. Es gibt Männer genug, muss man sich sagen, und man ist nicht von einem bestimmten abhängig. Dann kann man lockerer damit umgehen und alles fällt viel leichter. Ben meinte noch ergänzend, ich soll mir einfach vorstellen, ich hätte alles was ich mir wünsche, wie ich mich dann fühle, und dieses Gefühl konservieren und ausstrahlen, das ziehe die potentiellen Partner an.


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    Freitag, 06. Januar 2006

    Tagebucheintrag vom 06. Januar 2006

    Ich hatte Marvin, Flo, Max+Freund, Jens, Frank und Matthias zum Geburtstag eingeladen, und es waren auch alle da, obwohl ich bei Matthias nicht ganz sicher war, ob er kommen würde. Sorgen habe ich etwas, ob er nicht von der ganzen Situation überfordert war, in diese Runde hineinzukommen. Aber eigentlich schien es ihm wohl zu gefallen. Marvin meinte gerade noch, dass ich es ruhiger angehen lassen solle und es beim Abschied zu deutlich geworden sei, dass ich Matthias auch gern noch länger dagehabt hätte. Er kennt Sommersturm noch nicht und ich hatte eigentlich vor, ihn mal darauf einzuladen, aber Marvin hat schon recht, da muss ich langsamer vorgehen. Ich versuche erst einmal nicht besonders an ihn zu denken und es locker laufen zu lassen. Die Tage kann ich ihn ja mal fragen, ob man mal wieder was trinken gehen will, sonst werde ich erstmal noch nichts ansprechen - und auch damit werde ich noch ein paar Tage warten. Fast tut mir meine SMS schon wieder leid, die ich ihm gerade noch geschrieben hatte, zumal sie noch unbeantwortet ist. Allerdings ist sie im Prinzip harmlos, ich habe nur gefragt, ob es ihm gefallen und und dass ich hoffe, es habe ihn nicht überfordert. Dann liebe Grüße und eine gute Nacht gewünscht.


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    Samstag, 07. Januar 2006

    Tagebucheintrag vom 07. Januar 2006

    Matthias hat morgens geantwortet, es habe ihm schonmal gut gefallen, aber er müsse es sich nochmal durch den Kopf gehen lassen. Marvin meinte, er habe ihm geschrieben, dass es gewöhnungsbedürftig aber ausbaufähig gewesen sei. Na also, es wird schon werden.

    Gestern hatte mich ein Karlsruher angechattet, der mein Tagebuch las. Ich habe mich heute weiter mit ihm unterhalten, er hat einiges über die Personen und Orte in den Mattenjahren herausgefunden. Es spielt in Aalen und er weiß sogar Tims Gayromeo-Profil, das er mir aber noch nicht genannt hat. Na da bin ich ja nochmal gespannt. Aalen hatte ich auch schonmal in Betracht gezogen, da es von der Anfahrtsbeschreibung am Beginn der Mattenjahre her passt und es dort eine Kochertalstraße gibt, sowie einen Bahnhof und Marktplatz. In Tims Profil soll man auch den Heiko aus Köln ausmachen können. Das wird äußerst interessant. Ich hatte bislang keinen Erfolg (habe aber auch nicht lange gesucht, weil Berlin aussichtslos erschien) das Profil zu finden.

    Im Rosenhof bin ich abends kaum zum Tanzen gekommen, sondern habe tausend Leute getroffen. Jörg war sogar da, er war mit Frank bei der RFO-Tanzparty gewesen.


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    Sonntag, 08. Januar 2006

    Tagebucheintrag vom 08. Januar 2006

    Matthias schrieb mich heute von selbst an (ich hätte ihn noch in Ruhe gelassen) und erzählte von seiner Verabschiedung von den Kollegen gesteern. Montag fängt er in Bramsche an. Ich habe dann noch gefragt, ob er den Freitag schon verdaut hat, da meinte er, er sei noch dabei.

    Max hat mir einen Porno (Schulzeit-Erinnerungen) zum Kopieren gegeben, ich habe mal reingeschaut, aber so toll gemacht finde ich ihn nicht. Und naja, ansonsten ist es eh immer das selbe (und das sage ich, wo ich erst zwei schwule Pornos kenne ... nein, drei).


