Marcs Coming Out Tagebuch
   


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    Die folgenden Webseiten werden im Tagebuch erwähnt:

  • Mattenjahre - Ein Coming Out Tagebuch
  • Nickstories
  • GayStation
     
  • Gewinnerstorys des Herzrasen-Schreibwettbewerbs


  • Impressum




       

    Mittwoch, 01. September 2004

    Tagebucheintrag vom 01. September 2004

    Erst mit dem Rad unterwegs gewesen (laufen ging ja nicht so gut), abends wurd es dann mal richtig schönes Wetter, da konnte ich mich noch eine Zeitlang in die Sonne an den Strand legen.

    Abends hat meine Mutter angerufen. Habe ihr von dem Fuß erzählt. Sie empfahl mir, in der Apotheke einen Verband zu besorgen, wie ihn mir der Arzt letztes Jahr angelegt hatte.

    Ich wollte dann noch bei der Musikkneipe "Düne 13" vorbei, aber von außen gefiel mir die Musik schon nicht, und wie das aussah, waren da auch einzelne Grüppchen, zu denen ich mich vermutlich eh nicht dazugesellt hätte... schon blöd wenn man eher schüchtern und Einzelgänger ist. Also doch ein wenig Mattenjahre weitergelesen. Irgendwie bedrückt das doch ziemlich, wenn man über die tolle Zeit liest, die Tim und Nils zusammen hatten. Andererseits bin ich froh, dass ich einiges leichter gehabt habe in Bezug auf das Coming Out. Bin halt auch schon älter. Hab ich in meiner Jugend was verpasst? Was wäre gewesen, wenn ich schon mit 16 gewusst hätte, dass ich schwul bin? Wäre mein Leben so ähnlich wie Tims verlaufen, oder hätte das garnichts geändert? Das sind Gedanken, die ich häufig habe...


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    Donnerstag, 02. September 2004

    Tagebucheintrag vom 02. September 2004

    Morgens beim Einkaufen Verband gekauft, aber tagsüber nicht angelegt, da schönes Wetter und ich an den Strand wollte. Den Tag über hauptsächlich am Strand verbracht. Immer mal nach süßen Jungs Ausschau gehalten. Ein paar in meinem Alter, die mit mir in der Inselbahn gesessen hatten, sieht man immer mal, aber die scheinen sich nicht groß für mich zu interessieren. Waren auch mit Mädels zusammen angekommen.


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    Freitag, 03. September 2004

    Tagebucheintrag vom 03. September 2004

    Mit dem Rad bis zum anderen Ende der Insel gewesen und dort am Strand. Später noch in einen anderen Strandbreich gefahren. Abends noch den Rest Mattenjahre gelesen und eine Folge Queer as Folk geguckt, die ich auf dem Notebook mitgenommen hatte.


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    Samstag, 04. September 2004

    Tagebucheintrag vom 04. September 2004

    Weiterhin tolles Wetter, am Strand gewesen. Alle interessanten Jungs sehen mich nichtmal an...

    Bernd und Sven fragen, wann wir ins Kino wollen, den neuen Film "Sommersturm" gucken. Wir haben Freitag den 10.9. vereinbart. Das ist ein toller Coming Out Film mit Robert Stadlober und vielen weiteren sehr attraktiven Schauspielern.

    Abends habe ich dann die nächsten Folgen Queer as Folk geguckt.


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    Sonntag, 05. September 2004

    Tagebucheintrag vom 05. September 2004

    Morgens war es total neblig, erst am frühen Nachmittag verzog sich der Nebel. Am Strand konnte man nichtmal bis zum Wasser gucken erst.

    Abends schonmal etwas die Wohnung aufgeräumt, gepackt und saubergemacht. Dann habe ich noch eine Coming Out Story im Internet entdeckt und gelesen. War auch sehr schön.


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    Montag, 06. September 2004

    Tagebucheintrag vom 06. September 2004

    Morgens noch letzte Flaschen weggebracht und Brötchen gekauft. Auf dem Rückweg zur Wohnung habe ich zwei Jungs in meinem Alter überholt. Einer sah auch ganz gut aus und blickte mich im Vorbeifahren an. Aber ich hatte leider heute am Abreisetag keine Zeit mehr... hätte mich vermutlich eh nicht getraut, ihn anzusprechen. Würd mich interessieren, ob die beiden zusammen sind oder nur Kumpels.

    Dann Wohnung übergeben, erstmal Gepäck noch dort stehen lassen und noch ein wenig an den Strand und mit dem Rad rumgefahren, was zu trinken gekauft etc. Dann gegen 11 Uhr das Gepäck geholt, Rad abgegeben und um 11:30 Uhr mit der Inselbahn und dann dem Schiff zurück ans Festland. Anschließend Heimfahrt. Auf dem Schiff waren zwei Jungs, aber nicht ganz so interessant.

