Marcs Coming Out Tagebuch
   


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    Donnerstag, 16. September 2004

    Tagebucheintrag vom 16. September 2004

    Tagsüber habe ich gearbeitet. Es waren drei Leute einer lokalen Telefongesellschaft da, um Arbeiten an ihren Geräten auszuführen. Einer von denen (wohl auch der jüngste, aber sicher älter als ich) sah mich mehrfach auffällig und länger an. Ich fand ihn aber nicht attraktiv, sonst hätte ich mal zurückgelächelt oder so.

    Abends zum Stammtisch hatte ich Julian eingeladen. Nico kam zwar auch, aber nur kurz. Habe Julian die ganze Geschichte mit Jan erzählt und auch nochmal versucht, ob ich seine Homo-Ader nicht zum Leben erwecken kann... aber er meint, er ist sich doch ziemlich sicher, hetero zu sein. Er würde merken, dass sein Leben bereichert würde, dass er ganz anders empfinden würde, wenn er mit Frauen zusammen wäre. Schade eigentlich, wo ich ihn so süß und nett finde. Das habe ich ihm auch gesagt, er mag das gerne hören (sagte mir mal, dass ihn das ehrt).

    Ach ja, Jan. Das Duschen mit ihm geht mir nicht aus dem Kopf. Natürlich hätte noch mehr passieren können, aber fürs erste war das schon schön genug. So angenehm, wie er mich mit Duschgel einseifte - das leichte Kitzeln auf dem Bauch - die Arme um ihn zu legen... einfach Kontakt zu seinem Körper zu haben ist eine sehr schöne Erfahrung gewesen. Ich habe mich bei ihm noch per IRC für die letzten Tage bedankt und ihm auch geschrieben, wie sehr mir das Duschen gefiel. Wenn auch der Ausgang vielleicht nicht so war, wie erhofft, habe ich es genießen können, möchte diese Erfahrungen nicht missen und wünsche mir eine Wiederholung. Während ich das hier schreibe, kommen mir die Tränen und meine Brust kribbelt. Mist, ich will mich doch nicht verlieben, das kann doch eh nichts werden. Aber wer hat schon Einfluss auf sowas? So gut es einerseits ist, zu wissen, dass Jan sich nicht vorstellen kann, sich in mich zu verlieben und sich vorm Kuscheln etwas ekelte, so traurig ist es doch, wenn man selbst anders empfindet und sich damit abfinden muss. Das einzige, was gegenüber eine unglücklichen Liebe für einen Hetero anders ist: dass Jan es mir weder übelnehmen noch sich so stark wie ein Hetero vor engererem Kontakt ekeln/fürchten wird. Und er wird mich ganz sicher verstehen und auf mich eingehen können.


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