Tagebucheintrag vom 01. Januar 2006
Gestern hab ich dann Jens und Marvin abgeholt und mich auf den Weg zum KCM
gemacht. Flo fuhr mit zwei anderen mit. War anfangs noch leer, füllte sich
aber später, und wurde ein schöner Abend.
Heute Nachmittag erfuhr ich von Max, dass einer, der bei ihm mitgefeiert
hatte, letzte Nacht mit dem Krankenwagen abgeholt wurde, wegen Blinddarm.
Er hatte erst nach Mitternacht zunehmende Schmerzen bekommen. Er schrieb
mir auch selbst eine SMS und bat um Besuch. Ich bin dann mit Jens und Marvin
abends hingefahren, worüber er sich sehr gefreut hat. Er war aber schon wieder
lebhaft wie immer. Einen ganz süßen Zimmergenossen hat er, der auch
immer interessiert rübergrinste. Sicher auch nicht alltäglich, vier
Schwuppen auf einem Haufen ;-)
Matthias ist ganz überrascht, dass Max ihn zu seinem Geburtstag eingeladen
hat, mit der Begründung, dass er bei mir ja auch eingeladen sei und die
beiden ja auch schon nett gechattet hätten. Ich habe ihm erklärt, dass das
so Maxs Art ist. Die beiden werden sich aber schon verstehen, da bin
ich recht sicher. Ich freue mich schon sehr auf Matthias Besuch am Freitag,
es hörte sich auch danach an, als ob das recht sicher klappen wird.
Als ich heute Nachmittag am Fenster stand und einem jungen Mann, der ins
Auto stieg, hinterherschaute, sah er plötzlich hoch und winkte mir,
nach draußen zu kommen. Er ist wohl selbst kein Hausbewohner und kam
mit dem Auto nicht vom Hof. Sein Kumpel sei schon weg. Ich habe ihm
dann das Tor aufgeschlossen. Aber aus der Nähe betrachtet war das eindeutig
eine Hete.
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Tagebucheintrag vom 02. Januar 2006
Ich war heute nochmal mit Flo im Krankenhaus, Max und sein Freund kamen
auch noch dazu.
Der Bettnachbar ist hetero und hat eine Freundin in Hamburg, hat
er herausgefunden. Sie haben nicht darüber gesprochen, aber ich denke
mal, der dürfte über die Besuche doch herausgefunden haben, dass unser
Stammtischfreund schwul ist. Vielleicht traut er sich nicht, ihn darauf
anzusprechen.
Im Krankenhaus begegnete uns ein süßer Sanitäter, den Max beim
Vorbeigehen natürlich gleich wieder anflirtete.
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Tagebucheintrag vom 04. Januar 2006
Heute habe ich in der Firma unseren Steuerberater, gesehen,
und horchte schon wegen der Stimme auf. Als er dann noch sagte, er
"erscheine" diese Woche nicht mehr, dachte ich doch gleich an unseren
Stammtisch und überlegte, ob er schwul sein könnte. Ein Kollege meinte,
er habe ähnliches (auch nur wegen Klischees der Stimme halber) auch
schonmal gedacht.
Abends war noch Julian zum Lernen bei mir. Er sah wieder ziemlich gut
aus :-)
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Tagebucheintrag vom 05. Januar 2006
Nachmittags chattete mich ein Kölner Student an, der momentan zuhause
in Osnabrück ist und ein Sexdate suchte. Er meinte aber auch gleich,
er könne ja auch mal beim Stammtisch vorbeischauen und interessierte
sich auch dafür. Letztlich war er dann aber leider doch nicht da.
Zu späterer Stunde ließ ich mich noch von Marvin massieren, und dann
wurde es Mitternacht, mein Geburtstag begann, und Marvin nahm das zum
Anlass, erst einmal eine ganze Zeit mit mir herumzuknutschen. Dann
wurde reihum geknuddelt, anschließend war Aufbruchsstimmung. Ich habe
mich dann aber wieder noch lange mit Ben im Auto unterhalten. Er hatte
mir heute wieder solche "Glückstipps" geschickt, mit Tipps zum Aufbau
einer Beziehung und welche Haltung man sich am besten antrainieren sollte.
Letztlich muss man gegen seine Instinkte handeln, der noch aus alter
Zeit stammen und heute nicht mehr passen. Es gibt Männer genug, muss
man sich sagen, und man ist nicht von einem bestimmten abhängig. Dann
kann man lockerer damit umgehen und alles fällt viel leichter. Ben
meinte noch ergänzend, ich soll mir einfach vorstellen, ich hätte alles
was ich mir wünsche, wie ich mich dann fühle, und dieses Gefühl konservieren
und ausstrahlen, das ziehe die potentiellen Partner an.
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Tagebucheintrag vom 06. Januar 2006
Ich hatte Marvin, Flo, Max+Freund, Jens, Frank und Matthias zum Geburtstag
eingeladen, und es waren auch alle da, obwohl ich bei Matthias nicht ganz sicher
war, ob er kommen würde. Sorgen habe ich etwas, ob er nicht von der
ganzen Situation überfordert war, in diese Runde hineinzukommen. Aber
eigentlich schien es ihm wohl zu gefallen. Marvin meinte gerade noch, dass
ich es ruhiger angehen lassen solle und es beim Abschied zu deutlich geworden
sei, dass ich Matthias auch gern noch länger dagehabt hätte. Er kennt Sommersturm
noch nicht und ich hatte eigentlich vor, ihn mal darauf einzuladen, aber
Marvin hat schon recht, da muss ich langsamer vorgehen. Ich versuche erst
einmal nicht besonders an ihn zu denken und es locker laufen zu lassen.
Die Tage kann ich ihn ja mal fragen, ob man mal wieder was trinken gehen
will, sonst werde ich erstmal noch nichts ansprechen - und auch damit werde
ich noch ein paar Tage warten. Fast tut mir meine SMS schon wieder
leid, die ich ihm gerade noch geschrieben hatte, zumal sie noch unbeantwortet
ist. Allerdings ist sie im Prinzip harmlos, ich habe nur gefragt, ob es ihm
gefallen und und dass ich hoffe, es habe ihn nicht überfordert. Dann liebe
Grüße und eine gute Nacht gewünscht.
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Tagebucheintrag vom 07. Januar 2006
Matthias hat morgens geantwortet, es habe ihm schonmal gut gefallen, aber er
müsse es sich nochmal durch den Kopf gehen lassen. Marvin meinte, er habe
ihm geschrieben, dass es gewöhnungsbedürftig aber ausbaufähig gewesen sei.
Na also, es wird schon werden.
Gestern hatte mich ein Karlsruher angechattet, der mein Tagebuch las.
Ich habe mich heute weiter mit ihm unterhalten, er hat einiges über die
Personen und Orte in den Mattenjahren herausgefunden. Es spielt in Aalen
und er weiß sogar Tims Gayromeo-Profil, das er mir aber noch nicht genannt
hat. Na da bin ich ja nochmal gespannt. Aalen hatte ich auch schonmal
in Betracht gezogen, da es von der Anfahrtsbeschreibung am Beginn der
Mattenjahre her passt und es dort eine Kochertalstraße gibt, sowie einen
Bahnhof und Marktplatz. In Tims Profil soll man auch den Heiko aus Köln
ausmachen können. Das wird äußerst interessant. Ich hatte bislang keinen
Erfolg (habe aber auch nicht lange gesucht, weil Berlin aussichtslos erschien)
das Profil zu finden.
Im Rosenhof bin ich abends kaum zum Tanzen gekommen, sondern habe tausend
Leute getroffen. Jörg war sogar da, er war mit Frank bei der RFO-Tanzparty
gewesen.
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Tagebucheintrag vom 08. Januar 2006
Matthias schrieb mich heute von selbst an (ich hätte ihn noch in Ruhe gelassen)
und erzählte von seiner Verabschiedung von den Kollegen gesteern. Montag
fängt er in Bramsche an. Ich habe dann noch gefragt, ob er den Freitag
schon verdaut hat, da meinte er, er sei noch dabei.
Max hat mir einen Porno (Schulzeit-Erinnerungen) zum Kopieren gegeben,
ich habe mal reingeschaut, aber so toll gemacht finde ich ihn nicht.
Und naja, ansonsten ist es eh immer das selbe (und das sage ich, wo
ich erst zwei schwule Pornos kenne ... nein, drei).
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Tagebucheintrag vom 09. Januar 2006
Nun hab ich auch die Profile von Tim und Heiko aus Mattenjahre, sie haben
auch Mitch verlinkt, der die Webseite betreut. Tim und Heiko sehen auf den
Fotos (soweit erkennbar) wirklich süß aus.
Marvin überraschte mich heute mit der Aussage, dass er immer noch nicht
darüber hinweg sei, wie gut ich küssen würde. Und das war Donnerstag
am Stammtisch! Seine Frage, wie ich ihn fände, konnte ich ihm leider nicht
beantworten, weil mir die Erfahrung fehlt, um das beurteilen zu können.
Ich brauche ohnehin länger, um mich fallen zu lassen und es genießen
zu können, am Anfang ist es eher anstrengend und nicht direkt "schön",
wenn auch nicht schlecht.
Noch eine weitere Überraschung kam dann auf mich zu: Während sich mein
Chat mit Matthias in Richtung Sex entwickelte, schrieb er mir, dass er
bei Freunden da vorsichtig sei, und nicht die Freundschaft zerstören wolle.
Bei mir wüsste er noch nicht, was ich ihm wert sein könnte. Auf meinen
flapsigen Kommentar, dass ich also aufpasen müsste, dass ich nicht sein
Freund werde, wenn ich mit ihm ins Bett wolle, schrieb er zurück:
"ich brauch da auch eine weile! irgendwo will ich mir da auch sicher sein,
ob da auch mehr vorhanden sein kann! symphatisch bist du mir!
inwieweit das reicht? abwarten!"
Und dann ging er noch von sich aus auf mein Angebot, zusammen Sommersturm
zu schauen, ein, und wollte das tun (mit mir alleine). Ich habe ihm
geschrieben, dass wir das demnächst gern mal machen können, und dass
wir beim Thema Einschätzung des Anderen wohl auf dem selben Stand seien.
Ich würde zwar nicht lange brauchen, aber wir würden uns doch noch nicht
lange genug kennen.
Mit diesen interessanten Aussichten gings dann ans Queer as Folk schauen.
Die Synchronisation war erst gewöhnungsbedürftig, ist aber okay. Justin
hat eine nette Stimme, und ist ja eh schon so süß, da kommt man direkt wieder
total ins Schwärmen!
Als ich Ben von der Sache mit Matthias erzählte, meinte er, dass das an meiner
Haltung liegen dürfte, erstmal nichts von ihm zu erwarten und das Schwärmen
bleibenzulassen. Auch wenn wir nicht darüber geredet haben, würden solche
Gedanken auf andere Arten zu ihm gelangen, und entsprechend der Glücktipps,
die Ben mir weitergeleitet hatte, bewirkt die Unsicherheit was ich von
ihm wollen könnte (oder auch nicht) dann im Gegenzug bei ihm ein
"Habenwollen". Könnte er sich hingegen zu sicher sein, dass ich ihn will,
würde das wiederum abtörnen.
Mir wird gerade klar, wie gefährlich bestimmte Gedanken sein können.
Nicht nur dass man sich selbst mit negativen Gedanken und Erwartungen
einengt und vorbestimmt, man kann es auch bei anderen durch unbedachte
Gedanken und Äußerungen tun. Ich war drauf und dran, Matthias zu schreiben,
dass ich mich zwar schnell verliebe, aber noch nicht weiss, ob es dann
auch hält, weil immer der andere dann kein Interesse hatte in der
Vergangenheit. Glücklicherweise fand ich, dass das blöd klinge, und habe
es wieder gelöscht. Was für einen Floh hätte ich ihm damit für uns beide
unbewusst ins Ohr bzw. Gehirn gesetzt! Er hätte möglicherweise unterbewusst
darauf hingearbeitet, es scheitern zu lassen, um meine Erwartung zu
bestätigen.
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Tagebucheintrag vom 10. Januar 2006
Heute abend stand zuerst ein Treffen mit Mircooh von gaypeople.de und
anschließend mit dem ganzen Gay in May Team an. Mircooh war sehr
nett und kooperationsbereit und er bot uns interessante Dinge an.
So werden wir nun dieses Jahr eine Kooperation und finanzielle Vorteile
hinbekommen, statt wieder wie im vergangenen Jahr auf Konfrontation zu
gehen und Besucherverluste wegen der Parallelität zur Gaynight zu verzeichnen.
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Tagebucheintrag vom 12. Januar 2006
Gestern im Chat schrieb mir Matthias, als es um seine neue Arbeitsstelle ging:
"jetzt bräuchte ich wieder so ein bisschen halt ,in arm oder so. einfach
mal fallen lassen."
Ich bot ihm direkt an, dass er den von mir bekommen könnte, und er ging
dann auch direkt auf mein Angebot ein, dass er ja eben vorbeikommen
könnte. Marvin schrieb ich davon, der meinte gleich "kein Sex, außer
es geht von ihm aus". Hatte ich aber eh nicht vor. Ich wollte vor allem für
Matthias da sein, ihm jemanden zum Ausweinen und zum Anlehnen bieten.
Die Situation gab mir dann auch jetzt die Möglichkeit, ihn in die Arme
zu nehmen und beim Reden den Arm um ihn zu legen. Später haben wir dann
am Tisch weitergeredet, er auf dem Stuhl, ich im Sessel. Ich räkelte mich
etwas und er legte seine Füße hoch, zwischen meine Beine. Teilweise kitzelte
er mit seinen Zehen an meinen Beinen, schon fast im Schritt herum. Als ich
ihn belustigt darauf hinwies, dass mich das ja schon bald wuschig mache,
sog er sie erst zurück, aber nach ein paar Minuten nahm er erst meine
Hand und beugte sich dann herüber und küsste mich. Ich kam zu ihm mit
auf den Stuhl (umgekehrt auf seinen Schoß) und wir knutschten erst einmal
eine Weile herum und gingen uns auch schon unters Shirt. Dann musste ich
auf Toilette und meinte dabei auch so, dass wir besser nicht weitergehen
sollten und uns dafür Zeit lassen sollten. Das bestätigte er, und machte
sich dann auch langsam auf den Weg (war über dem ganzen Reden fast 2 Uhr
Nachts geworden). Zum Abschied gab es noch einen langen Kuss, der mit
jetzt viel schöner vorkam. Ich brauche immer eine gewisse Zeit, um mich
fallen lassen zu können, außerdem war die Position im Stehen angenehmer
für mich als auf dem Stuhl, und ich musste nun keine Gedanken mehr daran
verschwenden, ob ich mit ihm schon ins Bett wollte oder nicht.