    Abends erfuhr ich dann von Bernd, dass sie doch nicht am Freitag ins Kino können.


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    Dienstag, 07. September 2004

    Tagebucheintrag vom 07. September 2004

    Morgens fuhren meine Eltern in Urlaub, noch vorher bin ich aber zur Arbeit abgefahren. Nachmittags konnte ich Feierabend machen, und dann bin ich spontan um 17:45 Uhr allein ins Kino gegangen (nicht um 20 Uhr, weil ich keine Karten vorbestellt hatte und das noch die erste Woche war). Es waren dann aber nur 8 Leute im Kino, von denen einer ein Junge etwa in meinem Alter war, der auch (soweit ich das sehen konnte, er saß etliche Reihen vor mir) nicht schlecht aussah. Der war mit ziemlicher Sicherheit schwul, allein schon weil er allein (so wie ich) in diesen Film ging. Leider rannte er mit Beginn des Abspanns sofort raus, selbst wenn ich den Abspann hätte sausen lassen (was ich ungern tue) hätte ich ihn kaum einholen können, weil er dichter am Ausgang saß). Ich hätte ihn sonst ganz gerne nochmal angesprochen.

    Am selben Abend habe ich mich dann aber noch Carsten, einem anderen ehemaligen Mitschüler aus dem Gymnasium gegenüber geoutet. Wir hatten uns in letzter Zeit häufiger beim lokalen CCC Chaos Treff in Osnabrück getroffen (nachdem ich ihn eingeladen hatte, wir hatte noch etwas Kontakt über ICQ), und er hatte mir vor meinem Urlaub einmal so einen tollen Blick zugeworfen, dass ich echt schwachwerden konnte. Nur wusste ich, dass er mit einer Freundin zusammenlebt, und hatte die auch schon kennengelernt.

    Ich sprach Carsten also nun diesen Dienstag abend per ICQ darauf an (er war die zwei Wochen vorher nicht online gewesen. An diesem Abend fiel das Treffen in Osnabrück aus, dafür war er dann endlich mal wieder etwas länger online, so dass wir chatten konnten). Nein, ihm war der Blick noch nicht aufgefallen, aber er hat auch keinen großen Wirbel gemacht, als ich andeutete, schwul zu sein. Er meinte, das sei ihm eigentlich völlig egal. Seine Freundin meinte dann aber wohl, sie hätte sich bei mir schon sowas gedacht. Sie habe eine gute Menschenkenntnis (sie hatte mich ja nur einmal eine Stunde lang gesehen, als ich mir die Wohnung angeguckt hatte und wir zusammen Six Feet Under geguckt hatten, weil das gerade lief).


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    Mittwoch, 08. September 2004

    Tagebucheintrag vom 08. September 2004

    Bis Mittags geschlafen, nachmittags in der Sonne auf dem Balkon gelegen und zwischendurch mal ein bisschen für die Firma programmiert. Abends mit meiner Schwester telefoniert, mich aus dem Urlaub zurückgemeldet und von dem Film und dem Outing Carsten gegenüber erzählt.


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    Donnerstag, 09. September 2004

    Tagebucheintrag vom 09. September 2004

    Wieder bis Mittags geschlafen, dann zur Mensa gefahren zum Mittagessen. Anschließend war ich im Copyshop am Sedanplatz und habe mir rosa Papier besorgt. Später am Nachmittag zuhause dann neue Flyer für den Stammtisch entworfen und gedruckt.

    Abends dann 20 Uhr Stammtisch in der Lagerhalle. Es war nur Nico da, der mir von seinen ersten Tagen in der Schule erzählte und überlegte, wie und wann er sich outen könnte. Sind wohl auch einige interessante Jungs in der Klasse.


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    Freitag, 10. September 2004

    Tagebucheintrag vom 10. September 2004

    Heute hat Jan mir endlich den Termin bestätigt: Er fährt morgen früh zu seinen Eltern und will dann Montag bei mir vorbeikommen. Wegen näheren Details meldet er sich noch von seinen Eltern aus.

    Ich habe eine SMS an Sven und Bernd geschrieben, ob sie Lust haben, mit uns beiden Doppelkopf zu spielen. Bislang keine Antwort.

    In mir reift langsam der Wunsch, selbst auch ein Tagebuch wie das von www.mattenjahre.de zu führen, um meine Erlebnisse festzuhalten. Nur hätte ich damit eigentlich schon vor einem Jahr anfangen müssen...