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    Montag, 09. Januar 2006

    Tagebucheintrag vom 09. Januar 2006

    Nun hab ich auch die Profile von Tim und Heiko aus Mattenjahre, sie haben auch Mitch verlinkt, der die Webseite betreut. Tim und Heiko sehen auf den Fotos (soweit erkennbar) wirklich süß aus.

    Marvin überraschte mich heute mit der Aussage, dass er immer noch nicht darüber hinweg sei, wie gut ich küssen würde. Und das war Donnerstag am Stammtisch! Seine Frage, wie ich ihn fände, konnte ich ihm leider nicht beantworten, weil mir die Erfahrung fehlt, um das beurteilen zu können. Ich brauche ohnehin länger, um mich fallen zu lassen und es genießen zu können, am Anfang ist es eher anstrengend und nicht direkt "schön", wenn auch nicht schlecht.

    Noch eine weitere Überraschung kam dann auf mich zu: Während sich mein Chat mit Matthias in Richtung Sex entwickelte, schrieb er mir, dass er bei Freunden da vorsichtig sei, und nicht die Freundschaft zerstören wolle. Bei mir wüsste er noch nicht, was ich ihm wert sein könnte. Auf meinen flapsigen Kommentar, dass ich also aufpasen müsste, dass ich nicht sein Freund werde, wenn ich mit ihm ins Bett wolle, schrieb er zurück:

    "ich brauch da auch eine weile! irgendwo will ich mir da auch sicher sein, ob da auch mehr vorhanden sein kann! symphatisch bist du mir! inwieweit das reicht? abwarten!"

    Und dann ging er noch von sich aus auf mein Angebot, zusammen Sommersturm zu schauen, ein, und wollte das tun (mit mir alleine). Ich habe ihm geschrieben, dass wir das demnächst gern mal machen können, und dass wir beim Thema Einschätzung des Anderen wohl auf dem selben Stand seien. Ich würde zwar nicht lange brauchen, aber wir würden uns doch noch nicht lange genug kennen.

    Mit diesen interessanten Aussichten gings dann ans Queer as Folk schauen. Die Synchronisation war erst gewöhnungsbedürftig, ist aber okay. Justin hat eine nette Stimme, und ist ja eh schon so süß, da kommt man direkt wieder total ins Schwärmen!

    Als ich Ben von der Sache mit Matthias erzählte, meinte er, dass das an meiner Haltung liegen dürfte, erstmal nichts von ihm zu erwarten und das Schwärmen bleibenzulassen. Auch wenn wir nicht darüber geredet haben, würden solche Gedanken auf andere Arten zu ihm gelangen, und entsprechend der Glücktipps, die Ben mir weitergeleitet hatte, bewirkt die Unsicherheit was ich von ihm wollen könnte (oder auch nicht) dann im Gegenzug bei ihm ein "Habenwollen". Könnte er sich hingegen zu sicher sein, dass ich ihn will, würde das wiederum abtörnen.

    Mir wird gerade klar, wie gefährlich bestimmte Gedanken sein können. Nicht nur dass man sich selbst mit negativen Gedanken und Erwartungen einengt und vorbestimmt, man kann es auch bei anderen durch unbedachte Gedanken und Äußerungen tun. Ich war drauf und dran, Matthias zu schreiben, dass ich mich zwar schnell verliebe, aber noch nicht weiss, ob es dann auch hält, weil immer der andere dann kein Interesse hatte in der Vergangenheit. Glücklicherweise fand ich, dass das blöd klinge, und habe es wieder gelöscht. Was für einen Floh hätte ich ihm damit für uns beide unbewusst ins Ohr bzw. Gehirn gesetzt! Er hätte möglicherweise unterbewusst darauf hingearbeitet, es scheitern zu lassen, um meine Erwartung zu bestätigen.


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    Dienstag, 10. Januar 2006

    Tagebucheintrag vom 10. Januar 2006

    Heute abend stand zuerst ein Treffen mit Mircooh von gaypeople.de und anschließend mit dem ganzen Gay in May Team an. Mircooh war sehr nett und kooperationsbereit und er bot uns interessante Dinge an. So werden wir nun dieses Jahr eine Kooperation und finanzielle Vorteile hinbekommen, statt wieder wie im vergangenen Jahr auf Konfrontation zu gehen und Besucherverluste wegen der Parallelität zur Gaynight zu verzeichnen.