Ich halte meine Gefühle aber noch im Zaum. Zwar habe ich es in Bauch und
Brust ganz gut gespürt, als er bei mir war, aber ich hatte hinterher nicht
das Gefühl, nun eine Möglichkeit auf Sex verpasst zu haben. Ich kann mich
erstaunlich gut mit dem Gedanken anfreunden, mir dabei Zeit zu lassen und
nichts zu überstürzen. Wahrscheinlich unterdrücke ich meine Gefühle, um
eventuelle Enttäuschungen oder Kummer wegen des erforderlichen Wartens zu
vermeiden. Das gelingt auch ganz gut, weil es Kleinigkeiten gibt, die mich
an ihm stören, und auf die ich mich statt der positiven Dinge konzentrieren
kann.
Heute war ich auch froh, dass ich mich gestern so zurückhaltend verhalten
habe, da Matthias mir schrieb: "bin jetzt wieder so bisschen durch den wind.
kann jetzt keinen vernünftigen gedanken fassen. ich brauch wieder ein
bisschen zeit. die ganze umstellung schmeisst mich doch so ein bisschen
aus der bahn. dann gestern abend mit dir das küssen, war doch überwältigt.
in der firma muss ich mich einleben. das ist doch wohl alle zuviel für mich."
Wenn ihn schon das Küssen so überwältigt hat, war es gut, dass wir nicht
weiter gegangen sind. Ich habe ihm geantwortet, dass er sich die Zeit nehmen
soll, die er braucht, dass ich aber auch für ihn da bin, wenn er wieder
jemanden zum Reden, Kuscheln oder was auch immer braucht. Ben meint,
wenn er sowas schreibt, dann sei er sicher total verknallt in mich, wolle
das aber noch nicht so recht zulassen.
Mit Jens habe ich die Party im Con3 weitergeplant. Wir wollen
den Stammtisch nächsten Donnerstag dorthin verlegen und uns das genauer
anschauen. Mal sehen, ob er DJ dann auch Zeit hat, das wär perfekt.
Ich verfasse mit Jens schonmal einen Text, den ich dann an Hinnerk und Exit
schicken kann. Flyer können wir in Kooperation mit dem Con3 gestalten, die
haben dann eigene Werbung auf der Rückseite. Von den Kosten sind die uns
sehr entgegen gekommen und verzichten auf die meisten Mietgebühren.
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Tagebucheintrag vom 13. Januar 2006
Nachdem ich zwei Klausuren überstanden hatte, bin ich heute mit der Bahn
nach Münster zum Firmen-Neujahrsessen gefahren. Für die Fahrt hatte ich
mir Luis Algorri, Du hörst von mir, eingepackt, was ich zu Weihnachten
geschenkt bekommen hatte. Die Hälfte habe ich auf Hin- und Rückfahrt
schon durch, gefällt mir sehr gut bislang. Die schüchterne Annäherung
an den Bruder der Freundin, sehr süß geschrieben.
Während des Firmenessens hatte ich guten Ausblick auf einen Tisch mit
drei Jungs. Das war schon nett.
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Tagebucheintrag vom 14. Januar 2006
Man sollte sich wirklich überlegen, in einer Vollmondnacht wie heute
zuhause zu bleiben. Was ging da alles wieder ab im KCM. Ich war mit
ein paar Leuten da, die dann nachher erstmal ihre Beziehungskisten
klären mussten und teilweise jemanden neu kennengelernt hatten.
Jens und ich waren zum Schluss einigermaßen genervt, weil wir da
noch auf eine Klärung warten mussten, bis wir nach Hause fahren konnten.
Da war auch ein süßer, der Jens und mir hinterherschaute. Uns gelang
nicht, herauszufinden, ob er sich für einen entscheiden möge. Bis dann
jemand sagte, dass das ne Hete ist, der heute zum ersten Mal Kontakt
mit Schwulen hatte und ausloten wollte, ob man sich auch normal unterhalten
könne oder ob Schwule nur flirten und Spaß haben wollten. Schade, der
gefiel mir wohl.
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Tagebucheintrag vom 15. Januar 2006
Abends hat sich dann Matthias auch wieder gemeldet. Im Chat fallen doch
recht viele Andeutungen, auch in die Richtung, ob sich bei uns mehr
entwickeln könnte. Er hat sich glaube ich darüber gefreut,
dass ich eine Beziehung generell für möglich halte, aber er sagte immer
wieder, dass wir es langsam angehen lassen sollten.
Bei ihm war die Tage ein Heterokumpel zu Besuch, der ihn fragte, wie
er denn andere Schwule kennenlernte und dann an meinem Gayromeoprofil
sehr interessiert war und mich wohl gutaussehend fand. Wir haben dann
darüber diskutiert, ob er vielleicht noch im inneren Coming Out steckt
und dass er, wenn er es für sich noch nicht so recht klar hat, wohl
auch noch nicht mit Matthias drüber sprechen wird, sondern vielleicht erstmal
einfach Informationen und Eindrücke sammelt. Ich meinte dann noch so
scherzhaft, dass er ja vielleicht auch mich einfach Matthias schmackhaft machen
wollte.
Der schrieb mir übrigens auch noch, genauso wie Marvin, dass ich gut küssen würde.
Als ich meinte, dass ich kaum Erfahrung hätte, meinte er, da sei schon
etwas Leidenschaft dabei gewesen, das würd man merken, dass es nicht einfach
nur so war. Als nächstes wollen wir Sommersturm gucken und dann mal
weitersehen.
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Tagebucheintrag vom 17. Januar 2006
Gestern meinte Matthias, wenn wir jetzt Sommersturm gucken würden, könne
er für nichts garantieren, er sei total geil. Ich habe dann etwas
abgewehrt, wir wollten ja nichts überstürzen. Er schrieb dann aber auch
noch, dass er sich mit mir nichts verderben wolle. Wir haben uns zum
Filmgucken auf Sonntag geeinigt, und ich habe schon angedeutet, dass nach
dem Film so einiges möglich sei. Ich wolle mir da jetzt vorher keine
Gedanken drüber machen, was ich dann vielleicht will oder auch nicht.
Daraufhin verabschiedete er sich dann recht schnell und wollte noch
Fernsehen schauen und schlafen gehen.
Heute Nachmittag habe ich mit Julian Prozessmesstechnik gelernt.
Er meint, sein Schwanz sei 21 cm lang oder so. Das würd ich ja gern
mal nachmessen ;-)
Danach war Rosa Monitor, Thema Coming Out. Ich habe meine Geschichte
vorgelesen. Ss waren hauptsächlich ein paar Leute vom Stammtisch da.
Einziger mir unbekannter war der neue Praktikant der Aidshilfe.
Danach gabs noch einen Kurzfilm "Trevor".
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Tagebucheintrag vom 19. Januar 2006
Gestern wieder den ganzen Tag mit Julian gelernt. Das ist angenehm und
zwingt gleichzeitig dazu, auch was zu tun, das ist schon praktisch.
Heute abend war der Stammtisch im Con3, um uns die Location anzuschauen.
Christian, der von mir engagierte DJ, war auch dabei.
Meiky und sein kennen ihn schon, er hatte bei einer Party aufgelegt,
bei der die im Freundeskreis waren.
Heute in der FH, nach der Steuerungstechnik-Klausur, hätte ich den
E-Techniker ansprechen können, bei dem ich immer schonmal den Eindruck
von Blickkontakt hatte. Er lief durch die Eingangshalle, und ich auch,
aber ich bin nicht auf ihn zugegangen. Ich hätte ihn ja leicht fragen
können, wie er die Klausur fand. Aber ich war mir nicht sicher, ob ich
das will, konnte mich nicht aufraffen. Dabei hatte ich, als er
während der Klausur eine Frage stellte, seine Stimme als recht weich
und durchaus für schwul durchgehend empfunden. Es könnte bei ihm
wirklich sein.
[/Tagebuch-2006-01]
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Tagebucheintrag vom 20. Januar 2005
Wieder den ganzen Tag mit Julian gelernt und abends noch ein wenig selbst.
Mittags war ich mit Ulf in der Mensa gewesen und bin natürlich direkt
wieder anderen schwulen Studenten über den Weg gelaufen, wie sollte
es dort anders sein.
Abends meldete sich noch Matthias. Ihm geht es wieder schlecht wegen der
Arbeit, er fühlt sich dort nicht wohl und geht momentan sehr ungern hin.
Er fühlt sich allein gelassen, auch wenn er eigentlich weiß, dass es
nicht so ist. Wir freuen uns aber beide auf den Filmabend am Sonntag.
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Tagebucheintrag vom 21. Januar 2006
Die Gaynight war ziemlich gut, ich bin aber nicht lange dageblieben,
da bei mir anscheinend wieder eine Erkältung naht und ich mich lieber
ausruhen möchte. Außerdem muss ich morgen früh raus.
Ein Bekannter hat mir erzählt, dass er bei seiner Wohnungssuche auch eine
Wohnung hier im Haus, ein Stockwerk über mir, jedoch zur Straße
hin, angeboten bekommen hatte. Allerdings ist sie ihm wohl zu teuer
und er kann auch erst zum 1.4. einziehen, weshalb wohl andere
Interessenten bevorzugt würden. Er und jemand anders kennen auch
noch weitere Leute hier in der Nähe, teilweise schräg gegenüber.
Echt warme Wohngegend hier!
[/Tagebuch-2006-01]
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Tagebucheintrag vom 22. Januar 2006
Na das lief ja wieder toll. Lässt mich Matthias hier mit meinen gerade
aufflammenden Gefühlen alleine. Der Film "Sommersturm" hatte uns so
richtig in Kuschellaune gebracht.
Irgendwann fing Matthias aber an zu grübeln und meinte, dass ihm gerade
alles wieder hochkomme, die Arbeit, das hier gerade ... Er wollte dann
auch kurz darauf nach Hause. Vorher haben wir noch darüber gesprochen.
Er ist ins Grübeln gekommen, ob er das überhaupt alles schafft, ungeoutet
zuhause, was auch nur Probleme bei einer Beziehung bringt. Aber
andererseits wollte er ja eine Beziehung suchen, ich finde da kommen diese
Gedanken etwas spät. Er will erstmal eine Nacht drüber schlafen und sich
nochmal alles durch den Kopf gehen lassen.
Als er weg war, brannte meine Brust und ich spürte noch seine Lippen.
Langsam wird es etwas besser, aber ich spüre es noch im Brustbereich.
Ich hoffe, dass es ihm ähnlich geht und sich die Sehnsucht nach Nähe
gegenüber seinen Bedenken durchsetzt.
[/Tagebuch-2006-01]
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Tagebucheintrag vom 23. Januar 2006
Matthias schrieb heute abend:
"ich stehe vor einer situation und weiss nicht wie ich sie bewältigen soll.
ich fühl mich irgendwie eingeschnürt, gebremst.
kurz gesagt ich grübele zuviel! ich stehe unter zugzwang zu handeln.
mein leben eine neue richtung geben.
aus angst ,schiebe ich diese entscheidung vor mir her. lange kann ich
dies nicht mehr tun. schliesslich bin ich 25 und eigentlich alt genug
um dies alles in die hand zu nehmen.
wenn ich das mit weiter ausbaue, kann ich noch nicht oft bei dir sein.
da das sonst auffallen würde.
ich weiss nicht, wie ich dir das alles schreiben soll. es hat einiges
durcheinander gewirbelt. es ist einfach mehr da. das ist schon mehr als
freundschaft gestern abend gewesen."
Zuvor hatte ich ihm geschrieben, wie ich empfunden hatte, und dass
ich auch als ich jetzt mit ihm chattete wieder etwas in der Brust
verspürte. Dass man sich nie sicher sein könne, ob jemand zu einem passt
und ob das wirklich was werden kann. Dass ich mir da auch nicht sicher sei.
Dass ich aber auf jeden Fall das gestern gerne wiederholen und fortsetzen
wolle.
Anschließend meinte ich dann noch, dass das mit seinem Elternhaus kein
Hindernis, höchstens ein Problem darstellen würde, was man halt in
Ruhe besprechen und planen müsste. Dazu hat er aber nichts mehr gesagt
weil dann Queer as Folk anfing und er danach ins Bett wollte.
Ich gehe wegen seiner Formulierungen über gestern abend aber stark davon
aus, dass er die Probleme irgendwie angehen und sich nicht deswegen von
mir abwenden wird. Er hat Recht, da war mehr als Freundschaft.
[/Tagebuch-2006-01]
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Tagebucheintrag vom 25. Januar 2006
So, heute der letzte Lern-Tag, morgen früh die letzte Klausur
(Regelungstechnik). Abends habe ich einen neuen Gayromeo-User angechattet,
der International Business Management (oder so ähnlich) an der FH studiert
und schwule Kommilitonen, die ich auch kenne, vom Sehen her kennt. Wir haben
sehr nett gechattet. Er kommt aus Münster und ist auch ein Fan von Queer as
Folk. Bei den BWLern ist echt alles voll von Schwulen, er ist schon der Dritte
den ich kenne, und es gibt da noch mehr. Vom Stammtisch war er noch nicht so
ganz zu überzeugen, er scheint die Szene eher zu meiden.
[/Tagebuch-2006-01]
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Tagebucheintrag vom 26. Januar 2006
Die Klausur ist ganz gut überstanden.