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    Samstag, 11. September 2004

    Tagebucheintrag vom 11. September 2004

    Heute Nachmittag habe ich einfach angefangen, alles niederzuschreiben, was ich im Coming Out bislang erlebt habe. Alles bis zu dieser Stelle ist heute entstanden. Gut, dass ich schnell tippen kann ;-)

    [Nachtrag vom 12.9.: heute habe ich noch ein paar Details ergänzt, die ich vergessen hatte, z.B. alles über das Frühstück im Schwulenreferat, Paul, Gay in May und den Besuch von Jarek]

    Mal sehen, wie ich es schaffe, das als Tagebuch weiterzuführen, aber es ist schonmal wichtig, dass die bisherigen Erlebnisse, so sie mir noch im Kopf sind, schriftlich fixiert sind, bevor ich vieles vergesse.

    Gegen Abend hat sich Jan von seinen Eltern aus per IRC gemeldet. Wir haben vereinbart, dass ich ihn Montag um 19 Uhr abhole. Falls Bernd und Sven können, spielen wir dann Doppelkopf. Nachts muss ich ihn zurück zu seinem Elternhaus bringen, weil er dort noch zu tun hat. Ab Dienstag kann er aber hier bleiben.

    SMS an Sven und Bernd geschickt. Weiterhin keine Antwort. Schonmal etwas saubergemacht / staub gesaugt für den Besuch.

    Später am Abend habe ich dann den Film "Get Real" gesehen, den ich mir auf Empfehlung aus dem Forum von http://www.sommersturm.de heruntergeladen hatte. Der britische Slang ist zwar teilweise nicht richtig zu verstehen, aber trotzdem ein schöner Film, hat mir gut gefallen. Der Hauptdarsteller ist ja auch ganz schnuckelig.


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    Sonntag, 12. September 2004

    Tagebucheintrag vom 12. September 2004

    Morgens habe ich beim Pfarrfest in einer benachbarten Gemeinde Orgel gespielt und die Kinderschola auf dem Keyboard begleitet. Eigentlich sollte der Gottesdienst draußen stattfinden (dann hätte ich alles auf dem Keyboard machen müssen, was mir nicht so lieb gewesen wäre), aber da das Wetter wechselhaft und ziemlich windig war, entschied der Pastor letztlich doch, in die Kirche zu gehen.

    Nachher gab es dort Erbsensuppe auf dem Pfarrfest, das ersparte es mir, selbst Essen zu machen (meine Eltern sind ja derzeit im Urlaub). Nachmittags habe ich noch ein paar weitere Details in dieses Tagebuch nachträglich eingepflegt, habe mir den Livestream vom Kirchenmuggen-Konzert (http://www.kirchenmugge.de) angehört/gesehen (war mir zu weit weg, sonst hätte ich vielleicht mal selbst mitgemacht, das ist ein Gruppentreffen der Newsgroup de.rec.musik.machen) und war gegen Abend auf der örtlichen Kirmes, um noch eine Bratwurst/Currywurst zu essen. Auf dem Rückweg sind mir zwei Boys begegnet, der eine guckte auch wohl. Mist, ich seh sowas nicht, ob die schwul sind oder nicht. Manche haben für sowas ja nen Blick. Aber soweit ists wohl bei mir noch nicht.

    Abends dann noch ein bisschen für die Firma programmiert, zwischendurch noch etwas saubergemacht und dann später abends einen Film geschaut. Jan hatte sich nochmal per IRC gemeldet, ich hole ihn morgen 19 Uhr von seinem Elternhaus ab. Er hat sich seinen Eltern gegenüber noch nicht geoutet, seine Brüder wissen aber Bescheid. Seiner Schwester will er es zuerst noch erzählen, damit die ihm vielleicht bei den Eltern dann helfen kann. Ich freue mich schon auf die kommenden Tage mit Jan. Leider haben sich Bernd und Sven noch nicht gemeldet, ob sie Doppelkopfspielen können.


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    Montag, 13. September 2004

    Tagebucheintrag vom 13. September 2004

    Vormittags war eigentlich Klausureinsicht für die Mathe-Klausur, in der ich nur eine 4.0 hatte. Unser Prof ist aber nicht gekommen, und war auch nicht aufzutreiben. Nach dem Mittagessen in der Mensa bin ich dann zur Arbeit gefahren.