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    Donnerstag, 12. Januar 2006

    Tagebucheintrag vom 12. Januar 2006

    Gestern im Chat schrieb mir Matthias, als es um seine neue Arbeitsstelle ging: "jetzt bräuchte ich wieder so ein bisschen halt ,in arm oder so. einfach mal fallen lassen." Ich bot ihm direkt an, dass er den von mir bekommen könnte, und er ging dann auch direkt auf mein Angebot ein, dass er ja eben vorbeikommen könnte. Marvin schrieb ich davon, der meinte gleich "kein Sex, außer es geht von ihm aus". Hatte ich aber eh nicht vor. Ich wollte vor allem für Matthias da sein, ihm jemanden zum Ausweinen und zum Anlehnen bieten.

    Die Situation gab mir dann auch jetzt die Möglichkeit, ihn in die Arme zu nehmen und beim Reden den Arm um ihn zu legen. Später haben wir dann am Tisch weitergeredet, er auf dem Stuhl, ich im Sessel. Ich räkelte mich etwas und er legte seine Füße hoch, zwischen meine Beine. Teilweise kitzelte er mit seinen Zehen an meinen Beinen, schon fast im Schritt herum. Als ich ihn belustigt darauf hinwies, dass mich das ja schon bald wuschig mache, sog er sie erst zurück, aber nach ein paar Minuten nahm er erst meine Hand und beugte sich dann herüber und küsste mich. Ich kam zu ihm mit auf den Stuhl (umgekehrt auf seinen Schoß) und wir knutschten erst einmal eine Weile herum und gingen uns auch schon unters Shirt. Dann musste ich auf Toilette und meinte dabei auch so, dass wir besser nicht weitergehen sollten und uns dafür Zeit lassen sollten. Das bestätigte er, und machte sich dann auch langsam auf den Weg (war über dem ganzen Reden fast 2 Uhr Nachts geworden). Zum Abschied gab es noch einen langen Kuss, der mit jetzt viel schöner vorkam. Ich brauche immer eine gewisse Zeit, um mich fallen lassen zu können, außerdem war die Position im Stehen angenehmer für mich als auf dem Stuhl, und ich musste nun keine Gedanken mehr daran verschwenden, ob ich mit ihm schon ins Bett wollte oder nicht.

    Ich halte meine Gefühle aber noch im Zaum. Zwar habe ich es in Bauch und Brust ganz gut gespürt, als er bei mir war, aber ich hatte hinterher nicht das Gefühl, nun eine Möglichkeit auf Sex verpasst zu haben. Ich kann mich erstaunlich gut mit dem Gedanken anfreunden, mir dabei Zeit zu lassen und nichts zu überstürzen. Wahrscheinlich unterdrücke ich meine Gefühle, um eventuelle Enttäuschungen oder Kummer wegen des erforderlichen Wartens zu vermeiden. Das gelingt auch ganz gut, weil es Kleinigkeiten gibt, die mich an ihm stören, und auf die ich mich statt der positiven Dinge konzentrieren kann.

    Heute war ich auch froh, dass ich mich gestern so zurückhaltend verhalten habe, da Matthias mir schrieb: "bin jetzt wieder so bisschen durch den wind. kann jetzt keinen vernünftigen gedanken fassen. ich brauch wieder ein bisschen zeit. die ganze umstellung schmeisst mich doch so ein bisschen aus der bahn. dann gestern abend mit dir das küssen, war doch überwältigt. in der firma muss ich mich einleben. das ist doch wohl alle zuviel für mich."

    Wenn ihn schon das Küssen so überwältigt hat, war es gut, dass wir nicht weiter gegangen sind. Ich habe ihm geantwortet, dass er sich die Zeit nehmen soll, die er braucht, dass ich aber auch für ihn da bin, wenn er wieder jemanden zum Reden, Kuscheln oder was auch immer braucht. Ben meint, wenn er sowas schreibt, dann sei er sicher total verknallt in mich, wolle das aber noch nicht so recht zulassen.