Abends beim Stammtisch wollten die meisten recht früh weg, Marvin spielte
noch mit jemandem Billard, da war ich irgendwie das dritte Rad am Wagen
und ging dann auch. Draußen traf ich gerade Ben, und wir entschieden uns,
noch ins Porto Fino zu gehen. Leider scheint das zugemacht zu haben
(kann ja fast nur an der mangelnden Bedienung gelegen haben), so gingen
wir ins Polly Esters. Auch nicht übel dort, nur stören die Lampen an der
Wand, wenn man da genau gegen guckt.
Die neueste Entwicklung bei Matthias ist, dass ich ihn bat, dass wir uns mal
treffen und in Ruhe über das ganze Thema reden. Daraufhin hat er mir ein
wenig was von seinem Durcheinander im Kopf geschrieben, und dass es ihm
fehlt, dass er mit Kollegen jetzt nicht mehr darüber sprechen kann. So
hat er es verdrängt und will erst am Wochenende darüber nachdenken, wenn
er die Zeit dafür hat. Wir sind aber übereingekommen, es bis Maxs
Geburtstag in einer Woche zumindest einigermaßen zu klären, so dass wir
mit sicherlich kommenden Fragen umgehen können, wenn wir zusammen dort
hingehen. Je nachdem, wie es dann wird, habe ich auch vor, ihn einzuladen,
nach Maxs Geburstag bei mir zu übernachten. Wegen seiner Kollegen schrieb
er übrigens auch noch, dass er seit dem Arbeitsstellenwechsel den Mut
verloren hat, etwas neues anzufangen. Vorher hat er das noch anders
gesehen. Hätte er nicht gewechselt, wäre das ganze vielleicht leichter jetzt.
Andererseits sind wir uns ja auch darüber näher gekommen, dass ich für
ihn da war, als er dort unzufrieden war und jemanden zum Anlehnen brauchte.
[/Tagebuch-2006-01]
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Tagebucheintrag vom 27. Januar 2006
Bei Wer Wird Millionär war heute ein 26jähriger Kandidat aus Halle/Saale,
der ganz bestimmt schwul ist. Und er war echt süß. Muss ich Montag unbedingt
wieder reinschauen, da ist er nochmal dort. Ich musste die ganze Zeit grinsen,
weil seine Gesichtszüge so witzig tuntig waren, und dazu seine sanfte Stimme.
Er erinnerte mich etwas an die Tucke aus Sommersturm ("Mir schmeckt der
Salat nicht mehr" / "Und Du hast keine weibliche Seite, oder was").
[/Tagebuch-2006-01]
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Tagebucheintrag vom 28. Januar 2006
Den Abend habe ich bei meinen Eltern verbracht, und gerade endlich
mal wieder das Tagebuch aktualisiert, allerdings nur bis zum ersten Date
mit matthias und ein wenig darüber hinaus, aber noch nicht bis zum Geburtstag,
weil ich da erst seine Zustimmung haben müsste. Schließlich schreibe ich
da, dass ihn das erst überforderte etc., das ist schon recht persönlich.
Damit möchte ich ihn aber jetzt nicht belasten, erstmal müssen wir die
Situation klären, bevor ich daran gehen kann, etwas über ihn zu schreiben.
[/Tagebuch-2006-01]
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Tagebucheintrag vom 29. Januar 2006
Matthias meldete sich von selbst, will zwar nicht morgen
mit ins Kino in "Wie im Himmel", weil er nachmittags kein Auto hat, aber will
abends vorbeikommen, damit wir über unsere Situation reden. Was mich da
erwarten wird, weiß ich auch nicht. Der Chat war teilweise etwas komisch,
teilweise aber auch ganz normal. Ich kanns nicht abschätzen.
Ben hat mir noch ein paar Glückstipps weitergeleitet. Einer passte wieder wie
die Faust aufs Auge: Man solle vor der Sorge über Probleme auf der Arbeit
nicht die Liebe vergessen und ins Hintertreffen geraten lassen, was leicht
passiere.
[/Tagebuch-2006-01]
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Tagebucheintrag vom 30. Januar 2006
Vor der Mensa traf ich zwei schwule Bekannte mit ein paar Freundinnen, wir haben
uns aber nur im Vorbeigehen gegrüßt.
Abends kam dann Matthias zu mir. Ich hatte es fast schon erwartet, es überraschte
mich zumindest nicht und erleichterte mich fast sogar etwas, dass er meinte,
er sei zu dem Schluss gekommen, er sei momentan nicht bereit für eine
Beziehung, es fehle ihm der Rückhalt bei der Arbeit und allgemein und er
müsse erstmal wieder rausgehen, gewohnte Tätigkeiten ausbauen und sich einen
festen Standpunkt suchen. In ein paar Monaten könnte das viel besser aussehen,
aber er erwartet natürlich nicht von mir, dass ich auf ihn warte. Die ganz
großen Gefühle sind wohl auch bei uns beiden nicht da. Er meint, er hat sich
auch ein wenig geärgert, dass er vielleicht zu schnell vorgegangen ist.
Bei gayromeo habe ich erstmal wieder das Sexdate mit reingesetzt und den
Onlinestatus auf "Date" geändert. Über die Klausuren und wegen der Sache
mit Matthias hatte ich das zwischendurch wieder rausgenommen gehabt.
[/Tagebuch-2006-01]
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Tagebucheintrag vom 01. Februar 2006
Abends war das Ehrenamtleressen der Aidshilfe. Es war nett, aber kühl dort,
vor allem Fußkalt.
Mich chattete jemand an, mit dem man sich aber schlecht unterhalten konnte.
Er stellte seltsame Fragen über den Stammtisch stellte, nämlich ob die Leute
da auch gut aussehen würden und wen ich denn am besten aussehend fände. Da
habe ich ihm aber keine Antwort drauf gegeben. Von ihm kam dann auch nichts mehr.
[/Tagebuch-2006-02]
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Tagebucheintrag vom 03. Februar 2006
Heute war ein interessanter Tag. Nachdem ich morgens in Telgte zum
Arbeiten war, fuhr ich nachmittags auf dem Rückweg bei Ben vorbei.
Erst einmal musste ich ihm am Computer einiges machen, dann haben
wir lecker gegessen. Da ich verspannt war, bat ich ihn, mir da noch
etwas zu helfen, und er hat erst einmal meine Wirbelsäule gerichtet,
dann diverse andere Verspannungen beseitigt und bot mir noch eine
Tefra-Behandlung (von Tesla entworfene Methode mit elektrostatischen
Feldern oder so) zur Stärkung des Immunsystems und anderer Dinge an.
Das war gewöhnungsbedürftig, da man den Strom spürte, aber interessant.
Da er nun meinen Körper weitestgehend nackt gesehen hatte, meinte
er, ich sähe echt gut aus, und man solle ruhig mal so Fotos von
mir machen, für mein Profil oder so. Da haben wir dann so einige
in verschiedenen Posen gemacht, mit seiner und meiner Handykamera,
leider sind sie nicht so ganz guter Qualität. Ich muss mal sehen,
was davon für Gayromeo taugt. Er empfahl mir, von Jens nochmal
richtige Bilder machen zu lassen, wie er und Marvin es auch gemacht haben.
Ich habe mir dann einen Spaß daraus gemacht, Matthias ein paar Bilder
zur Anschauung zu schicken, um zu sehen, wie er reagiert.
Er meinte aber nur, dass das garnicht so zu mir passen würde, solche
Bilder zu zeigen, und machte noch Kommentare zu der Qualität. Und wenn
ich Sex suchte, wär ich mit solchen Bildern wohl richtig. Naja,
abgeneigt bin ich da ja nicht.
Er nahm auch auf mein Tagebuch Bezug und hatte die Einträge über
sich gelesen. Er wollte wissen, wer denn Alex ist, der ihn gutaussehend
gefunden hatte. Ich habe dann gleich mal gefragt, wie es mit den
aktuelleren Einträgen über ihn aussieht. Bis auf das, was nach dem
Sommersturm-Gucken passiert ist, darf ich alles schreiben. Das
freut mich und hatte ich kaum erwartet, dass er da gar kein Problem
mit hat.
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Tagebucheintrag vom 05. Februar 2006
Gestern morgen waren Jens und ich im Dom zur Orgelführung des VKKO
(Kirchenmusikerverband) mit dem Domorganisten. Das war sehr interessant
und ich kann Jens recht geben, dass die Orgel zu gedämpft klingt durch
die ganzen Kästen, die darum herum gebaut sind. Danach war noch
Mitgliederversammlung, wo Jens als Nicht-Mitglied dann aber nicht mehr
hinging. Als jüngster Teilnehmer wurde ich direkt zum Protokollführen
verdonnert und als Beisitzer in den Vorstand gewählt. Interessant ist
der Kassenführer, ein ca. 28jähriger Theologiestudent, der in Münster
studiert, aber aus Nordhorn oder da in der Gegend kommt, wohl
Priesteramtskandidat ist, und Jens und meiner Meinung nach (wir kamen
unabhängig voneinander zu dem Schluss) wahrscheinlich auch schwul ist.
Aber da das mit den katholischen Priestern ja so ein Problem ist und
die nach den neuen Regeln drei Jahre vorher keine Szenekontakte haben
dürfen, spreche ich ihn wohl lieber nicht drauf an.
Abends kam Matthias zu mir und wir sind dann zu Maxs Geburtstag gegangen.
Max hat Matthias wie wild abgeknutscht (ich hatte ihn immerhin vorgewarnt,
dass sowas da passieren kann), aber er wollte das eigentlich nicht, hat
sich jedoch auch nicht gewehrt. Er meinte nachher zu mir, er sei dann
so überfahren, dass er erstmal mitmacht und es nicht schafft, da abzuwehren.
Im Laufe des Abends habe ich wieder mehr Gefühle für Matthias entwickelt und
konnte irgendwann nicht anders, als ihn in den Arm zu nehmen. Als wir
uns verabschiedeten, habe ich ihn noch geküsst, was er aber nur flüchtig
zuließ und dann mit "es reicht" abwehrte. Ich hätte ihn in dem Moment
am liebsten direkt mit nach Hause ins Bett genommen. Heute geht es
wieder etwas besser.
Wie anscheinend fast üblich, wenn bestimmte Leute bei solchen Veranstaltungen
aufeinandertreffen, gab es wieder so einige Beziehungsprobleme und ein paar
Tränen.
Einige sind dann noch in den Rosenhof gegangen, aber ich war zu müde und
kaputt vom langen Stehen. Beine und Füßte taten mir weh. Dabei waren
garnicht so viele bei Max wie erwartet, er hätte auch gut Sitzgelegenheiten
aufstellen können.
Nachtrag, am Abend:
Es gab noch eine Sexanfrage, aber nachdem ich ein Bild sah, habe ich dann
doch davon Abstand genommen. Ein anderer war ganz okay, aber das Bild habe
ich schonmal gesehen. Auf die Frage, ob er mal unter anderem Namen aktiv
war, hat er jedoch nicht geantwortet. Auf jeden Fall hat sich durch die
neuen Bilder die Besucherzahl auf meinem Gayromeo-Profil verdoppelt.
Danach habe ich den Film "Eating Out" gesehen. Wirklich schön gemacht,
mit (in der ungeschnittenen Version) einigen attraktiven Szenen mit viel
nacktem Fleisch :-) Die Story ist witzig: Eine Hete interessiert sich
für eine Frau, geht zu ihr aber den Weg über ihren schwulen Mitbewohner,
indem er sich als schwul ausgibt und ein Date vereinbart. Tatsächlich
kommt er ihr dadurch näher, nun soll er aber sein Date mit seinem schwulen
Freund verkuppeln. Das gibt wunderbare Verwicklungen bis zum "Coming Out"
der Hete vor seinen Eltern, um den Schein zu wahren.
Gerade schrieb mir ein Leser meines Tagebuchs, dass er den Eindruck habe,
ich hätte ein falsches Suchraster und suchte nur die ganz süßen, die ich
aber eh nicht kriegen würde. Ich solle aufpassen, dass ich nicht selbst
durch mein Suchraster falle. Um es mal hier festzuhalten: Ich falle nicht
durch mein eigenes Suchraster, ich finde die neuen Fotos echt schön und
ansehnlich, sonst würde ich sie kaum ins Profil stellen, da ich damit ja doch
eine ganze Menge von mir preisgebe. Und ich suche auch nicht nur die ganz
süßen, sondern habe durchaus schon auf den ersten Blick unscheinbarere Jungs
mögen gelernt. Und dass besonders gutaussehende erstmal den Blick und das
Interesse auf sich ziehen, ist wohl kaum etwas ungewöhnliches ...
Und um es mal mit der BZGA-Werbung zu sagen: Ich bin für alles offen, aber
ganz bestimmt nicht für jeden!
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Tagebucheintrag vom 06. Februar 2006
Bei der Scholaprobe hatte ich heute das Gefühl, dass ein 16jähriger Junge zu
mir hinschaute und dann mit einem Mädel über mich tuschelte. Nachher
schnappte ich da auch noch was auf, wie ein Mädel was von "Gay???" ausrief.
Aber ich kann mich verhört haben, vielleicht ging es um ganz was anderes.
Ich glaube, dass er Sommersturm für die Glaubenswoche ausgesucht hatte,
und er wird von den anderen gehört haben, dass ich bei dem Filmabend war
und was ich so gesagt habe. Insofern könnte das schon so hinkommen.
Die Scholaleiterin (die Mitorganistin, bei der ich geoutet bin) erzählte
nachher, dass bei dem besagten Jungen immer ganz viele Mädels sind,
im Gegensatz zu ihrem Sohn, der in dem Alter nur saufende Jungs eingeladen
hatte. Also könnte das sogar passen, kein Macho sondern ne Tunte? Er
ist 16, also weiß er das möglicherweise auch selbst noch garnicht so genau.
Ich find ihn auf jeden Fall ganz niedlich. Allerdings befürchte ich, dass
er von sich aus eher nicht auf mich zugeht, auch wenn er es möglicherweise
gern würde.
