Marcs Coming Out Tagebuch
   


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    Dienstag, 07. September 2004

    Tagebucheintrag vom 07. September 2004

    Morgens fuhren meine Eltern in Urlaub, noch vorher bin ich aber zur Arbeit abgefahren. Nachmittags konnte ich Feierabend machen, und dann bin ich spontan um 17:45 Uhr allein ins Kino gegangen (nicht um 20 Uhr, weil ich keine Karten vorbestellt hatte und das noch die erste Woche war). Es waren dann aber nur 8 Leute im Kino, von denen einer ein Junge etwa in meinem Alter war, der auch (soweit ich das sehen konnte, er saß etliche Reihen vor mir) nicht schlecht aussah. Der war mit ziemlicher Sicherheit schwul, allein schon weil er allein (so wie ich) in diesen Film ging. Leider rannte er mit Beginn des Abspanns sofort raus, selbst wenn ich den Abspann hätte sausen lassen (was ich ungern tue) hätte ich ihn kaum einholen können, weil er dichter am Ausgang saß). Ich hätte ihn sonst ganz gerne nochmal angesprochen.

    Am selben Abend habe ich mich dann aber noch Carsten, einem anderen ehemaligen Mitschüler aus dem Gymnasium gegenüber geoutet. Wir hatten uns in letzter Zeit häufiger beim lokalen CCC Chaos Treff in Osnabrück getroffen (nachdem ich ihn eingeladen hatte, wir hatte noch etwas Kontakt über ICQ), und er hatte mir vor meinem Urlaub einmal so einen tollen Blick zugeworfen, dass ich echt schwachwerden konnte. Nur wusste ich, dass er mit einer Freundin zusammenlebt, und hatte die auch schon kennengelernt.

    Ich sprach Carsten also nun diesen Dienstag abend per ICQ darauf an (er war die zwei Wochen vorher nicht online gewesen. An diesem Abend fiel das Treffen in Osnabrück aus, dafür war er dann endlich mal wieder etwas länger online, so dass wir chatten konnten). Nein, ihm war der Blick noch nicht aufgefallen, aber er hat auch keinen großen Wirbel gemacht, als ich andeutete, schwul zu sein. Er meinte, das sei ihm eigentlich völlig egal. Seine Freundin meinte dann aber wohl, sie hätte sich bei mir schon sowas gedacht. Sie habe eine gute Menschenkenntnis (sie hatte mich ja nur einmal eine Stunde lang gesehen, als ich mir die Wohnung angeguckt hatte und wir zusammen Six Feet Under geguckt hatten, weil das gerade lief).


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