    Abends habe ich Jan abgeholt. Wir hatten einen netten Abend mit Fernsehen, Musik, Internet und Gesprächen. Am Ende, als er meinte, ich müsste ihn langsam nach Hause bringen, fragte ich dann mal vorsichtig, ob ich ihm mittlerweile körperlich näherkommen dürfte (bei meinem Besuch damals bei ihm mochte er ja nicht, weil er meinte, es dauerte länger, bis er das zulässt). Er druckste etwas rum, und erst auf der Rückfahrt im Auto konnte er richtig in Worte fassen, wie er das sieht:

    Er möchte so etwas nicht planen. Indem er überlegt, ob er es zulässt, wie er reagiert und ob das überhaupt gut für mich wäre, plant er aber schon und das will er ja eben nicht. Er gab mir quasi den Rat, es einfach zu versuchen und drauf ankommen zu lassen, und er wird dann aus der Situation entscheiden, auf was er sich einlässt und auf was nicht. Abgesehen davon ist er auch der Meinung, dass es das beste für mich wäre, wenn es jemand wäre, mit dem ich dann auch länger zusammenbleiben könnte. Naja, ich habe gesagt, dass ich da länger drüber nachgedacht habe und weiß auf was ich mich einlassen will, auch wenn es vielleicht Konsequenzen für mich hat. Hinterher habe ich mich aber doch geärgert, nicht einfach mal den ersten Schritt gemacht zu haben. Ich stehe mir immer selbst im Wege, möchte ja eigentlich, wie er so süß neben mir sitzt, aber kann mich einfach nicht überwinden, weil ich auch etwas Angst vor seiner Reaktion habe... Dabei kann eigentlich nichts passieren. Naja, wo die Fronten nun geklärt sind, kann ich es wohl ruhig wagen. Hoffen wir mal auf den morgigen Tag...

    Jan hatte mir im Laufe des Abends auch ein paar Texte in Tagebuchform gezeigt, die er mal geschrieben hatte. Da war z.B. auch ein Erlebnis im Alter von 12 Jahren dabei, wie ein Freund ihm einen geblasen hat und dass da auch in der Folgezeit noch öfters sowas vorgefallen ist. Er wollte keinen Namen nennen, aber der andere ist wohl ähnlich wie Jan bi bzw. mag es nicht definieren. Eine Phase war es sicher nicht, weil es sechs Jahre später mit 18 auch noch so war.

    Ich beneide ihn ein bisschen um solche Erlebnisse. Jan ist aber der Meinung, dass es auch ziemliche Vorteile für mich hat, so etwas nicht erlebt zu haben. Er hält es z.B. bei seinen Eltern nicht so recht aus, weil er in mancher Beziehung schon weitaus mehr erlebt und kennengelernt hat als sie. Und er meint, ich habe jetzt in meinem Alter die Möglichkeit, derartige Dinge für mich vernünftig zu entdecken, statt eher zufällig und mit Leid verbunden in einem zu jungen Alter.

    Ich habe häufig bei solchen Gesprächen das Gefühl, dass er einiges in seinem bisherigen Leben bedauert und vielleicht besser nicht erlebt haben wollte. Aber das bringt ein erlebnis- und erfahrungsreiches Leben wohl mit sich, dass man nicht über alles davon glücklich ist... Ich fühle mich dann nur immer als zu wohlbehüteter Grünschnabel, der eigentlich noch nichts von der Welt gesehen und kennengelernt hat.

    Morgen so gegen 15 Uhr werde ich Jan wieder abholen. Seine Eltern sind dann im Urlaub. Heute hatte sich auch endlich Bernd gemeldet, wir werden morgen abend bei Bernd und Sven Doppelkopf spielen.

    Vor einer Woche hatte ich jemanden angeschrieben, dessen Profil ich bei justbegay.de gefunden hatte. Jetzt kam eine Antwort: Er heißt Florian und möchte sich gerne mal mit mir treffen. Er macht auch die Ausbildung zum Fachinformatiker Systemintegration. Als Termin habe ich Sonntag vorgeschlagen, da er lieber am Wochenende möchte, weil er während der Woche arbeitet und dann abends nicht mehr so gerne was unternehmen möchte. Daher scheint er auch dem Stammtisch eher abgeneigt zu sein.


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    Dienstag, 14. September 2004

    Tagebucheintrag vom 14. September 2004

    Bis mittags geschlafen, dann was zu Essen gemacht, schonmal ein Bett für Jan bezogen und Kleinigkeiten erledigt. Nachmittags bin ich dann zu seinem Elternhaus gefahren. Der eigentlich geplante Kurzaufenthalt zog sich dann über fast fünf Stunden hin, weil er noch die Katze einfangen musste und sie sich nicht fangen lassen wollte bzw. zwischendurch irgendwo im Dorf unterwegs war. Bernd musste den Doppelkopfabend leider absagen, weil Sven krank geworden war.

    Jan wollte noch duschen, und da seine Cargohose dreckig geworden war, ist er mit der Hose in die Dusche gegangen und hat sie erst nach einiger Zeit ausgezogen. Er fragte, ob ich mit rein will, und das fand ich als optimale Gelegenheit, ihm näherzukommen.