    Mit Jens habe ich die Party im Con3 weitergeplant. Wir wollen den Stammtisch nächsten Donnerstag dorthin verlegen und uns das genauer anschauen. Mal sehen, ob er DJ dann auch Zeit hat, das wär perfekt. Ich verfasse mit Jens schonmal einen Text, den ich dann an Hinnerk und Exit schicken kann. Flyer können wir in Kooperation mit dem Con3 gestalten, die haben dann eigene Werbung auf der Rückseite. Von den Kosten sind die uns sehr entgegen gekommen und verzichten auf die meisten Mietgebühren.


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    Freitag, 13. Januar 2006

    Tagebucheintrag vom 13. Januar 2006

    Nachdem ich zwei Klausuren überstanden hatte, bin ich heute mit der Bahn nach Münster zum Firmen-Neujahrsessen gefahren. Für die Fahrt hatte ich mir Luis Algorri, Du hörst von mir, eingepackt, was ich zu Weihnachten geschenkt bekommen hatte. Die Hälfte habe ich auf Hin- und Rückfahrt schon durch, gefällt mir sehr gut bislang. Die schüchterne Annäherung an den Bruder der Freundin, sehr süß geschrieben.

    Während des Firmenessens hatte ich guten Ausblick auf einen Tisch mit drei Jungs. Das war schon nett.


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    Samstag, 14. Januar 2006

    Tagebucheintrag vom 14. Januar 2006

    Man sollte sich wirklich überlegen, in einer Vollmondnacht wie heute zuhause zu bleiben. Was ging da alles wieder ab im KCM. Ich war mit ein paar Leuten da, die dann nachher erstmal ihre Beziehungskisten klären mussten und teilweise jemanden neu kennengelernt hatten. Jens und ich waren zum Schluss einigermaßen genervt, weil wir da noch auf eine Klärung warten mussten, bis wir nach Hause fahren konnten. Da war auch ein süßer, der Jens und mir hinterherschaute. Uns gelang nicht, herauszufinden, ob er sich für einen entscheiden möge. Bis dann jemand sagte, dass das ne Hete ist, der heute zum ersten Mal Kontakt mit Schwulen hatte und ausloten wollte, ob man sich auch normal unterhalten könne oder ob Schwule nur flirten und Spaß haben wollten. Schade, der gefiel mir wohl.


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    Sonntag, 15. Januar 2006

    Tagebucheintrag vom 15. Januar 2006

    Abends hat sich dann Matthias auch wieder gemeldet. Im Chat fallen doch recht viele Andeutungen, auch in die Richtung, ob sich bei uns mehr entwickeln könnte. Er hat sich glaube ich darüber gefreut, dass ich eine Beziehung generell für möglich halte, aber er sagte immer wieder, dass wir es langsam angehen lassen sollten.

    Bei ihm war die Tage ein Heterokumpel zu Besuch, der ihn fragte, wie er denn andere Schwule kennenlernte und dann an meinem Gayromeoprofil sehr interessiert war und mich wohl gutaussehend fand. Wir haben dann darüber diskutiert, ob er vielleicht noch im inneren Coming Out steckt und dass er, wenn er es für sich noch nicht so recht klar hat, wohl auch noch nicht mit Matthias drüber sprechen wird, sondern vielleicht erstmal einfach Informationen und Eindrücke sammelt. Ich meinte dann noch so scherzhaft, dass er ja vielleicht auch mich einfach Matthias schmackhaft machen wollte.

    Der schrieb mir übrigens auch noch, genauso wie Marvin, dass ich gut küssen würde. Als ich meinte, dass ich kaum Erfahrung hätte, meinte er, da sei schon etwas Leidenschaft dabei gewesen, das würd man merken, dass es nicht einfach nur so war. Als nächstes wollen wir Sommersturm gucken und dann mal weitersehen.


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    Dienstag, 17. Januar 2006

    Tagebucheintrag vom 17. Januar 2006

    Gestern meinte Matthias, wenn wir jetzt Sommersturm gucken würden, könne er für nichts garantieren, er sei total geil. Ich habe dann etwas abgewehrt, wir wollten ja nichts überstürzen. Er schrieb dann aber auch noch, dass er sich mit mir nichts verderben wolle. Wir haben uns zum Filmgucken auf Sonntag geeinigt, und ich habe schon angedeutet, dass nach dem Film so einiges möglich sei. Ich wolle mir da jetzt vorher keine Gedanken drüber machen, was ich dann vielleicht will oder auch nicht. Daraufhin verabschiedete er sich dann recht schnell und wollte noch Fernsehen schauen und schlafen gehen.