Von ihr erfuhr ich auch, dass der Kassenführer vom VKKO nicht Priesteranwärter
ist, sondern Gemeindereferent werden möchte. Also kann er sich doch als
schwul outen, falls er es denn ist, wovon Jens und ich ausgehen. Sie
findet ihn nett, hatte aber nichts bemerkt und fragte, wie man das merken
würde, ob wir da ein spezielleres Gespür für hätten.
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Tagebucheintrag vom 07. Februar 2006
Meine Anfrage beim Rechteinhaber der Pink Panther Figur ist voll nach
Hinten losgegangen. Heute verbot mir die deutsche Vertretung der Firma,
den Namen Rosa Panther überhaupt zu nutzen. Auch die Domain soll ich löschen.
Nun werden wir uns Donnerstag erstmal Gedanken über einen neuen Namen
machen müssen. Wir dieses Tagebuch habe ich eine eigene Domain registriert,
www.coming-out-tagebuch.de.
Abends haben Jens, ich und der DJ und nochmal im Con3 getroffen und die
Werbung und einige organisatorische Dinge besprochen. Jens hat nochmal
seine Absicht, aus Orgelmusik eine Techno-Nummer zu machen, bekräftigt.
Ich schlug ihm vor, das dann auf der Party im März zu spielen.
Danach gab es wieder einen komischen Chat mit Matthias, der damit endete,
dass er meinte, er habe keine besonderen Gefühle für mich feststellen
können und er würde jetzt schlafen gehen. Er kann mir viel erzählen,
aber ich habe Gefühle bei ihm gespürt, die er wohl jetzt unterdrückt,
weil er keine Beziehung möchte
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Tagebucheintrag vom 08. Februar 2006
Nachmittags war ein schwuler Freund hier, um sich eine Wohnung hier im
Haus anzuschauen. Ich habe dann gleich mal mitgeguckt, aber uns beiden
gefiel sie nicht so gut. Er wird daher nicht hier einziehen.
Mit Matthias gab es noch eine Aussprache. Er habe die Notbremse gezogen,
um nicht noch mehr Schaden anzurichten. Er wolle mit mir nichts anfangen.
Es endete darin, dass ich ihm einiges schrieb, was aus meiner Sicht
nicht zusammenpasste, dass er es zukünftig ggf. beachtet, z.B. bei
Unsicherheit nicht so schnell von sich aus die Initiative zu ergreifen,
wie er es tat.
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Tagebucheintrag vom 09. Februar 2006
Glücklicherweise habe ich Sebastian, der letztes Mal neu beim Stammtisch
war, heute nochmal gefragt, ob er wieder dabei ist. Er war noch etwas
unschlüssig, aber ich konnte ihn leicht dazu überreden.
Es wurde dann ein schöner Stammtisch-Abend mit vielen Besuchern.
Über einen neuen Namen für den Stammtisch konnten wir uns noch nicht
endgültig einigen. Ich hab eigentlich die ganze Zeit neben oder
gegenüber von Sebastian gesessen und mich viel mit ihm unterhalten.
Ich hatte auch wieder das Gefühl, dass er mich öfter ansah/lächelte.
Ich mag ihn sehr und entwickele schon leichte Gefühle für ihn.
Er will Samstag auch mit zur Party nach Münster und fragte mich draußen
noch nach meiner Telefonnummer. Ich freu mich schon, ihn Samstag
wiederzusehen. Sein Ex ist Theologiestudent und will Priester werden,
wie er erzählte. Er kann auch nicht verstehen, warum der freiwillig
ins Zölibat gehen will.
Sebastian würde auf jeden Fall besser zu mir passen als Tobi.
Ben hat auch ein gutes Gefühl bei ihm.
Erstmals war heute auch Bens Exfreund dabei, auch ein sehr
interessanter Mann, mit dem sich auch Sebastian gerne unterhielt.
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Tagebucheintrag vom 10. Februar 2006
Sebastian hat mich heute, glaube fast zum ersten Mal, von sich aus angechattet
und schrieb auch von selbst, dass er auf jeden Fall morgen mitkommt
zur Party. Ich freu mich schon sehr darauf.
Ich war das erste Mal in der neuen Kantine hier im Bürohaus in Osnabrück.
Einen Mitarbeiter des dort auch ansässigen Callcenters, der dort aß, kannte
ich aus Gayromeo. Er schaute auch im Vorbeigehen zu mir rüber, ich nehme an,
er hat mich auch erkannt. Besonders interessieren tut er mich so aber erstmal
nicht.
Ben sagte gestern, dass meine kaputten Stellen im Gesicht Herpes seien.
Da hab ich mir heute eine Salbe gegen aus der Apotheke geholt. Das breitet
sich auch gerade irgendwie recht stark aus in meinem Gesicht. Um nicht noch
jemanden anzustecken, habe ich erst einmal bei Gayromeo wieder auf "Chat"
geschaltet und "suche Sexdate" rausgenommen.
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Tagebucheintrag vom 12. Februar 2006
Gestern morgen beim Betreten der Firma hielt mir der nette Hausmeister-
Vertreter die Tür auf, und kam auch später bei seiner Runde bei
uns vorbei. Ich hörte ihn schon nebenan und habe schnell ein wenig in
Gayromeo herumgesurft. Er kam kurz rein, meinte "ach hier ist ja noch jemand",
grinste mich an, und ging wieder raus. Ich konnte nicht erkennen, ob er
Gayromeo erkannt hat. Vielleicht deswegen das grinsen, aber das kann auch
nur einfach so gewesen sein. Mein Kollege meinte, ich sei ziemlich verschlagen,
gerissen, und würde fiese Fallen stellen.
Sebastian rief mich auch an und meinte, er sei schon in Münster, würde aber
zur Party kommen. Da kam er auch gleich auf mich zu, jetzt konnte ich
ihn auch schon besser Drücken, bisher war er da immer noch recht zurückhaltend
gewesen. Das bessert sich aber auf jeden Fall. Später hat er aber viel mit
anderen geredet und getanzt und irgendwann war er einfach weg. Vielleicht hatte
er uns nicht auf die Schnell gefunden, wir waren oben im House-Floor.
Auf der Rückfahrt habe ich die ganze Zeit mit Jens über Regelungs- und
Steuerungstechnik sowie Quantenphysik geredet. Unser weiterer Mitfahrer muss
uns für verrückt gehalten haben, nachts um 4 Uhr nach der Party.
Mein Herpes wird dank starker Pflege mit der Freitag gekauften Creme langsam
besser. Aus einem Infoheft aus der Apotheke habe ich gelernt, dass 80% der
Menschen mit Herpes infiziert sind, aber er nur manchmal ausbricht, z.B. in
Stresssituationen. Man soll auf Oralsex verzichten, weil er sich sonst aber
noch auf die Geschlechtsteile übertragen kann. Küssen ist dann ansich aber
wohl nicht ganz so gefährlich wie ich dachte, da für vier Fünftel der Männer
ja egal. Es las sich nicht so, als ob was passiert, wenn der andere schon
infiziert ist, aber momentan keine Probleme damit hat.
Auf der Party hatte Ben mich massiert, weil es mich am einen Schulterblatt
ziemlich schmerzte. Das hat auch wunderbar geholfen, damit hatte ich dann
gar keine Probleme mehr. Heute abend hat er mich auch nochmal ein wenig
bearbeitet, nachdem ich tagsüber schon Kopfschmerzen hatte, sicher auch wegen
der Verspannungen.
Heute war ich abends mit Jens und Ben in der Kirche in meinem Heimatort,
die Orgel anschauen und ausprobieren. Jens ist völlig begeistert von der
Orgel und auch von meinem Orgelspiel. Er selbst kann aber auch toll
improvisieren und hat mich zu einigen interessanten Ideen inspiriert,
die ich dann umsetzte. Auf dem Weg in die Kirche waren wir noch bei uns
zuhaus vorbeigefahren. Die beiden haben sich mit Mama auch gut unterhalten.
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Tagebucheintrag vom 13. Februar 2006
Ich glaube, ich habe mich in Sebastian verguckt. Das merk ich jetzt, wo ich
gerade Queer as Folk geschaut habe, doch irgendwie gerade ganz gut.
Vielleicht treff ich ihn morgen, er möchte das sehr gerne, will aber
momentan wegen Semesterferien spontan sein. Ich weiß auch noch nicht,
wann ich aus der Firma rauskomme.
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Tagebucheintrag vom 14. Februar 2006
Sebastian chattete mich gleich wieder an, als ich online ging, es kam ihm
dann aber noch der Liebeskummer einer Hete dazwischen, so dass er noch
wegmusste. Abends war er auch ne Zeit am Telefonieren und hat kaum noch
geantwortet, wenn dann nur recht verhalten und kurz. Der Chat lief abends
überhaupt nicht zu meiner Zufriedenheit, vor allem so schleppend, dass es
schnell zu spät für ein Treffen wurde. Daher wurde ich dann etwas expliziter:
Ich: ich hätte ja auch nichts gegen jemanden zum Kuscheln *g*
Sebastian: ja, wer hätte das schon...an so einem tag wird man immer dran erinnert
Ich: und? Interesse? (das soll jetzt keine plumpe Sexanmache sein, auch wenns
vielleicht so klingt ;-o )
Sebastian: hmmm, wenn ich ganz ehrlich bin: es klingt gerade so;-)
Ich: du darfst es meinetwegen in jede dir genehme Richtung interpretieren ;-)
eigentlich wollte ich aber nur mal wieder den Bogen in Richtung eines ja
schon angedachten netten Abends mit gemütlichem Plausch schlagen *g*
Sebastian: ach so:-) na dann...;-)
ja, das mit dem gemütlichen abend...hmmm, das problem wird nur sein
einen termin zu finden, aber das kriegen wir shcon hin, werde jetzt
erstmal etwas schlafen, aber wir hören uns auf jeden fall ok?
dir eine gute nacht und schöne träume, lieben gruß sebastian
Das war mir nun dann doch etwas sehr abrupt, und so wirklich eingegangen
ist er auf meine Andeutungen auch nicht. Daher schrieb ich noch hinterher:
"'das problem wird nur sein einen termin zu finden'? - hey, du hast
Ferien, dachte ich.
Wegen deiner hastigen Verabschiedung wirkt der Satz (angesichts mieser
Erfahrungen) gerade recht negativ auf mich :-(
Falls ich dich irgendwie überfahren habe, tuts mir leid. Der
Valentinstag ist halt auch nicht spurlos an mir vorüber gegangen. Ich
wollte was nettes schreiben und in Erfahrung bringen, wie es gerade so
bei dir aussieht. Und ja, ich hatte gehofft, dass man sich heute sehen
würde, und bin schon etwas enttäuscht dass es nicht geklappt hat.
Sei gnädig mit einer verunsicherten Seele und verunsichere mich nicht
noch mehr :-)
(soll heißen: sag bitte, wenn ich was schreibe/andeute, was dir
widerstrebt)"
Bin nun gespannt, was er morgen darauf antworten wird.
Hoffentlich war er nur etwas schlecht drauf bzw. wollte nicht so schnell
konkreter werden. Es kann aber auch sein, dass ihm das definitiv zu weit
ging und er so ein Interesse nicht hat, und das nicht so sagen wollte.
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Tagebucheintrag vom 15. Februar 2006
Morgens hat Sebastian gleich geantwortet, wenn auch zunächst wieder nicht so,
wie ich es gerne gehabt hätte:
Sebastian: guten morgen marc-du bist verunsichert? mein tagesplan verlief gestern
wirklich etwas chaotisch-ich gebe zu...aber da ich momentan einfach gern
spontan bin und nicht so gern plane-passiert es manchmal, dass sowas wie
gestern dabei rauskommt...lasse das leben momentan einfach ein wenig auf
mich zukommen und schaue, was alles so passiert-und wer...
hast du denn gut geschlafen und den valentinstag noch überlebt;-)
einen lieben gruß vom Sebastian
Ich: moin, ja, irgendwie hab ichs geschafft ..
Sebastian: gut:-) dann ist doch alles in butter;-)
Ich: weiß nicht
Sebastian: hmmm, du klingst wirklich ein wenig traurig oder so, kann es nicht
genau sagen
Ich: ja, ich denke das trifft es. bzw. noch immer verunsichert
Sebastian: hmmmm, allgemein oder in bezug auf mich?
Ich: es mag an mir liegen, dass ich mal wieder viel zu kompliziert denke,
aber wirklich klar war deine Message vorhin noch immer nicht für mich.
Was wolltest du mit dem "was auf mich zukommt - und wer" ausdrücken?
Sebastian: hey, du machst dir wirlich zu viele gedanken denke ich;-)
Ich: das war schon immer mein Problem ;-(
Sebastian: hmmmm, dann stopp, aufhören damit:-) und einfach mal weniger denken:-)
Dann wurde ich etwas klarer und es klärte sich einigermaßen auf:
Ich: es ist halt so, dass ich dich ziemlich mag, obwohl wir uns ja noch kaum
gesehen haben. Und dass ich dann einfach geneigt bin, überall einen viel
zu tiefen sinn reinzuinterpretieren *g*
Sebastian: du bist sehr offen und direkt...auch mit komplimenten und gesten, das
ist etwas was ich sehr sehr schätze...
und das mit dem reininterpretieren..naja, manchmal liegt man richtig,
manchmal falsch, das weiß man erst, wenn man jemanden besser kennt;-))))
Ich: dann hoffe ich, dass ich Gelegenheit bekomme ;-)
Sebastian: mal etwas zum nichtinterpretieren müssen-weil eindeutig: ja
Mehr war dann erstmal nicht, ich musste zur Arbeit und er war tagsüber auch
weg. Es hat mich aber erstmal beruhigt. Er mag mich und hält noch alles offen.
Philipp, unser neuer Praktikant, hatte heute seinen ersten Arbeitstag. Später
kam auch noch ein anderer Kollege in Büro. Ich hatte dann irgendwann einfach
Gayromeo offen, und er muss das auch gesehen haben, da er genau auf meinen
Bildschirm guckte, während ich im Putty etwas tippte, aber im Hintergrund sehr
offensichtlich Gayromeo offen hatte (das Putty überdeckte nur einen kleinen
Bereich). Gesagt hat er nichts, angemerkt habe ich ihm auch nichts.