    Wir haben uns dann gegenseitig eingeseift und abgeduscht, das war schon sehr angenehm. Leider nur die Oberkörper. Er hat dann noch mit Enthaarungscreme versucht, ein paar Haare am Po wegzubekommen, was aber nicht viel brachte. Ich hatte auf jeden Fall die Möglichkeit, meine Arme um ihn zu legen, aber leider ließ er es nur geschehen, zeigte aber keinerlei Reaktion darauf. Das gleiche Bild später beim Videogucken vorm Laptop: Wenn ich mich an ihn lehnte oder den Arm um ihm legte, neigte er sich eher noch ein wenig weiter in die andere Richtung und zeigte keinerlei entgegenkommende Reaktion. Das war zwar schon etwas enttäuschend und teilweise unbequem, aber mein lang gehegter Wunsch, auf diese Art ein wenig Körperkontakt zu einem attraktiven Mann herzustellen, ist auf jeden Fall ein wenig befriedigt worden.

    Nachdem die Katze endlich eingefangen war und wir einen DDR-Film "Coming Out" gesehen hatten, von dem leider der Schluss kaputt war, sind wir dann zu mir gefahren und haben erstmal Spaghetti gekocht. Parallel und hinterher haben wir am Computer Filme und Musik getauscht bzw. reingeschaut/gehört. Er hat außerdem ein paar wichtige Sachen mit Freunden per IRC besprochen.

    Später am Abend haben wir "Was nützt die Liebe in Gedanken" gesehen. Scheint ihm auch sehr gefallen zu haben, immerhin wollte er nicht meine (schon ziemlich gute) Version sondern richtige DVD-Qualität. Ich habe ihm dann noch kurz den Anfang der ersten Roswell-Folge gezeigt, aber Jason Behr ist nicht so ganz sein Typ. Ansonsten haben wir uns noch viel unterhalten, haben Dinge am Computer ausprobiert und gezeigt. Leider weiterhin keine Reaktion auf Anlehnungen und Armumdieschulternlegen.

    Als es dann ans Schlafengehen ging, meinte er, er habe kein gutes Gefühl dabei, mit mir in einem Bett zu schlafen, er empfände das einfach nicht als richtig und würde vermutlich kein Auge zutun. Selbst wenn nichts passieren würde, er mag das nicht so. Auch auf Küssen o.ä. mochte er sich nicht einlassen, weil er unsere Freundschaft nicht zerstören wollte: Er würde sonst möglicherweise erstmal 1-2 Jahre keinen Kontakt mehr zu mir haben können, und das wollen wir natürlich beide nicht riskieren. Wir kennen uns zu gut und haben zuviel Kontakt, als das ein One Night Stand im engen Sinne möglich ist, und andererseits bin ich für ihn aber auch nicht so recht passend/akzeptabel für eine Beziehung.

    Nun gut, es hat keinen Zweck, ihn da zu irgendwas zu drängen, wenn er es nicht möchte und sich nicht wohl dabei fühlt. Er übernachtet jetzt im ehemaligen Zimmer meiner Schwester und ich in meinem. Morgen klingelt um 10 Uhr der Wecker und gegen Mittag machen wir uns dann auf den Weg zu ihm, wo er noch restliche Dinge packen und sich nochmal um die Katze kümmern muss. Mittags geht es dann nach Osnabrück zum Bahnhof, damit er nach Hause fahren kann.


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    Mittwoch, 15. September 2004

    Tagebucheintrag vom 15. September 2004

    Um 10 Uhr klingelte mein Wecker. Bis ich im Bad fertig war, war Jan dann auch schon von selbst aufgestanden, ohne dass ich ihn zu wecken brauchte. Besonders gut hat er aber dennoch nicht geschlafen, da er noch viel zu grübeln hatte, wie er meinte.

    Auf dem Weg zu ihm habe ich noch Brötchen besorgt, dann haben wir bei ihm zuhause gefrühstückt und er hat noch die restlichen Sachen gepackt und das Haus in Ordnung gebracht. Dann sind wir mal so langsam Richtung Osnabrück aufgebrochen, mit Zwischenstopp in ein oder zwei Geschäften.

    Als nächstes ging es zum Bahnhof. Ich bin noch mit an den Bahnsteig gekommen, bis er in den Zug stieg. Eine letzte Umarmung wäre schön gewesen, aber wollte ich ihm in der Öffentlichkeit nicht antun, und schien nach seiner Ablehnung gestern abend auch nicht mehr ganz so angebracht.

    Nachmittags Zuhause habe ich dann erstmal Bernd und Sven per ICQ erzählt, was wir hier so erlebt und gemacht haben. Bernd meinte, er hätte mir Sex gegönnt, und man müsste eh zwischen Sex und Liebe trennen bei uns Schwulen. Sven musste ich erst einiges von Jan erzählen, bis er das Verhalten verstehen konnte.