    Heute Nachmittag habe ich mit Julian Prozessmesstechnik gelernt. Er meint, sein Schwanz sei 21 cm lang oder so. Das würd ich ja gern mal nachmessen ;-)

    Danach war Rosa Monitor, Thema Coming Out. Ich habe meine Geschichte vorgelesen. Ss waren hauptsächlich ein paar Leute vom Stammtisch da. Einziger mir unbekannter war der neue Praktikant der Aidshilfe. Danach gabs noch einen Kurzfilm "Trevor".


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    Donnerstag, 19. Januar 2006

    Tagebucheintrag vom 19. Januar 2006

    Gestern wieder den ganzen Tag mit Julian gelernt. Das ist angenehm und zwingt gleichzeitig dazu, auch was zu tun, das ist schon praktisch. Heute abend war der Stammtisch im Con3, um uns die Location anzuschauen. Christian, der von mir engagierte DJ, war auch dabei. Meiky und sein kennen ihn schon, er hatte bei einer Party aufgelegt, bei der die im Freundeskreis waren.

    Heute in der FH, nach der Steuerungstechnik-Klausur, hätte ich den E-Techniker ansprechen können, bei dem ich immer schonmal den Eindruck von Blickkontakt hatte. Er lief durch die Eingangshalle, und ich auch, aber ich bin nicht auf ihn zugegangen. Ich hätte ihn ja leicht fragen können, wie er die Klausur fand. Aber ich war mir nicht sicher, ob ich das will, konnte mich nicht aufraffen. Dabei hatte ich, als er während der Klausur eine Frage stellte, seine Stimme als recht weich und durchaus für schwul durchgehend empfunden. Es könnte bei ihm wirklich sein.


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    Freitag, 20. Januar 2006

    Tagebucheintrag vom 20. Januar 2005

    Wieder den ganzen Tag mit Julian gelernt und abends noch ein wenig selbst. Mittags war ich mit Ulf in der Mensa gewesen und bin natürlich direkt wieder anderen schwulen Studenten über den Weg gelaufen, wie sollte es dort anders sein.

    Abends meldete sich noch Matthias. Ihm geht es wieder schlecht wegen der Arbeit, er fühlt sich dort nicht wohl und geht momentan sehr ungern hin. Er fühlt sich allein gelassen, auch wenn er eigentlich weiß, dass es nicht so ist. Wir freuen uns aber beide auf den Filmabend am Sonntag.


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    Samstag, 21. Januar 2006

    Tagebucheintrag vom 21. Januar 2006

    Die Gaynight war ziemlich gut, ich bin aber nicht lange dageblieben, da bei mir anscheinend wieder eine Erkältung naht und ich mich lieber ausruhen möchte. Außerdem muss ich morgen früh raus. Ein Bekannter hat mir erzählt, dass er bei seiner Wohnungssuche auch eine Wohnung hier im Haus, ein Stockwerk über mir, jedoch zur Straße hin, angeboten bekommen hatte. Allerdings ist sie ihm wohl zu teuer und er kann auch erst zum 1.4. einziehen, weshalb wohl andere Interessenten bevorzugt würden. Er und jemand anders kennen auch noch weitere Leute hier in der Nähe, teilweise schräg gegenüber. Echt warme Wohngegend hier!


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    Sonntag, 22. Januar 2006

    Tagebucheintrag vom 22. Januar 2006

    Na das lief ja wieder toll. Lässt mich Matthias hier mit meinen gerade aufflammenden Gefühlen alleine. Der Film "Sommersturm" hatte uns so richtig in Kuschellaune gebracht.

    Irgendwann fing Matthias aber an zu grübeln und meinte, dass ihm gerade alles wieder hochkomme, die Arbeit, das hier gerade ... Er wollte dann auch kurz darauf nach Hause. Vorher haben wir noch darüber gesprochen. Er ist ins Grübeln gekommen, ob er das überhaupt alles schafft, ungeoutet zuhause, was auch nur Probleme bei einer Beziehung bringt. Aber andererseits wollte er ja eine Beziehung suchen, ich finde da kommen diese Gedanken etwas spät. Er will erstmal eine Nacht drüber schlafen und sich nochmal alles durch den Kopf gehen lassen.