Philipp hat es vermutlich auch gesehen, als wir weggingen und ich mich
abmeldete. Auch da keine Reaktion. Ich vermute aber, dass er meine Homepage
eh schonmal aufgerufen hatte oder sonst was von mir im Netz gefunden hat
und eh Bescheid weiß.
So, und nun freue ich mich auf den Stammtisch morgen, wo ich wohl Sebastian
wiedersehen werde!
[/Tagebuch-2006-02]
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Tagebucheintrag vom 16. Februar 2006
Sebastian begrüßte mich beim Stammtisch gleich mit "oh was riechst du gut".
Ich hatte garnichts besonderes und kam sogar gerade verschwitzt vom
Fahrrad (das meinte er aber nicht). Auch mal ein Kompliment von ihm,
das war schön :-)
Ansonsten hat er seinen Spaß daran, etwas mit mir zu spielen, glaube ich.
Erst wollte er sich nicht in meine Nähe setzen, später kam er dann
plötzlich doch rüber, als Ben gerade einen Stuhl freigemacht hatte.
Mit Glück klappts morgen abend, dass wir uns treffen.
Ich merkte heute abend auf jeden Fall sehr deutlich, dass ich mich
in ihn verguckt habe.
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Tagebucheintrag vom 17. Februar 2006
Letzte Nacht konnte ich lange nicht einschlafen und musste an Sebastian denken.
Heute Nachmittag wars auch wieder recht schlimm und ich fühlte mich total
veknallt. Das hing auch stark damit zusammen, dass er sich im Chat nicht
so verhielt, als ob er das begriffen hätte, ich fühlte mich nicht so
recht ernstgenommen. Zeit hatte er auch nicht für mich, da er sich wieder
um seine Hete mit Liebeskummer kümmern wollte. Und ich stand da mit meinem
eigenen Liebeskummer, der sogar von ihm verursacht war, und hätte es in
meinen Augen viel nötiger.
Als seine letzte Message bei mir nicht so toll ankam (er wünschte mir noch
einen schönen Abend, mit nem Smiley, obwohl ich angedeutet hatte, wie es
mir geht), schrieb ich eine SMS, in der ich meine Verärgerung über seinen
Kommentar und sein Nichteingehen auf meine Gefühle zum Ausdruck brachte.
Das veranlasste ihn zu einem Anruf, und da habe ich ihm dann sehr offen
und genau geschildert, wie ich empfinde. Währenddessen kamen mir wiederholt
die Tränen, mein Gesicht war nachher tränennass.
Das Gespräch hat aber sehr geholfen: Es ging mir danach viel besser.
Und er weiß nun, wie ich empfinde. Allerdings hatte er damit weder
gerechnet noch sich schon Gedanken in so eine Richtung gemacht, weshalb
er erstmal garnichts dazu sagen konnte und sich Gedanken darüber machen
will. Montag wollen wir uns dann endlich mal treffen und darüber sprechen.
Wahrscheinlich sehe ich ihn auch morgen auf der Party.
Ansonsten wurde heute mein Kollege fristlos entlassen, wobei er gegen das
fristlose vor Gericht angehen wird. Abzusehen war das zwar fast, da
er zunehmend Ärger mit der Chefin hatte, aber dennoch etwas unerwartet und
vor allem ärgerlich, weil ich damit auf der Arbeit sitzen bleibe.
[/Tagebuch-2006-02]
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Tagebucheintrag vom 18. Februar 2006
Meine Gefühle für Sebastian haben sich wieder etwas gelegt, es ist heute
okay. So hat es mich auch nicht so stark mitgenommen, dass er nicht
auf der Gaynight war, obwohl er es fast zugesagt hatte (er war aber
noch etwas unentschlossen).
Im N8 war einer, der mir durchaus gefiel, und der mir bekannt vorkam.
Wo ich gerade so überlege, glaube ich fast, dass ich den von der FH
her kenne. Dumm, dass jetzt gerade Semesterferien sind. Muss ich
versuchen, das Gesicht irgendwie im Kopf zu behalte bzw. bei den
nächsten Szenepartys mal wieder drauf achten, ob ich ihn wiedersehe.
Oder kenne ich ihn einfach nur von den Partys? Ich weiß es echt
gerade nicht.
[/Tagebuch-2006-02]
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Tagebucheintrag vom 19. Februar 2006
Nach dem Scholakonzert habe ich heute mal wieder die Tochter der Scholaleiterin
und ihren Freund getroffen. Er schaute mir einen Moment in die Augen, aber
das hat er sonst auch schon gemacht. Muss also nicht darauf zurückzuführen
sein, dass er jetzt weiß, dass ich auch (wie sein Kollege) schwul bin.
Oder er versuchte zu ergründen, ob ich derjenige sei, von dem erzählt
worden war.
[/Tagebuch-2006-02]
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Tagebucheintrag vom 20. Februar 2006
Während der Arbeit rief heute jemand an, um noch was für Gay in May
abzuklären. Philipp fragte anschließend, was ich da planen würde.
Ich habe ihm dann davon erzählt und es ging dann auch noch ein wenig
um andere schwule Partys etc. Er wirkte nicht überrascht, wahrscheinlich
wusste er doch schon Bescheid und hat Gayromeo auf meinem Bildschirm
oder auch mal meine Homepage schon gesehen gehabt.
Um 17 Uhr kam dann Sebastian zu mir, um endlich unser klärendes Gespräch
zu führen. Es war sehr nett, und auch nicht so wie erwartet. Da er
erst lieber in der Stadt einen Kaffee trinken oder einen Sparziergang
machen wollte, dachte ich schon, er hat eher unerfreuliches zu sagen
und möchte nicht so privat mit mir werden. Aber ich wollte doch lieber
zu ihm, oder dass er zu mir kommt, um sowas nicht in der Öffentlichkeit
besprechen zu müssen. Er kam dann hierher, und das Fazit ist eigentlich,
dass wir uns noch kaum kennen und er deswegen garnichts weiter sagen kann.
Er hat aber noch andere in letzter Zeit kennengelernt und weiß auch da
noch nicht, ob da irgendwo was draus werden könnte. Er möchte da auch
garnicht groß drüber nachdenken, sondern lässt das einfach laufen und
sich entwickeln. Tja, Konkurrenz belebt das Geschäft ... ich kann wohl
nur abwarten. Ob ich von den anderen jemanden kenne (z.B. vom Stammtisch)
wollte er nicht sagen. Es sah aber fast so aus, als ob das der Fall ist.
Auf jeden Fall ist es gut, reinen Tisch gemacht zu haben. Ich kann das
jetzt gelassener angehen und habe meine Gefühle einigermaßen im Griff.
Er schätzt auch sehr, wie ich darüber reden kann.
Sein Kommentar eingangs beim Betrachten meiner Wohnung: "Oh, das ist ja
eine völlig unschwule Wohnung", was er aber ironisch meinte, angesichts
meiner Jungs an den Wänden. Es hat ihm aber hier gut gefallen.
[/Tagebuch-2006-02]
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Tagebucheintrag vom 21. Februar 2006
Heute Mittag in der Mensa - ich war mit Philipp da - traf ich einen
schwulen Freund. Er erzählte, dass sein potentieller Freund jetzt
jemand anderen hat. Ich meinte dann nachher so zu Philipp, dass es mich
trösten würde, dass es anderen auch so geht. Der sagte darauf, dass es
"auf der anderen Seite" (bei den Heten) auch nicht anders sei.
Abends war Rosa Monitor, es standen drei Filme zur Auswahl. Mit
Mehrheit wurde einer angenommen, wo es um einen Priester geht, der
eine Leidenschaft für Jungen hat (Pianese Nuntio). Allerdings war der
Film sehr langatmig und schlecht gemacht, oder es fehlte uns der Horizont
dafür. Immerhin waren einige Dinge immer wieder für Erheiterung gut und wir
haben die Schlechtheit des Films mit Humor genommen.
Anschließend war ich noch im con3 und habe einen Tisch für Donnerstag
reserviert, da in der Lagerhalle Weiberfastnacht ist. Hab mich nett
mit den Betreibern unterhalten, Suse hat die Flyer für die Party leider
noch nicht fertiggemacht, aber kümmert sich in den nächsten Tagen drum.
[/Tagebuch-2006-02]
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Tagebucheintrag vom 24. Februar 2006
Beim Stammtisch im con3 waren gestern nicht soviele Leute. Leider habe
ich auch Sebastian nicht noch dazu überreden können. Heute versuchte ich,
einen Termin für ein Treffen mit ihm abzusprechen. Das gestaltete sich aber
schwierig und er meinte schließlich, dass wir das spontan sehen müssten.
Da hab ich ihm geschrieben, dass das dann von ihm ausgehen muss, weil ich
besseres zu tun habe, als jeden Tag nachzufragen wie es aussieht. Er hat
das bestätigt. Da bin ich dann mal gespannt. Tendenziell bin ich aber
momentan eher etwas verärgert über ihn (wegen dieser Diskussion heute)
und spüre auch im Moment nicht soviel für ihn.
Heute abend war ich bei dem Freund, den ich die Tage in der Mensa traf, um
mich um seinen Computer zu kümmern. Er hat noch Essen gekocht, und wir haben
zusammen Musik gehört und gemacht, er hat gesungen und ich habe E-Piano
gespielt. Hat viel Spaß gemacht und das wollen wir mal wiederholen. Er möchte
auch gern Brokeback Mountain in zwei Wochen mit mir im Kino schauen. Bei den
Männern macht er ähnliche deprimierende Erfahrungen wie ich. Wegen
Studiums-Stress etc. will er momentan aber auch nichts anfangen. Sein
Gayromeo-Profil hat er erstmal deaktiviert.
[/Tagebuch-2006-02]
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Tagebucheintrag vom 27. Februar 2006
Hatte heute ein interessantes Telefonat mit Thomas Wilde vom Schwulen Forum
Niedersachsen. Wir haben uns u.a. über Kennenlernen von Männern, Sex und
Partnerschaft und die eigenen Vorstellungen in der Hinsicht unterhalten.
Thomas wird Donnerstag zum Stammtisch kommen, um das sfn vorzustellen und
zu erklären, wie eine Förderung unseres Stammtisches aussehen kann/wird.
Die Flyer für die con3-Party sind Freitag fertig, erfuhr ich heute.
Dann geht das große Verteilen los.
[/Tagebuch-2006-02]
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Tagebucheintrag vom 28. Februar 2006
Im Bus 41 heute auf dem Rückweg vom CCC-Treff stieg am Neumarkt ein Süßer mit
seiner Freundin(?) ein. Wegen der Freundin war ich gehemmt und traute mich
nicht so hinzuschauen, obwohl sich unsere Blicke durchaus manchmal trafen.
Als ich ausgestiegen war, sah ich, dass er sich umgedreht hatte und mir aus
dem Fenster nachsah - und das obwohl er mit dem Rücken zum Fenster gesessen
hatte und über seine Schulter zurückschauen musste. Mist, hätte ich mich
man doch eindeutiger verhalten, ihn z.B. mal angelächelt.
Kurz darauf sprach mich bei Gayromeo jemand an, mit dem ich gestern schon
kurz (aber recht unerfreulich) gechattet hatte, der ein reines Sexprofil,
recht abstoßender Natur, hat. Er fragte mich, ob ich gerade in dem Bus
gewesen wäre. Ich dachte erst schon, dass es der besagte Typ gewesen sein
könnte, aber vom Alter her kam das nicht so recht hin, und es stellte
sich dann auch heraus, dass er jemand anders war, der erst eine Haltestelle
bevor ich ausstieg dazugestiegen war. Er ist mir nicht aufgefallen und
konnte mir auch kein Foto schicken. Der Chat drehte sich wegen der Sache
von gestern eh noch seltsam im Kreise und wir kamen nicht voreinander.
Auch egal, da er wahrscheinlich eher nichts für mich wäre, so von Alter
und Verhalten her. Auch wenn er mich für diese Vorurteile wieder maßregeln
würde ;-)
Schade nur, dass mir der andere Interessante durch die Lappen gegangen ist.
Es wirkte zwar so, als sei das seine Freundin gewesen, aber sowas kann
täuschen. Vielleicht wars die Schwester oder einfach eine sehr gute Freundin.
Was sollte schließlich sonst der Blick hinter mir her, als der Bus weiterfuhr?
Außerdem war es wieder so wie in dem Buch "Bestellungen beim Universum":
Ich hatte einen Bus verpasst und bekam zufällig die 41. Dann kam mir spontan
die Idee, eine Haltestelle länger sitzenzubleiben und durch die Wörthstraße
zu laufen statt über die Iburger Straße. Ohne die 41 hätte ich den süßen
nicht getroffen, und wäre ich Rosenplatz ausgestiegen, hätte mich der andere
wohl nicht gesehen, da er dort erst einstieg. Ich habe nur dummerweise
das Paket in Form des Süßen mit seiner Freundin nicht angenommen ...
[/Tagebuch-2006-02]
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Tagebucheintrag vom 01. März 2006
Heute Abend hatte mich Jens eingeladen, über ein paar Dinge zu
reden und ihm noch was am Computer zu zeigen. War ein interessanter
langer Abend mit allen möglichen Gesprächen, auch über Sexdates und
Verhaltensweisen etc. Er trifft sich auch nicht direkt zuhause mit
jemandem, der Sex will, sondern geht erstmal was trinken, wo sich
meist stundenlange Gespräche entwickeln, bis es vielleicht ernster
wird. Ich glaube, den Weg sollte ich auch einschlagen, wenn bei Gayromeo
mal ein interessanter dabei ist. Nachts um 2 hab ich eh meist keine
Lust mehr, wenn die dann ankommen (weil dann hätten Kneipen auch zu ;-) ).
[/Tagebuch-2006-03]
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Tagebucheintrag vom 03. März 2006
Gestern in der Mensa traf ich ganz unverhofft Sebastian. Er hat sich auch
gefreut, mich zu sehen, allerdings habe ich gemerkt, dass ich eigentlich
nicht mehr so richtig etwas für ihn fühlte, das Kribbeln war weg und
eine Unsicherheit da. Ich denke aber auch mal nicht, dass da in nächster
Zeit was draus werden würde, insofern egal. Er will vielleicht morgen
zur Rosenhof-Party kommen.