    Sobald Jan wieder zuhause war, hat er mich gleich über IRC angesprochen. Er hatte im Zug dieses Tagebuch gelesen (weitestgehend in der Originalfassung, nur mit ganz wenigen Sätzen der letzten Tage gelöscht, wobei das eh nur bis zu dem Tag vor seinem Besuch ging) und dadurch gemerkt, dass ich mir wohl doch Sex erhofft hatte. Er hatte dann doch das Bedürfnis, mir das zu erklären:

    16:45 (Jan)  sorry uebrigends nochmal...
    16:45 (Marc) sorry wofuer?
    16:46 (Jan)  ich hatte geschaut ob das unter der Dusche was wird, oder
                 ob uns irgendeine *duck* Geilheit "uebernimmt", aber
                 geplant wollte ich ncihts tun.. waere mir sonst wie ein
                 callboy vorgekommen ;)
    16:46 (Marc) aber die Geilheit ueberkam dich nicht? :)
    16:47 (Jan)  *lach* und Dich wohl auch nciht ;)
    16:47 (Jan)  zumindestens zuckte da nichts ;)
    16:47 (Marc) hmm ok... da waeren wohl mal ein paar Streicheleinheiten
                 Deinerseits noetig gewesen :)
    16:47 (Jan)  *g*
    16:47 (Marc) wie ich schon sagte, Du hast irgendwie voellig ungeruehrt
                 dagestanden und keine Reaktion gezeigt
    16:47 (Marc) was soll ic hda machen?
    16:50 (Jan)  *g* nichts.. war schon ok so.. nur passte es halt einfach
                 nicht ;)
    16:50 (Marc) haette es denn was geaendert, wenn Du bei mir was gesehen
                 haettestß ;)
    16:50 (Jan)  keine Ahnung.
    16:51 (Marc) mir hat das Duschen trotzdem gefallen :)
    16:51 *** Jan zuckt mit den Schultern und gackert nciht gerne ueber
              gelegte Eier, wenn er sich nciht sicher ist :)
    16:51 (Jan)  *g*
    16:51 (Jan)  mir auch :)
    16:51 *** Jan planscht gerne :)
    16:52 (Marc) aber Dein Gefuehl scheint ja global zu sein und nicht vom
                 Duschen abzuhaengen
    16:52 (Marc) wenn Du wegen mir schlecht schlafen konntest...
    17:04 (Jan)  ja.
    17:06 *** Jan mag manche maenner und manche Frauen so weit, dass ich
              sie lieben kann, leider faellst Du nicht da rein... aber
              sicher war ich mir bis gestern nacht nicht ;)
    17:09 (Marc) und was machte Dich in der Nacht dann sicher?
    17:13 (Jan)  das ich mich vorher etwas geekelt hatte mit Dir zu
                 kuscheln ;)
    17:13 (Marc) ja, das merkte ich ;-)
    17:13 (Marc) ob das Ekelgefuehl bleibt, kannst Du vermuztlich nicht
                 sagen? ;)
    17:14 (Jan)  ochh.. auf freundschaftlicher Ebene wird das etwas
                 verschwinden, aber der Rest wird bleiben.
    17:14 (Marc) schon okay. Ein bisschen kuscheln auf dem Sofa waer schon
                 nett. Aber dann moechte ich da auch mal ne Gegenreaktion
                 sehen ;)
    17:15 (Jan)  *lach* wenn ic will, ja.
    17:15 (Jan)  (und mag)
    

    Das Haus wirkt leer ohne Jan. Ich denke, es ist gut, dass er so weit weg wohnt und ich ihn nicht so häufig sehe. Ich würde mich garantiert in ihn verlieben (etwas bin ich das sicherlich auch schon), das würde mir nur Schmerzen verursachen. Bei Ulf half mir etwas Abstand auch.


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    Donnerstag, 16. September 2004

    Tagebucheintrag vom 16. September 2004

    Tagsüber habe ich gearbeitet. Es waren drei Leute einer lokalen Telefongesellschaft da, um Arbeiten an ihren Geräten auszuführen. Einer von denen (wohl auch der jüngste, aber sicher älter als ich) sah mich mehrfach auffällig und länger an. Ich fand ihn aber nicht attraktiv, sonst hätte ich mal zurückgelächelt oder so.

    Abends zum Stammtisch hatte ich Julian eingeladen. Nico kam zwar auch, aber nur kurz. Habe Julian die ganze Geschichte mit Jan erzählt und auch nochmal versucht, ob ich seine Homo-Ader nicht zum Leben erwecken kann... aber er meint, er ist sich doch ziemlich sicher, hetero zu sein. Er würde merken, dass sein Leben bereichert würde, dass er ganz anders empfinden würde, wenn er mit Frauen zusammen wäre. Schade eigentlich, wo ich ihn so süß und nett finde. Das habe ich ihm auch gesagt, er mag das gerne hören (sagte mir mal, dass ihn das ehrt).