    Als er weg war, brannte meine Brust und ich spürte noch seine Lippen. Langsam wird es etwas besser, aber ich spüre es noch im Brustbereich. Ich hoffe, dass es ihm ähnlich geht und sich die Sehnsucht nach Nähe gegenüber seinen Bedenken durchsetzt.


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    Montag, 23. Januar 2006

    Tagebucheintrag vom 23. Januar 2006

    Matthias schrieb heute abend:

    "ich stehe vor einer situation und weiss nicht wie ich sie bewältigen soll. ich fühl mich irgendwie eingeschnürt, gebremst. kurz gesagt ich grübele zuviel! ich stehe unter zugzwang zu handeln.

    mein leben eine neue richtung geben. aus angst ,schiebe ich diese entscheidung vor mir her. lange kann ich dies nicht mehr tun. schliesslich bin ich 25 und eigentlich alt genug um dies alles in die hand zu nehmen.

    wenn ich das mit weiter ausbaue, kann ich noch nicht oft bei dir sein. da das sonst auffallen würde.

    ich weiss nicht, wie ich dir das alles schreiben soll. es hat einiges durcheinander gewirbelt. es ist einfach mehr da. das ist schon mehr als freundschaft gestern abend gewesen."

    Zuvor hatte ich ihm geschrieben, wie ich empfunden hatte, und dass ich auch als ich jetzt mit ihm chattete wieder etwas in der Brust verspürte. Dass man sich nie sicher sein könne, ob jemand zu einem passt und ob das wirklich was werden kann. Dass ich mir da auch nicht sicher sei. Dass ich aber auf jeden Fall das gestern gerne wiederholen und fortsetzen wolle.

    Anschließend meinte ich dann noch, dass das mit seinem Elternhaus kein Hindernis, höchstens ein Problem darstellen würde, was man halt in Ruhe besprechen und planen müsste. Dazu hat er aber nichts mehr gesagt weil dann Queer as Folk anfing und er danach ins Bett wollte.

    Ich gehe wegen seiner Formulierungen über gestern abend aber stark davon aus, dass er die Probleme irgendwie angehen und sich nicht deswegen von mir abwenden wird. Er hat Recht, da war mehr als Freundschaft.


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    Mittwoch, 25. Januar 2006

    Tagebucheintrag vom 25. Januar 2006

    So, heute der letzte Lern-Tag, morgen früh die letzte Klausur (Regelungstechnik). Abends habe ich einen neuen Gayromeo-User angechattet, der International Business Management (oder so ähnlich) an der FH studiert und schwule Kommilitonen, die ich auch kenne, vom Sehen her kennt. Wir haben sehr nett gechattet. Er kommt aus Münster und ist auch ein Fan von Queer as Folk. Bei den BWLern ist echt alles voll von Schwulen, er ist schon der Dritte den ich kenne, und es gibt da noch mehr. Vom Stammtisch war er noch nicht so ganz zu überzeugen, er scheint die Szene eher zu meiden.


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    Donnerstag, 26. Januar 2006

    Tagebucheintrag vom 26. Januar 2006

    Die Klausur ist ganz gut überstanden. Abends beim Stammtisch wollten die meisten recht früh weg, Marvin spielte noch mit jemandem Billard, da war ich irgendwie das dritte Rad am Wagen und ging dann auch. Draußen traf ich gerade Ben, und wir entschieden uns, noch ins Porto Fino zu gehen. Leider scheint das zugemacht zu haben (kann ja fast nur an der mangelnden Bedienung gelegen haben), so gingen wir ins Polly Esters. Auch nicht übel dort, nur stören die Lampen an der Wand, wenn man da genau gegen guckt.