Beim Stammtisch gab es einen neuen Rekord: Insgesamt 23 Leute.
Thomas Wilde vom Schwulen Forum Niedersachsen aus Hannover war da,
stellte seine Arbeit vor und gab eine Teilnehmerliste rum, um uns für die
Erwachsenenbildung als Gruppe zu registrieren und somit Anspruch auf
Förderung zu haben.
Ich habe heute die Flyer vom con3 abgeholt. Dummerweise haben die auf
der Rückseite nicht ihre Anschrift drauf, nur die Homepageadresse.
Dann hoffe ich, dass die Leute das con3 auch finden ...
Nun kann das Verteilen losgehen. Im Rosenhof dürfen wir morgen auch
auslegen, wenn da der Gay Rose Club stattfindet.
Die Hinnerk hat übrigens den Artikel und auch den Termin gar nicht
veröffentlicht. Die Exit gefällt mir da sehr viel besser. Die sind
sogar so auf Zack, dass sie mir noch eine Werbeanzeige angeboten hatten.
[/Tagebuch-2006-03]
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Tagebucheintrag vom 04. März 2006
Sebastian hatte überlegt, mit in den Rosenhof zu kommen, aber war sich den
ganzen Abend unsicher und entschied sich dann dagegen, weil er müde
war und Kopfschmerzen hatte. Warum erwisch ich eigentlich immer diese
langweiligen und wehleidigen Zögerer und Schwanker?
Ich hab dann um kurz nach 10 erstmal Flyer für die con3-Party in den Rosenhof
gebracht und bin nach 12 rumgegangen und habe welche an Autos in der Umgebung
geklemmt. Dann ging ich selbst rein. Flo ist nicht aufgetaucht, obwohl er
es vorhatte. Wohl wieder Stress bei den Eltern. Der muss da echt raus, wenn
er sich da nicht von freimachen kann solange er dort wohnt.
Waren so einige süße Kerle auf der Party, aber alle anscheinend unerreichbar
oder vergeben.
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Tagebucheintrag vom 11. März 2006
Oh je, fast die ganze Woche nichts eingetragen. Na dann will ich mal ein
wenig nachholen.
Das Semester ging wieder los, da gabs einige neue interessante Gesichter
zu sehen. Wahrscheinlich eh alles wieder Heten, aber das wird die Zeit zeigen.
Gestern bin ich mit Flo nach Herford in den Go-Parc gefahren. Dort war
Sunshine Live "welcome to the club" Party. Das Publikum war leider sehr jung
(größtenteils eher unter 18), und am Anfang war es ultra voll und heiß.
Von der Raumaufteilung her fand ich es auch ungünstig, wenn man die Aura
gewohnt ist, da ist irgendwie alles großzügiger und verstopft nicht so leicht.
Im Go-Parc war das ein einziges Geschiebe und Gedrängel. Nachher, als die
Kiddies weg waren, sah man noch ein paar Schnuckels, aber wahrscheinlich dort
alles Heten. Immerhin war Flo mal wieder mit weg, nachdem er wegen Stress
bei der Arbeit und bei den Eltern in letzter Zeit oft nicht mitkam. Er
hat jetzt das OK vom Chef, dass er Urlaub nehmen darf, da hoffe ich, dass
er sich eine eigene Wohnung suchen wird, um von den Eltern mit ihren
Zankereien wegzukommen.
Eigentlich wollte ich dann heute mit Frank, Jens und vielleicht Sebastian
nach Münster ins Fusion, aber nachdem es abends noch schneite, haben wir
das abgeblasen. Frank wollte eh nicht mehr, und Sebastian war noch bei einer
Heten-Feier und es gefiel ihm dort auch gut. Ich bin dann mit Max und seinem
Freund zu Theo. Eigentlich wollte Jens dort auch hinkommen, aber wir sind
nicht so lange geblieben und ich sah ihn nicht mehr. Vielleicht ist er dann
auch direkt ins Bivalent gegangen.
Gerade als wir gingen, kamen ein paar Schnuckels rein, aber im Viererpack.
Meikys Freund wollte nach Hause, und da Jens nicht aufgetaucht war, ging ich
dann mit raus. Ich hätte mich wohl eh schwergetan, von denen einen
anzusprechen, wo die in der Gruppe waren. Hätte man noch Gesprächspartner
gehabt, hätte man natürlich schauen können, ob man mal Blickkontakt bekommt.
[/Tagebuch-2006-03]
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Tagebucheintrag vom 12. März 2006
Ergebnis des Tages: drei oder vier Leute angechattet, keiner hat geantwortet.
Dafür habe ich mich länger mal wieder mit Matthias unterhalten, war auch sehr
nett. Ich habe jetzt die Sexdates im Profil wieder aktiviert und wieder
eines der leicht bekleideten Fotos nach Vorne gestellt (die letzte Zeit
war der Partyflyer als erstes Bild). Jetzt sinds auch mal wieder ein paar
mehr Besucher.
Dann hab ich mir heute endlich mal Sommersturm mit Audiokommentar angesehen.
Ist wirklich sehr interessant, was die da so zu erzählen. Ich erzählte dann
im Chat Sebastian davon, der gab zu, den Film noch garnicht gesehen zu haben.
Er hatte damals mit einem Besonderen reingehen wollen, aber das klappte
dann nie. Auf mein Angebot, ihn gemeinsam zu schauen, ging er gerne ein,
und bestätigte auch, dass ich eine solche besondere Person für ihn bin.
Na da werd ich mal gespannt sein, ich habe ihn schon vorm Kuschelalarm
vorgewarnt. Vorerst haben wir aber noch keinen Termin dafür, er ist
mal wieder recht ausgebucht, was ihn aber auch selbst nervt.
Ich hab gerade die neuesten Probelinsen drin: Die funktionieren endlich
mal ganz gut für die Bildschirmarbeit und für Lesen mit künstlichem Licht.
Morgen mal nochmal bei Tageslicht ausprobieren, vielleicht sind das ja
jetzt endlich die passenden.
[/Tagebuch-2006-03]
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Tagebucheintrag vom 13. März 2006
Heute habe ich die einzige Vorlesung verschlafen und hatte dann die
Idee, dass ich Sebastian fragen könnte, ob er zufällig Lust und Zeit hat,
mit mir in die Schlossmensa zu gehen. Er war dann auch gerade auf dem
Weg, aber ich schaffte es nicht so schnell, da ich gerade erst
aufgestanden war und dann auch noch meine Kontaktlinsen einsetzen
wollte, um damit dann zum Optiker zu gehen.
Mit den letzten Linsen bin ich jetzt übrigens sehr zufrieden und
habe die nun auch bestellt. Damit kann ich ziemlich gut sehen, kein
Vergleich zu denen, die ich bisher probiert hatte. Freitag müssten
sie dann da sein.
Abends habe ich mit Jens eine Tour durch die Stadt gemacht, um Flyer
zu verteilen. Vor der Mensa will Suse vom con3 sich mal hinstellen,
ich werde sie aber auf die Tische am Westerberg verteilen.
Jens war beim Verteilen sehr begeistert vom Acai, da gibts wohl eine
Etage höher sowas wie eine Art Wohnzimmer, wo man es sich sehr gemütlich
machen kann. In ein Lokal ging gerade als Jens da Flyer hineinbrachte
ein sehr süßer Typ rein, der gefiel auch Jens. Und dann setzte er sich
auch noch ganz allein da an einen Tisch. Jens meinte, vielleicht wartet
er auf ein Date. Ich wäre ja gern zu seinem Date geworden, aber wir
mussten ja weiter. Aus der Rolle fiel das Bivalent: Peter will keine
Flyer auslegen, das con3 gehöre nicht zur Szene und wolle nur daran
teilhaben, dass die Partys der anderen gut laufen würden. Ihm würde
das nur das Publikum wegziehen. Aber wer geht schon wirklich gern
ins Bivalent, wenn er andere Alternativen hat ...
Die anderen Lokale waren sehr nett und freundlich, auch wenn sie
nicht zur Szene gehörten.
[/Tagebuch-2006-03]
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Tagebucheintrag vom 15. März 2006
Heute Abend war ich mit einem schwulen Freund und einigen Kommilitonen von
ihm in "Brokeback Mountain". Im Kino haben wir noch so einige andere Schwuppen
gesehen, Meiky und Markus waren auch dort. Der Film war schön - und traurig.
[/Tagebuch-2006-03]
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Tagebucheintrag vom 17. März 2006
Heute abend Wohnungseinweihung bei einem Kommilitonen. Dort war auch
ein Student eines anderen Studienganges, den ich nicht uninteressant war.
Leider erfuhrt ich erst, als schon weg war, dass der angeblich (laut Meinung
eines anderen) auf jeden Fall in beide Richtungen offen sei.
Mist, hätte ich das eher gewusst, dann hätte ich mich anders verhalten
können. Ich muss da mal noch mehr rauskriegen. Jetzt haben die mir einen
ganz schönen Floh ins Ohr gesetzt und ich muss öfter an ihn denken.
Derweil ärger ich mich mal wieder über Sebastian: Nachdem es gestern Mittag
gut geklappt hatte, mit ihm Essen zu gehen, war er dann entgegen
erster Planungen abends nicht beim Stammtisch und es gestaltet sich
auch schwierig mit ihm einen Termin für den Sommersturm-Abend zu
vereinbaren. Als ich ihm heute per SMS schrieb, dass ich morgen unverhofft
(da ein Orgeltermin ausfällt) den ganzen Tag frei habe und doch erst um
1 Uhr nachts ins N8 gehe, kam garnichts zurück. Als ich ihn über Gayromeo,
als er dort online war, darauf ansprach, meinte er nur, das Handy sei
lautlos gewesen, hat aber immer noch nicht den Inhalt beantwortet.
Das ist immer alles so unkonkret bei ihm und wird dann doch nichts.
[/Tagebuch-2006-03]
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Tagebucheintrag vom 19. März 2006
Gestern abend war die Gaynight im N8. Ich bin erst spät hin und
habe erstmal an allen Autos Flyer hinter die Scheibenwischer geklemmt.
Die Party wurde dann ziemlich gut: tolle Musik, viele unbekannte Gesichter,
darunter viele Schnuckels, auch recht voll diesmal, und sie hatten so
eine Art Singleparty gemacht, mit Nummern und Nachrichten für jemanden
hinterlassen. Mir hat nur Ben scherzhaft was hinterlassen. Ich habe leider
keine aufgegeben für einen Schnuckel, den ich die ganze Zeit im Blick
hatte. Ich traute mich nicht so recht ran, weil der jemand anderem dort
war und immer mit dem zusammenhing. Beim Tanzen hab ich ein paar
Blicke auffangen können, aber ihn anzusprechen traute ich mich nicht,
weil ich immer den kritischen Blick seines Begleiters daneben hatte. Bei
Gayromeo habe ich keinen von beiden gefunden. Dafür einen anderen,
der mir letztes Mal schon auffiel und wo ich den Verdacht hatte,
der könne an der FH studieren. Tut er aber nicht, der ist erst 18,
und hat auf meine Fußtappse nicht reagiert, wie eigentlich angesichts
des Alters auch erwartet.
Am geilsten war gestern bald noch, dass ich Kontaktlinsen drin hatte
und gut damit klarkam. Es war viel schöner ohne Brille in der Disco.
Und ich meine auch, viel mehr Blicke aufgefangen zu haben, als sonst.
Ben findet ebenfalls, dass ich so gut aussah. Marvin allerdings meinte,
ich sei so ruhig gewesen und hätte ausgesehen, als käme ich von einer
Beerdigung. Das soll ich nicht so ernstnahmen, sagt Ben.
[/Tagebuch-2006-03]
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Tagebucheintrag vom 20. März 2006
Mit der Mensaleitung habe ich heute abgeklärt, dass ich morgen die
Flyer am Westerberg verteilen kann. Erst war er nicht so begeistert,
aber als er hörte, dass das ein Benefiz für Gay in May sei, fand er
die Idee gut und hat es kostenlos erlaubt und noch viel Glück für
die Party gewünscht. Das zieht echt gut.
Mit Suse und Jens sind jetzt letzte Details abgesprochen wegen
Wechselgeld etc. Ich muss noch klären, ob wir den Beamer vom
Schwulenreferat kriegen, um Queer as Folk abspielen zu können.
Abends war ich bei Jens, um sein Linux einzurichten.
Vorher hatte sich noch Sebastian kurz gemeldet, dass er Zeit hätte,
aber erkältet ist und sich matschig fühlt. Ich hab mich
vorsichtshalber etwas zurechtgemacht (Kontaktlinsen etc.),
aber er meldete sich dann doch nicht mehr, was ich auch schon
erwartet hatte. So hatte ich mehr Zeit für Jens und für die
FH-Vorbereitung für morgen, war auch gut.
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Tagebucheintrag vom 22. März 2006
Das Verteilen der Flyer in der Mensa verlief unproblematisch. Ein paar
Leute haben komisch geguckt und es wird wohl auch Kommentare gegeben
haben, aber so direkt habe ich nichts mitbekommen. Als ich sie wieder
einsammelte, wollte einer seinen mitnehmen. Ich habe das zwar begriffen,
aber nicht verstanden, ich glaube er sprach kein deutsch. Er schaute mir
aber nachher noch nach, er wird wohl schwul sein.
Ben meint, ich sei sehr mutig, dass ich die Flyer da verteilt habe.
Müsste ich den Mut nur auch noch aufbringen, tatsächlich Leute anzusprechen,
wenn sie mich interessieren.
Heute habe ich dann noch beim Spazierengehen an ein Auto mit
Regenbogenaufkleber in der Wörthstraße einen Flyer geklemmt.
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Tagebucheintrag vom 24. März 2006
Beim Stammtisch waren gestern nicht soviele, da einige krank waren.
Max war auf Lehrgang. War aber doch ganz interessant.
Heute war ich den ganzen Nachmittag in der Uniklinik Münster zur Zahn-
untersuchung und -behandlung. Die haben mich ordentlich getriezt.