    Ach ja, Jan. Das Duschen mit ihm geht mir nicht aus dem Kopf. Natürlich hätte noch mehr passieren können, aber fürs erste war das schon schön genug. So angenehm, wie er mich mit Duschgel einseifte - das leichte Kitzeln auf dem Bauch - die Arme um ihn zu legen... einfach Kontakt zu seinem Körper zu haben ist eine sehr schöne Erfahrung gewesen. Ich habe mich bei ihm noch per IRC für die letzten Tage bedankt und ihm auch geschrieben, wie sehr mir das Duschen gefiel. Wenn auch der Ausgang vielleicht nicht so war, wie erhofft, habe ich es genießen können, möchte diese Erfahrungen nicht missen und wünsche mir eine Wiederholung. Während ich das hier schreibe, kommen mir die Tränen und meine Brust kribbelt. Mist, ich will mich doch nicht verlieben, das kann doch eh nichts werden. Aber wer hat schon Einfluss auf sowas? So gut es einerseits ist, zu wissen, dass Jan sich nicht vorstellen kann, sich in mich zu verlieben und sich vorm Kuscheln etwas ekelte, so traurig ist es doch, wenn man selbst anders empfindet und sich damit abfinden muss. Das einzige, was gegenüber eine unglücklichen Liebe für einen Hetero anders ist: dass Jan es mir weder übelnehmen noch sich so stark wie ein Hetero vor engererem Kontakt ekeln/fürchten wird. Und er wird mich ganz sicher verstehen und auf mich eingehen können.


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    Freitag, 17. September 2004

    Tagebucheintrag vom 17. September 2004

    Viel ist nicht passiert. Ich habe tagsüber gearbeitet, ein paar Studentinnen (Maschinenbau) ein Programm erklärt, bei dem ich ihnen geholfen hatte, auf dem Weg dorthin noch eine Festplatte gekauft und abends noch in meinen Server eingebaut und die Daten von der alten Platte, die langsam den Geist aufgab, rüberkopiert.

    Jetzt vorm Schlafengehen habe ich "Long Island Expressway" gesehen, den Jan mir empfohlen hatte. Nicht ganz so mein Fall. Jan meint, ich sei der erste, dem er nicht gut gefallen habe, und dann kenne er wohl zuviele, die sich in die Grenze zwischen Missbrauch und Wunschträume einfühlen können...

    Gerade kam mir noch Florian in den Sinn, dem ich wegen seines Profils bei justbegay.de geschrieben hatte. Noch keine Antwort auf meine Mail, in der ich ein Treffen am Wochenende vorschlug. Dabei hab ich die Mail schon vor fünf Tagen geschickt.


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    Samstag, 18. September 2004

    Tagebucheintrag vom 18. September 2004

    Durch den Absender eines Artikels in einer Newsgroup bin ich darauf aufmerksam geworden, dass Nils und Markus anscheinend jetzt geheiratet haben (jetzt gleicher Nachname). Ich habe mal eine Mail hingeschickt und gratuliert.

    In der Zeitung steht ein Artikel, der vorm Tagebuchschreiben warnt. Man hätte dadurch eher gesundheitliche Probleme und würde leicht in eine sich wiederholende grüblerische Spirale kommen. Ich wage das erstmal zu bezweifeln. Ich habe den Eindruck, mir hilft es beim Einschlafen, dass ich nicht mehr die ganze Nacht über Dinge nachdenken muss.


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    Mittwoch, 22. September 2004

    Tagebucheintrag vom 22. September 2004

    Die letzten Tage ist nicht soviel passiert. Das Semester fing wieder an, meine Eltern sind aus dem Urlaub zurückgekommen und ich war nochmal mit Bernd und Sven im "Sommersturm". Den beiden hat er auch sehr gut gefallen.

    Leider noch immer keine Antwort von Florian (auf dessen Profil bei justbegay.de hin ich ihm geschrieben hatte). Ich habe nochmal eine Mail hingeschrieben.

    In der Mensa hatte ich zwei Maschinenbau-Studenten wiedergetroffen, denen ich auch beim Programmieren geholfen hatte. Ich setzte mich zum Essen dazu, und mir gegenüber saß ein recht süßer Kommilitone, der als ich ging sogar ein Wort zur Verabschiedung sagte, obwohl ich mich mit ihm eigentlich garnicht unterhalten hatte.