    Die neueste Entwicklung bei Matthias ist, dass ich ihn bat, dass wir uns mal treffen und in Ruhe über das ganze Thema reden. Daraufhin hat er mir ein wenig was von seinem Durcheinander im Kopf geschrieben, und dass es ihm fehlt, dass er mit Kollegen jetzt nicht mehr darüber sprechen kann. So hat er es verdrängt und will erst am Wochenende darüber nachdenken, wenn er die Zeit dafür hat. Wir sind aber übereingekommen, es bis Maxs Geburtstag in einer Woche zumindest einigermaßen zu klären, so dass wir mit sicherlich kommenden Fragen umgehen können, wenn wir zusammen dort hingehen. Je nachdem, wie es dann wird, habe ich auch vor, ihn einzuladen, nach Maxs Geburstag bei mir zu übernachten. Wegen seiner Kollegen schrieb er übrigens auch noch, dass er seit dem Arbeitsstellenwechsel den Mut verloren hat, etwas neues anzufangen. Vorher hat er das noch anders gesehen. Hätte er nicht gewechselt, wäre das ganze vielleicht leichter jetzt. Andererseits sind wir uns ja auch darüber näher gekommen, dass ich für ihn da war, als er dort unzufrieden war und jemanden zum Anlehnen brauchte.


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    Freitag, 27. Januar 2006

    Tagebucheintrag vom 27. Januar 2006

    Bei Wer Wird Millionär war heute ein 26jähriger Kandidat aus Halle/Saale, der ganz bestimmt schwul ist. Und er war echt süß. Muss ich Montag unbedingt wieder reinschauen, da ist er nochmal dort. Ich musste die ganze Zeit grinsen, weil seine Gesichtszüge so witzig tuntig waren, und dazu seine sanfte Stimme. Er erinnerte mich etwas an die Tucke aus Sommersturm ("Mir schmeckt der Salat nicht mehr" / "Und Du hast keine weibliche Seite, oder was").


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    Samstag, 28. Januar 2006

    Tagebucheintrag vom 28. Januar 2006

    Den Abend habe ich bei meinen Eltern verbracht, und gerade endlich mal wieder das Tagebuch aktualisiert, allerdings nur bis zum ersten Date mit matthias und ein wenig darüber hinaus, aber noch nicht bis zum Geburtstag, weil ich da erst seine Zustimmung haben müsste. Schließlich schreibe ich da, dass ihn das erst überforderte etc., das ist schon recht persönlich. Damit möchte ich ihn aber jetzt nicht belasten, erstmal müssen wir die Situation klären, bevor ich daran gehen kann, etwas über ihn zu schreiben.


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    Sonntag, 29. Januar 2006

    Tagebucheintrag vom 29. Januar 2006

    Matthias meldete sich von selbst, will zwar nicht morgen mit ins Kino in "Wie im Himmel", weil er nachmittags kein Auto hat, aber will abends vorbeikommen, damit wir über unsere Situation reden. Was mich da erwarten wird, weiß ich auch nicht. Der Chat war teilweise etwas komisch, teilweise aber auch ganz normal. Ich kanns nicht abschätzen.

    Ben hat mir noch ein paar Glückstipps weitergeleitet. Einer passte wieder wie die Faust aufs Auge: Man solle vor der Sorge über Probleme auf der Arbeit nicht die Liebe vergessen und ins Hintertreffen geraten lassen, was leicht passiere.


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    Montag, 30. Januar 2006

    Tagebucheintrag vom 30. Januar 2006

    Vor der Mensa traf ich zwei schwule Bekannte mit ein paar Freundinnen, wir haben uns aber nur im Vorbeigehen gegrüßt.

    Abends kam dann Matthias zu mir. Ich hatte es fast schon erwartet, es überraschte mich zumindest nicht und erleichterte mich fast sogar etwas, dass er meinte, er sei zu dem Schluss gekommen, er sei momentan nicht bereit für eine Beziehung, es fehle ihm der Rückhalt bei der Arbeit und allgemein und er müsse erstmal wieder rausgehen, gewohnte Tätigkeiten ausbauen und sich einen festen Standpunkt suchen. In ein paar Monaten könnte das viel besser aussehen, aber er erwartet natürlich nicht von mir, dass ich auf ihn warte. Die ganz großen Gefühle sind wohl auch bei uns beiden nicht da. Er meint, er hat sich auch ein wenig geärgert, dass er vielleicht zu schnell vorgegangen ist.

    Bei gayromeo habe ich erstmal wieder das Sexdate mit reingesetzt und den Onlinestatus auf "Date" geändert. Über die Klausuren und wegen der Sache mit Matthias hatte ich das zwischendurch wieder rausgenommen gehabt.


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    Januar
    Mo Di Mi Do Fr Sa So
               
             


    2006
    Monate
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    Tagebuch-Einleitung

    Vorgeschichte (Frühjahr 2001 bis August 2004)



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