Ich bin nur etwas verwirrt, weil mein Zahnarzt mich dorthin schickte, weil
er die Wurzelbehandlung so schwierig fand, und dort sieht man irgendwie
gar keine Probleme. Na mal sehen, was das erstmal gebracht hat, und was
er dann dazu sagt.
Abends hatte ich mich mit einigen Leuten vom Stammtisch zur Probebühne
verabredet, das Stück "Liebkosungen", wo Jens mitspielt. Frank hatte auch
mitgewollt, war aber krank. Das Stück war echt toll, Jens hat auch super
gespielt, und hat auch dazu noch eine Rolle, die gut zu ihm passt. Auch
der Nach(t)klang danach war lustig und gut.
Dann ist Ben noch mit zu mir gekommen und hat meine Wirbel und meinen Atlas
in Ordnung gebracht. Die letzten Tage hatte ich parallel zu den Zahnschmerzen
auch, vermutlich durch verschobenen Atlas, im Hals- und Ohrbereich Schmerzen.
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Tagebucheintrag vom 26. März 2006
Die Party war eine tolle Sache. Zwar sind nur 150 Leute gekommen, ich hatte
eher mit 200-300 gerechnet, aber wir haben dennoch genug eingenommen, die
Resonanz war gut und es wirkte auch wohl gefüllt, zumindest nicht leer.
Ich bin immer mal oben am DJ-Pult gewesen und mich mit ihm unterhalten,
ihm Getränke gebracht etc. Er hatte noch einen süßen Hetenfreund dabei, der
mich auch immer so anlächelte - aber dennoch eine Hete.
Da die Party nun vorbei ist, musste ich meinen Profiltext bei Gayromeo
überarbeiten. Da habe ich nun, wegen meines Nicks PantherMarc, das
Panther-Gedicht von Rilke etwas umgedichtet. Kam mir gerade so spontan
in den Sinn.
[/Tagebuch-2006-03]
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Tagebucheintrag vom 28. März 2006
Der CCC-Treff heute war witzig. Ich hatte Gayromeo offen und dann parallel bei
Google gesucht. Einer der anderen kam rum, um sich die Seite auch anzugucken.
Ich überlegte noch kurz, ob ich Gayromeo zumache, aber habe es dann als Tab
im Hintergrund offen gelassen. Das ist mir mittlerweile echt zu blöd,
das dann schnell zuzumachen, ich will mich nicht verstecken. Er
bemerkte das und rief dann laut "guckt mal, was der hier offen hat"
oder so in der Richtung. War aber keine große Sensation, da bis auf
einen neuen Teilnehmer und ihn selbst eh alle Bescheid wussten.
Ich sagte dann noch, dass ich nebenbei auf der Datesuche sei, und machte
danach noch einen Spruch, dass ich den Pizzaboten ja mit auf Klo nehmen
könnte, wenn ich ihn unten träfe, oder sowas in der Richtung. Wie ich
später erfuhr, fragte mein "Zwangsouter" dann, als ich dann unten war, erstmal
die anderen, ob ich mich gerade geoutet hätte, was sie bestätigten und wohl
sagten, dass sie das schon gewusst hatten. Gab ansonsten keine weiteren
Reaktionen. War eigentlich sehr lustig, und nun weiß es mittlerweile fast
die ganze CMOS-Runde.
Später hab ich noch mit einem Oldenburger Studenten gechattet, der
dort auch mal Schwulenreferent war. Ein sehr netter und auch garnicht mal
schlecht aussehender Physikstudent, der auch bei Marvin auf dem Geburtstag
war, aber da musste ich leider arbeiten. Er kommt vielleicht mal hierher
zum Frühstück des Schwulenreferats, zwecks Vernetzung der Unis.
[/Tagebuch-2006-03]
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Tagebucheintrag vom 01. April 2006
Im Rosenhof liefen heute wieder eine ganze Menge Schnuckels
herum. Flo war auch dort. Mittwoch gehts dann mit ihm und ein paar
anderen wohl auch in den Rosenhof, zu den Disco Boys.
Vor der Party war ich noch bei Jens, um ihm seinen DVD-Player
zurückzubringen, den ich noch von der Party letzte Woche hatte.
Wir sprachen unter anderem über die Problematik Erstes Date und
wie man sich verhält, ob es z.B. schädlich sein könnte, Sexavancen
zu machen, oder ob das in Ordnung ist. Er meint, wenn sich das
aus der Situation als passend ergibt, ist das in Ordnung, und
Angst, dass man dadurch eine mögliche Beziehung verspiele, sei
da nicht hilfreich. Leute, die schon nach 1-2 Tagen mit jemandem zusammen
kommen, haben nur deshalb so schnell einen Freund, weil sie einfach frech
Initiative zeigen und nicht aus Angst, was kaputtzumachen, garnichts
unternehmen.
[/Tagebuch-2006-04]
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Tagebucheintrag vom 02. April 2006
Ich bin ziemlich müde vom wenigen Schlaf der letzten beiden Nächte,
aber morgen lass ich die Netzwerkprogrammierungs-Vorlesung sausen, die
bringt eh nicht viel, und hab dadurch einen freien Tag.
Heute Abend habe ich die neue Stammtisch-Webseite fertiggestellt und
meine Steuererklärung auf den Weg gebracht.
[/Tagebuch-2006-04]
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Tagebucheintrag vom 03. April 2006
In der Stadt heute im Vorbeigehen unerwartet Blickkontakt mit jemandem.
Nicht irgendwie auffällig interessant, aber vom Blick her recht wahrscheinlich
schwul. Abends hat mich ein ganz süßer angechattet und dann auch noch
angerufen. Suchte ein Sexdate, fragte aber auch nach Stammtisch etc.
Klang am Telefon nicht so, wie ich vom Foto her gedacht hätte. Hoffe er
sieht auch so aus. Wir werden uns vielleicht die Tage mal treffen.
[/Tagebuch-2006-04]
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Tagebucheintrag vom 04. April 2006
Der Typ von gestern wollte sich eigentlich heute abend melden, hat er aber
nicht, obwohl er online war. Ich wollte da aber auch nicht hinterherlaufen.
Wenn er Lust hat, wird er sich schon melden.
Ich hab trotzdem schonmal die Wohnung geputzt, falls es dann mal
spontan zu einem Date kommt. Außerdem kommen morgen abend Frank, Flo,
und noch ein Freund von ihm hierher, um dann
zusammen in den Rosenhof weiterzugehen. Da sind morgen die Disco Boys
mit ihrer aktuellen Tour. Freitag gehts in die Aura, da freu ich mich
auch schon.
Die Gay in May Webseite ist jetzt auch endlich fertig. Erstmal einiges
vom Tisch.
[/Tagebuch-2006-04]
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Tagebucheintrag vom 06. April 2006
Gestern abend war ich mit Frank und Flo im Rosenhof, da haben die Disco
Boys aufgelegt. Abgesehen davon, dass wir ewig anstanden,
war es ein klasse Abend mit total geiler Musik. Wir haben noch ein paar
andere Schwuppen getroffen, und Flo und ich haben am Ende,
als die anderen schon weg waren, noch bis fast 5 Uhr durchgetanzt, waren dann
aber auch total k.o.
Einige interessante Begegnungen hatten wir da: Erstmal ein Paar in unserem
Alter, beide in T-Shirts mit einem Hasen drauf, aber verschiedene Farben.
Der eine in Rosa. Blickkontakt hatte ich mehr mit dem anderen, der gefiel
mir auch besser, und der guckte auch häufiger. Bei dem glaube ich auf jeden
Fall, dass er schwul ist. Bei dem anderen hatte ich zwischendurch meine
Zweifel, aber da die beiden dann zusammen und ohne Begleitung irgendwann
gingen, gehörten sie vielleicht wirklich zusammen.
Eine Hete (nehmen wir an) tanzte uns eine Zeitlang an, grinste aber immer
zu seinem Kumpel rüber, und der beobachtete das auch ganz genau. Das scheint
eher eine Verarschung gewesen zu sein. Dabei sah der Typ gut aus. Aber es
fehlte der subtile schwule Ernst bei der Sache, es war zu merken, dass er
nur mit uns spielte und nur so tat. So zumindest mein Eindruck.
Zum Schluss fiel uns noch einer Fünfergruppe auf, wo ich gleich meinte,
die könnten schwul sein. Zwischendurch kamen auch da wieder Zweifel auf,
die sich aber schnell zerstreuten. Zwei davon gehörten eindeutig zusammen,
kamen mir auch aus Münster etwas bekannt vor. Und zwei weitere machten
sich bei dem fünften am Hemd zu schaffen und knöpften es auf. Flo und
ich stierten rüber und grinsten, die grinsten zurück, alles war klar *g*
Insgesamt ein sehr gelungener Abend.
Ich sah auch noch einen Nachbarn, den Max für schwul hält, aber
mit einem Mädel zusammen, und er wirkte doch sehr hetero. Einen früheren
Arbeitskollegen traf ich auch, der meinte, ich sähe sehr gut und fröhlich
aus (er ist aber hetero).
Heute in der Mensa begegnete ich einem vom Stammtisch, und sah einen von
der Probebühne, der beim Nach(t)klang mitgemacht hatte. Später beim
Spazierengehen lächelte mir einer vom Fahrrad aus zu, ich war so perplex,
dass ich so schnell leider nicht reagieren konnte. Den Nachbarn traf ich
im Treppenhaus wieder, ein längeres Gespräch ergab sich aber nicht, er wollte
weiter. Ich halte ihn aber auf jeden Fall für hetero.
Beim Stammtisch haben wir den Film "Latter Days" gesehen. Ich kannte ihn
ja schon, aber er hat mich wieder sehr mitgenommen, wie auch alle anderen
auch. Max hatte Oliver, einen Neuzugang, mitgebracht.
Der gefällt mir eigentlich ganz gut, ich bleibe auf jeden Fall mit ihm
in Kontakt und seh ihn beim Stammtisch oder auf Party hoffentlich
bald mal wieder.
[/Tagebuch-2006-04]
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Tagebucheintrag vom 09. April 2006
Freitag war ich mit Flo in der Aura zur Sunshine Live Party. Direkt beim
Reingehen fiel uns ein äußerst schnuckeliger Mitarbeiter am Sunshine Live
Stand in der Eingangshalle auf, zu dem wir hinschauten und lächelten, und
auch direkt ein Lächeln zurückbekamen. Wir sind etwas später nochmal hin
und haben uns ein wenig mit ihm unterhalten, und als wir rausgingen, und
sonst niemand mehr dort war, hat er uns schon aus der Entfernung total
angegrinst. Der war unter Garantie schwul. Aber der Arme musste gestern
und heute den ganzen Tag noch auf der Timewarp in Mannheim stehen.
Max hat mir nachher vorgehalten, dass wir keine Kontaktdaten von ihm
haben, man hätte mal den Gayromeo-Nick (bzw. ob überhaupt wirklich schwul)
herausfinden müssen. Naja, vielleicht sieht man ihn dort noch einmal.
Er wird eh weiter weg wohnen.
Oliver ist gestern mit ins Fusion gekommen, zusammen mit Flo, einem
Freund von ihm, Jens und mir. Dort hatte ich nicht das Gefühl, dass ich
ihn näher interessiere, sondern eher, dass er Flo umwarb. Heute hat er mich
aber angechattet und will wohl jetzt in seinem Urlaub gerne was mit mir
machen. Na mal abwarten.
Die Party im Fusion war aber sehr gelungen. Total voll, da 5jähriger
Geburtstag, aber die Musik in der House-Area war echt geil. Jens hat sich
die Kontaktdaten des DJs geben lassen.
Ihn würde der für unsere Partys hier interessieren.
Ich war gestern auf jeden Fall besser drauf und weniger kaputt als Freitag
in der Aura. Techno bzw. die Aura ist aber auch anstrengender als House im
Fusion.
Als wir schon fast gehen wollten, habe ich das erste Mal so einen Flirterfolg
gehabt wie ich es sonst nur bei anderen sehe: Im Begegnen schaute ich einen
an, wie ich es sonst auch tue, aber er schaute zurück und wir grinsten uns
automatisch an. Wir haben uns, als wir aneinander vorbei waren, beide immer
wieder umgedreht und zurückgeschaut, bis er mir winkte, ich solle zu ihm
kommen. Wir haben uns da nur kurz unterhalten und zum Abschied kurz geküsst
(ohne Zunge), er meinte aber heute im Chat, wir hätten mit dem Küssen früher
anfangen sollen. Ich habe ihm jetzt vorgeschlagen, dass wir uns treffen,
mal sehen ob er Zeit hat.
[/Tagebuch-2006-04]
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Tagebucheintrag vom 11. April 2006
Morgen abend treffe ich mich mit Oliver, der Urlaub hat und
gern mal was unternehmen wollte. Wir haben uns jetzt vor der Lagerhalle
verabredet und wollen dann in die Acai Lounge gehen. Soll ja sehr gemütlich
dort sein.
Gestern und heute war ich in der Uniklinik Münster zur Zahnbehandlung.
Der beaufsichtigende Arzt "meines" behandelnden Studenten ist ein total süßer
junger Typ. Wenn er bei mir nachschaut, sehe ich ihm immer in die Augen :-)
[/Tagebuch-2006-04]
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Tagebucheintrag vom 12. April 2006
Abends hatte ich ein sehr schönes Date mit Oliver. Wir sind
in die Acai Lounge gegangen, sehr gemütlich dort. Den einen Kellner
halte ich auch für schwul und meine ihn auch bei Gayromeo schon
gesehen zu haben. Aber der, der ich dachte, hat kein Foto, und war
online obwohl er noch hätte dort im Laden sein müssen. Also weiß ich
es erstmal nicht.
Oliver ist sehr süß, und uns beiden hat der Abend gefallen.
Ob da mehr drin sitzt, kann ich so nicht beurteilen, muss man mal
abwarten. Er sagte auch, dass er sich in seine letzte Beziehung zu
schnell gestürzt hat, weil er unbedingt einen Freund haben wollte,
und das bei ihm daher jetzt eher komplizierter ist, weil er erstmal
sicher sein will, dass das auch was wird.