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    Samstag, 25. September 2004

    Tagebucheintrag vom 25. September 2004

    Donnerstag beim Rosa Panther Stammtisch war mal etwas mehr los. Einer von den Besuchern vor meinem Urlaub kam wieder und brachte noch jemanden mit, und ich hatte auch in der FH zwei Studenten (einer hetero, einer schwul) eingeladen. Es wurde ein netter Abend, auch mit recht tiefgehenden Gesprächen teilweise, da ich dem einen Kommilitonen noch von den Erlebnissen mit Jan erzählen wollte und die anderen dann auch ähnliches beizusteuern hatten.

    Am Freitag sah ich beim Essen in der Mensa auch die Maschbauer wieder. Der süße Boy, den ich vor drei Tagen erwähnt hatte, sah mich zwischendurch mal an, glaube ich. So richtigen Blickkontakt herzustellen ist mir aber nicht so recht gelungen. Trotzdem bin ich mir bei ihm nicht so sicher, den muss ich mal im Auge behalten.

    Ich glaube, ich muss aufpassen, dass ich mich nicht wieder neu in Ulf verliebe. Wenn ich ihn (was zwar jetzt seltener vorkommt) in der FH treffe bzw. in der Vorlesung neben ihm sitze, kommt das schnell wieder hoch...


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    Sonntag, 26. September 2004

    Tagebucheintrag vom 26. September 2004

    Einer der bisherigen Leser des Tagebuchs fragte nach einer Fortsetzung, also musste ich mich jetzt mal dransetzen, die letzten Tage seit Jans Besuch für die öffentliche Fassung aufzuarbeiten. Hier sind sie nun.


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    Mittwoch, 29. September 2004

    Tagebucheintrag vom 29. September 2004

    Gestern abend hat endlich Florian geantwortet. Er war bzw. ist wohl krank und hat jetzt ein Treffen für den 9.10. vorgeschlagen. Ich habe ihm sofort geantwortet und gefragt, was er hat, und dass wir den Termin dann am besten kurzfristig abstimmen, weil vielleicht Jan so um den Dreh hier sein will. Ich bin auf jeden Fall sehr froh, dass er noch geschrieben hat, ich hatte schon Angst, er wolle (aus welchem Grund auch immer) jetzt doch nichts mehr von mir wissen. Und vom Foto und den Interessen (Ausbildung zum Fachinformatiker) her glaube ich, dass wir uns gut verstehen werden und dass das zumindest eine Freundschaft werden könnte. So ein bisschen erinnert er mich auf dem Foto an Ulf...

    Ein Arbeitskollege meint, ich soll nicht so aktiv suchen, das würde die Chancen nur verschlechtern (ich schau mich immer z.B. in der FH nach anderen netten Studenten um...). Aber ihm selbst geht es genauso wie mir (seine Freundin hat sich vor ein paar Monaten von ihm getrennt). Man kann das schlecht unterdrücken, man schaut automatisch immer herum, wer einem gefällt und wer interessant ist. Und davon gibt es an der Uni/FH so verdammt viele. Geht man von 3-5% Schwulen aus, müssten da jede Menge rumlaufen. Nur geben die sich nicht zu erkennen.

    Heute abend war Vorbesprechung für Gay in May 2005. Von der Schwulenfraktion waren nur Josef und ich da, ansonsten nur Lesben. Angedacht ist u.a. ein Wen Do Kurs für Schwule, zur Selbstverteidigung bei schwulenfeindlichen Übergriffen. Ich hoffe, dass ich sowas nie brauche, aber interessant wärs irgendwie schon. Muss ich mich nochmal mehr drüber informieren.


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    Donnerstag, 30. September 2004

    Tagebucheintrag vom 30. September 2004

    Heute Mittag nach der FH bin ich ins Büro gefahren, um einen Server zu installieren. Als ich gerade am Ausdrucken meiner Rosa Panther Flyer war, kam ein Kollege rein (eigentlich Urlaub, aber war privat da) und fragte so, was ich da drucke. Hat sicher auch einen kurzen Blick drauf werfen können. Aber gesagt hat er nichts, keine Ahnung, ob er erkannt hat, um was es sich handelt. Ihm gegenüber bin ich noch nicht geoutet, ich denke aber nicht, dass das ein Problem sein würde. Irgendwie wollte ich in dem Moment aber nicht.

    Beim Stammtisch war diesmal nur ein Besucher, der auch letzte Woche dagewesen war. Auf dem Rückweg sah ich in Osnabrück vor einer Ampel, wie zwei Jungs (vielleicht in meinem Alter oder etwas jünger) mit dem Rad ankamen und vor der Ampel halten mussten. Der eine legte seine Hand auf die Schulter des anderen, um sich abzustützen und nicht mit den Füßen von den Pedalen gehen zu müssen. Interessantes Bild für mich, keine Ahnung ob da mehr dahintersteckte oder das nichts zu bedeuten hatte.


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