[/Tagebuch-2006-04]
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Tagebucheintrag vom 14. April 2006
Gründonnerstag nach dem Gottesdienst, in dem ich Orgel und Klavier spielen
musste, habe ich mich schnell fertiggemacht (Kommentare
Mama: "Du siehst ja ganz anders aus", und mit Brille und ohne gegelte
Haare fände sie es aber besser) und dann ab nach Osnabrück zum
Stammtisch. Oliver war da, und andere machten hin und
wieder Sprüche über uns, weil wir viel zusammenhingen und auch zusammen
vom Klo kamen. Wobei da "Toilettendisco" von der Tiefenrauschparty
war, die an dem Abend stattfand, da war also auch normal Party unten.
Anfangs war das ganz nett, und Martina will das gerne auch für
Gay in May dort machen, damit sich nicht alles so verläuft, aber später
wars ziemlich eklig und siffig, wirkte mit der Musik zusammen wie
ein Darkroom bei Queer as Folk. Da werd ich doch am Dienstag beim
Treffen gegen argumentieren.
Schön war die Chill-Out-Lounge der Tiefenrausch-Party. Als wir dort eine
Zeitlang saßen, habe ich es auch mal gewagt, mich an Oliver anzukuscheln,
was er auch zuließ, aber ansonsten nicht reagierte. Überhaupt stelle ich
fest, dass er nicht abwehrt, sondern geschehen lässt was ich an
Annäherungsversuchen starte, aber auch von sich aus keine Initiative
ergreift. Wahrscheinlich wartet er lieber noch etwas ab und will nicht
zu schnell irgendwas machen. Er bot mir aber an, zusammen den Narnia-Film
zu sehen, den er sich auf DVD gekauft hat. Vielleicht ergibt sich da ja
eher eine Chance, ihm näher zu kommen. Gestern habe ich auf jeden Fall
gemerkt, dass ich Gefühle für ihn entwickele und ihn sehr interessant finde.
Die Gefühle merke ich auch jetzt ein wenig und hätte ihn gerne bei mir.
Morgen sehen wir uns auf der Gaynight, ich fürchte nur, dass er da wieder
eher distanziert wirkt, weil er beim Tanzen immer woanders hinschaut und nicht
zu mir, das war auch gestern in der Lagerhalle so.
[/Tagebuch-2006-04]
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Tagebucheintrag vom 15. April 2006
Ich bin stinksauer auf einen "Freund" vom Stammtisch. Naja, mittlerweile
geht es schon wieder, habe mich beim Tanzen abreagiert. Mit hatte heute
jemand geschrieben, er habe den mit Oliver knutschend im Aldi gesehen.
Ein Blick in Olivers Profil zeigte mir dann auch, dass er "Ich habe einen
Partner" dort stehen hat und der andere mit dem Smiley mit Herzen in den
Augen verlinkt ist.
Dem anderen hatte ich dann erstmal eine SMS geschrieben, dass ich das
verdammt frech von ihm fände, aber da kam erwartungsgemäß keine
Antwort drauf. Es ist ja okay, wenn die beiden sich verlieben,
kann ich nichts daran machen, aber diese Frechheit, mir zu einem
Zeitpunkt, als sich das bei denen bereits abzeichnete, mir noch
zu schreiben, er könne nicht beurteilen, ob Oliver Interesse an mir
hätte, er würde ihn zu wenig kennen. Wie ich vorhin erfuhr, hatte zu dem
Zeitpunkt Oliver schon einem Freund erzählt, dass er sich wohl verliebt
habe. Auch mit Oliver habe ich hinterher noch gechattet, er hat auch
nichts erwähnt. Und dass ich was von ihm will, wusste er, denn er hat
dem besagten Freund auch gesagt, dass ich nicht sein Typ sei.
Aber mit mir redet natürlich keiner.
Ich habe Oliver jetzt gerade noch eine Message geschrieben und mir
das damit von der Seele geschrieben, was ich ihm mit auf den Weg
geben möchte: Dass er bitte in Zukunft den Mut haben soll, Verehrern
eine Abfuhr zu erteilen, bevor er mit einem derer Freunde was anfängt,
und dass mir das sehr weh tat und es mir nicht hilft, wenn er
jemand anderem all das erzählt, was für mich wissenswert gewesen wäre.
Außerdem habe ich geschrieben, dass ich erstmal das sacken lassen
muss und die Zeit zeigen muss, wie man weiter zueinander stehen kann.
Mal sehen, ob und wie er darauf eingeht. Eigentlich denke ich mal,
dass er vernünftig darauf reagieren wird, sich vielleicht sogar
entschuldigen wird.
[/Tagebuch-2006-04]
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Tagebucheintrag vom 16. April 2006
Entschuldigt hat sich Oliver nicht, sondern gemeint, ich würde vielleicht
etwas überzogen reagieren. Er ist der Meinung, durch sein Verhalten
am Donnerstag klargemacht zu haben, dass er nichts von mir will.
Aber das kann ich so ja nicht bestätigen. Ich habe noch ein paar
Dinge klargestellt und gesagt, was ich erwartet hätte, aber da ist
er nicht mehr drauf eingegangen. Ist auch besser so, ich habe keine
Lust auf lange Diskussionen, die zu nichts führen.
Mir ist im Nachhinein klargeworden, dass mal wieder der Vollmond
seine Finger im Spiel hatte. Das war nämlich am Donnerstag, und da
stellten sich auch die Weichen für die beiden, wenn ich das richtig
verstanden habe. Aber an so einem Tag zuhausezubleiben hätte in
diesem Fall auch nichts geändert.
Bei Gayromeo habe ich heute meinen 10000. Besucher gehabt, allerdings
kein interessanter. Ein anderer hat mich noch angechattet, der scheint
ganz nett zu sein, mal sehen was der Chat in den nächsten Tagen noch
gibt.
Gestern auf der Party hatte Frank einen hin und wech Stand, wo auch
die Herzrasen-Hefte auslagen. Ein flüchtig Bekannter hatte in einem gelesen
und als ich ihn ansprach, meinte er, das sei komisch gewesen, mein
Foto zu sehen und dann stehe ich plötzlich vor ihm.
[/Tagebuch-2006-04]
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Tagebucheintrag vom 17. April 2006
Olivers Kumpel, mit dem er vor mir über die Geschichte geredet hatte,
hae mir empfohlen, ichselbst zu sein und meinem Impuls zu folgen, Zuneigung
direkt anzusprechen. Dann hätte Oliver vielleicht auch direkt gesagt, dass er
kein Interesse hat.
Ich entgegnete ihm (und auch meiner Schwester, als ich das mit ihr jetzt
besprach), dass es ja besser sein könnte, nicht so mit der Tür
ins Haus zu fallen, um niemanden zu verschrecken und sich erstmal was
entwickeln zu lassen.
Er sagte dazu, ich solle mich nicht verstellen und es so machen, wie
es mir am besten liegt, wie ich es selbst am besten finde (das wäre:
recht direkt ansprechen).
Meine Schwester meinte, diese Sache mit den Glückstipps, von wegen
Unsicherheit stärkt das Verlangen, wäre eher erst im zweiten Schritt,
erstmal aber müsse man Interesse wecken, und das täte man nur, wenn man
auch direkt zeigt/sagt, dass man jemanden sehr mag und vielleicht mehr von
ihm will. Sie führte als Beispiel an, wenn jemand zu schüchtern ist, um
seinen Schwarm anzusprechen, wird er ihm vielleicht nie auffallen.
Aber fällt er erstmal auf, merkt der vielelicht, dass ein sehr lieber
Mensch dahintersteckt.
Hat auch was wahres!
[/Tagebuch-2006-04]
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Tagebucheintrag vom 18. April 2006
Beim Gay in May Meeting haben wir Plakate und Programmhefte verschickt und
letzte Dinge für die einzelnen Programmpunkte geklärt. Auf der Hinfahrt im Bus
sah ich einen sehr süßen, leider nur seitlich und von hinten beim
Ein-/Aussteigen und während er saß, aber hatte was von Justin aus Queer
as Folk.
[/Tagebuch-2006-04]
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Tagebucheintrag vom 19. April 2006
Der gutaussehende junge Zahnarzt war leider heute nicht in der Uniklinik im
Dienst, statt dessen eine ebenfalls junge Zahnärztin, die sicher Heten
gut gefallen hätte. Der behandelnde Student hat NaOCl auf meinen Pullover
geplörrt und ihn damit gebleicht. Nun darf ich mir einen neuen kaufen und die
Kosten einreichen. Aber erstmal einen finden ...
Hab noch wieder mit einem Hannoveraner Maschinenbaustudenten gechattet, den ich
über Max mal kennengelernt hatte. Wir haben in Punkte nicht
erfolgreicher Partnersuche einige Gemeinsamkeiten, aber er ist so frustriert,
dass er gar keinen mehr treffen will, auch mich nicht, selbst wenn ich mal
in Hannover wäre. Aber vielleicht auch nur ein Vorwand.
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Tagebucheintrag vom 20. April 2006
Heute hab ich Sweat- und T-Shirt gefunden. Der Verkäufer bei S.Oliver war
bestimmt schwul, aber hat leider keine Möglichkeit zum Flirten gegeben.
Max hat abends bestätigt, dass da zwei schwule Verkäufer sind.
In der Mensa hatte ich vorher auch einen gesehen, den ich von Gayromeo
oder Partys her kenne, der hat aber nicht merklich reagiert, obwohl ich
ihn unverholen angesehen habe. Gesehen hat er mich aber.
Bei Gayromeo fragte mich der "Freund", mit dem Oliver jetzt zusammen ist,
wegen einer Gay in May Sache an und entschuldigte sich dann auch für die
Sache letztes Wochenende. Er fragte, ob wir abends
beim Stammtisch in Ruhe abseits der anderen drüber sprechen könnten, das wäre
ihm wichtig. Das haben wir dann auch so gemacht, und er hatte von sich aus
eingesehen, dass das scheiße war so. Er hatte mich auch garnicht belogen,
da er zu dem Zeitpunkt, als ich fragte, gerade erst mit seinem Ex schlussgemacht
hatte und noch garnichts von Oliver wollte. Er hatte ihn dann nur zum Reden
gebraucht, und dabei hätte es hinterher dann gefunkt. Vor der N8-Party hätte
er sich noch bei mir gemeldet, aber da bin ich ihm ja zuvorgekommen mit
meiner SMS, und da war er dann selbst bratzig und hatte keine Lust mehr,
noch mit mir zu reden. So haben wir dann im Endeffekt bis heute kein
Wort mehr miteinander gewechselt ... (auf der Party hatte ich beide einfach
ignoriert) aber jetzt hatte sich das ganze etwas gelegt und es ging ganz gut.
Es war aber schon schwierig, die beiden am Stammtisch zusammen zu sehen.
Sie haben mich auch nicht geschont und sich schon als Paar aufgeführt.
Aber ich habe gesagt, da muss ich durch, man kann es nicht ändern, es
wird schon gehen.
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Tagebucheintrag vom 21. April 2006
Wieder alle möglichen Schwuppen in der Stadt gesehen. Komisches Wetter,
warm, gab nur Kopfschmerzen und Müdigkeit. Abends war Gay in May Gottesdienst
Treffen.
Max schlug vor, dem Verkäufer bei S.Oliver ein Gay in May Programmheft zu
bringen und will das tatsächlich morgen machen.
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Tagebucheintrag vom 23. April 2006
Gestern fuhr ich mit einem Theologiestudenten zu einem Vorstandstreffen
des Kirchenmusikerverbandes, und zeigte ihm mein Buch "Streitfall Liebe,
biblische Plädoyers wider die Ausgrenzung homosexueller Menschen".
Er war auch dem Thema sehr aufgeschlossen und wusste gut Bescheid. Er hat
mich nicht gefragt, ob ich denn schwul sei, aber denkt es sich vielleicht
nun. Aus meinen Fragen über seine Lebensplanung entnahm ich aber, dass er
sich für hetero hält (ich sehe das anders - wie er mir bei der Bahnfahrt
in die Augen lächelte!) und Frau und Kinder haben möchte.
Abends war ich mit Jens im KCM.
Ich bin froh, dass ich dort war, da ich endlich mal jemanden sah, mit
dem ich schon länger chatte. Leider wusste ich seinen Namen nicht mehr,
und traute mich daher nicht, ihn anzusprechen.
Wir hatten mal Blickkontakt, aber danach schaute er immer nur in die andere
Richtung.
Heute habe ich ihn dann aber angechattet, ihm gleich ein paar Komplimente
gemacht, und er freute sich auch darüber, dass ich ihn ansprechen wollte, auch
wenn ich es nicht getan hatte. Er ging zwar nicht auf die Frage ein, ob wir
mal was trinken gehen wollen, aber er bot an, dass wir uns nächste Woche
im KCM unterhalten, er wird wahrscheinlich zur Party kommen. Wir haben dann
auch noch nett gechattet, das sieht eigentlich erstmal alles gut aus. Und
er ist echt süß.
Max hatte dem Verkäufer bei S.Oliver ein Programmheft gebracht, aber der
wusste damit erst nicht so recht was anzufangen und Max konnte sich leider
auch nicht länger dort aufhalten. Ist also ungeklärt, ob er schwul ist und
ob man ihn mal bei Veranstaltungen sehen wird.
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Tagebucheintrag vom 25. April 2006
Ich hab ziemlich starken Heuschnupfen, zum ersten Mal so heftig wie im Moment.
Das ist ziemlich ätzend.
Abends hatte ich im con3 Besprechung mit Jens und dem Eigentümer. Wir wollen
jeweils am vierten Samstag im geraden Monat die Party wieder machen, also
alle zwei Monate. Angefragt war eine CSD-Party, aber das wäre der Freitag
vor dem vierten Samstag, und da der CSD hier nicht sehr gut läuft und eher
negativ im Kopf der Leute verankert ist, haben wir uns dagegen entschieden,
da eine Party zu machen, und starten lieber dann schon die Regelmäßigkeit |